Gut gespielt, aber Flensburg war stärker



Werbung

aDSC_2354–MT verliert 25:32
Im Spitzenspiel der DKB-Handball-Bundesliga gab es für die MT Melsungen gegen die SG Flensburg-Handewitt nichts zu holen. Mit 25:32 (14:19) zogen die Nordhessen gegen die sich weiter im Meisterschaftsrennen befindlichen Norddeutschen den Kürzeren, zeigten aber dennoch eine über weite Strecken gute Leistung. Eine Schwächephase der MT in den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte nutzten die Gäste, um frühzeitig davonzuziehen. Marino Maric und Momir Rnic waren mit jeweils sechs Toren die erfolgreichsten Nordhessen, für die Gäste war Lasse Svan sieben Mal erfolgreich. Lange Anlaufzeit ließen sich die Gastgeber nicht. Michael Müller netzte nach nur knapp mehr als einer halben Minute erstmals ein, Marino Maric blockte Holger Glandorfs ersten Wurf beherzt ab. Gute Voraussetzungen eigentlich, um in die Partie hineinzukommen. Und doch nicht gut genug, den Favoriten zu beeindrucken. Flensburg drückte von Beginn an mächtig aufs Tempo und ging prompt durch Kentin Mahé von Linksaußen seinerseits mit 3:2 in Vorlage (4.). Viel Zeit ließen sich beide nicht für die Vorbereitung. Schnelle Abschlüsse waren angesagt, insbesondere bei Ballgewinnen in der Abwehr. So wie bei René Villadsens Glanzparade gegen Glandorf, die Johannes Sellin in Unterzahl, Michael Müller drückte die Sünderbank, zur neuerlichen 4:3-MT-Führung veredelte (6.). Überhaupt war schon früh im Spiel viel Platz auf dem Feld. Das Ergebnis rigorosen Durchgreifens der Unparteiischen Lars Geipel und Marcus Helbig, die sich gar nicht erst mit gelben Karten beschäftigten, sondern sofort Strafzeiten verteilten. Und sich damit den Unmut der Melsunger Fans zuzogen, weil es nach nicht einmal einer Viertelstunde Spielzeit schon zum zweiten Mal Johannes Sellin nach jeweils strittigen Situationen getroffen hatte. Trotzdem kamen die Gastgeber mit den Dezimierungen gut klar. Nach Sellin trafen auch Momir Rnic (6:5) und Patrik Fahlgren (8:8, 15.) jeweils gegen zahlenmäßig überlegene Flensburger. Ehe die Norddeutschen über Paraden des glänzend aufgelegten Mattias Andersson mit Thomas Mogensens 9:11 erstmals etwas deutlicher in Führung gingen (19.). Mogensen war es auch der drei Minuten später auf drei Tore ausbaute, Johan Jakobsson gar auf vier (11:15, 25.) und fünf (13:18, 29.). Mit diesem Abstand ging es dann auch in die Halbzeitpause, was als Vorteil der SG zwar in Ordnung ging, jedoch in der Deutlichkeit ein falsches Bild zeichnete. Direkt nach Wiederbeginn mühten sich die Rot-Weißen, den Rückstand abzuarbeiten. Was gelang, weil sich René Villadsen steigerte. Zwei Paraden, zwei Gegenstöße über Boomhouwer sowie Michael Müller und die MT hatte bei 16:20 wieder leicht Oberwasser. Allerdings nur, bis mit Felix Danner der nächste Akteur vom Feld musste und Flensburg das eiskalt nutzte, um wieder in die Spur zu finden. Jim Gottfridsson und Lasse Svan erhöhten gar auf 24:18 (38.). Es war die frühe Vorentscheidung, auch wenn die schöner herausgespielten Treffer von den Hausherren erzielt wurden. Wie das 19:25, das Momir Rnic auf Zuspiel von Michael Müller zentral vom Kreis machte (40.). Dass es für mehr nicht reichte war der Klasseform von Andersson geschuldet, der Boomhouwer und Maric freie Würfe wegnahm. Lasse Svan erwies sich als sicherer Vollstrecker der sich anschließenden Gegenstöße, so dass die Flensburger Führung kontinuierlich anwuchs (19:27, 43.). Bei der MT lief danach nicht mehr viel. Philipp Müller zielte über das Tor, Timm Schneider scheiterte am SGMittelblock. Und dennoch gehörte auch das nächste Sahnestück den Bartenwetzern. Villadsen parierte, Boomhouwer sicherte sich den Abpraller, passte blitzschnell auf Maric und der überwand Andersson fast von der Mittellinie zum 20:28 (47.). Wirkungslos indes, weil dafür nur kurz darauf Rnic vom Siebenmeter-bDSC_2430

strich am SG-Keeper scheiterte, nachdem Tobias Karlsson Timm Schneider in der Ausholbewegung rüde in den Wurfarm gegriffen hatte. Auch dessen Zeitstrafe verstrich ohne weitere Tore, so dass der Meisterschaftsaspirant mit diesen acht Treffern Vorsprung in die letzten zehn Minuten ging. Die beide Mannschaften mit neuem Keeper bestritten. Kevin Moeller kam für Mattias Andersson, Maurice Paske löste René Villadsen ab. Der MT-Youngster hatte gegen Jakobsson auch gleich sein erstes Erfolgserlebnis, Moeller zog kurz darauf gegen Nenad Vuckovic nach. Im Feld lief auf beiden Seiten nicht mehr viel zusammen. Melsungen hatte sich in die Niederlage ergeben und wechselte munter durch, Flensburg spielte seinen Stiefel routiniert runter und sicherte sich die Punkte letztlich überaus souverän.
Stimmen zum Spiel
Michael Roth: Wir haben heute deutlich verloren und vielleicht das erste Mal in dieser Saison überhaupt keine Chance gehabt. Bis auf die ersten 20 Minuten vielleicht. Aber wir konnten das Schnelle Spiel der SG heute einfach nicht verteidigen und haben vor allem über Außen zu viele Tore bekommen. Da merkt man, wie sehr und Johan Sjöstrand fehlt, der gerade da seine Stärke hat. Auf der Gegenseite hat uns Mattias Andersson in der ersten Halbzeit schon genervt, in der zweiten noch mehr. Er hat den Unterschied gemacht. Insgesammt war das zu wenig heute von uns. Wobei man sagen muss, dass es auch sehr schwer ist, gegen eine solche Mannschaft nochmal zurückzukommen, wenn man mal mit fünf hinten liegt. Wie im Hinspiel haben wir heute 32 Gegentore kassiert. Nur damals haben wir selbst 33 gemacht.
Ljubomir Vranjes: Ich muss sagen, dass ich sehr zufrieden bin mit der Mannschaft und damit, wie sie heute gespielt hat. Wir waren von Anfang an sehr fokussiert. Es ist nicht einfach hier zu spielen. Und natürlich tat uns auch das Hinspiel noch weh. Aber wir wollten unsere Chance nutzen, unbedingt noch einen Champions League-Platz zu bekommen. Die Abwehr stand gut, unsere Nummer Eins auch. Dazu sind alle Spieler zum Einsatz gekommen und haben auch Verantwortung übernommen. Das hat mir gefallen. Jetzt fahren wir heim und haben das Spiel gegen Kiel am Sonntag vor uns.
Die nächsten Spiele: So., 15.05.16, 17:15 Uhr, TVB Stuttgart – MT Melsungen,
So., 22.05.16, 17:15 Uhr, MT Melsungen – THW Kiel, Rothenbach-Halle Kassel (ausverkauft)

© Info: B.Kaiser Fotos: M.Kittner



Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.