Klarer Sieg nach Steigerung in der 2. Halbzeit: MT schlägt BHC 29:22



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aDSC_0005Eine Halbzeit lang verlangte der als Drittletzter angetretene Bergische HC der MT Melsungen alles ab. Den längeren Atem hatten dann aber die Nordhessen, die über eine verbesserte Abwehrleistung im zweiten Durchgang für letztlich klare Verhältnisse sorgten. Nur einmal, kurz vor der Pause, geriet der Favorit in Rückstand. Vermochte sich aber bis zum 17:15 (34.) auch nie weiter als ein Tor von den Gästen abzusetzen. Johan Sjöstrand als verlässlicher Rückhalt und Kapitän Michael Müller mit acht Treffern waren die herausragenden Spieler beim Gastgeber, für den BHC waren Maximilian Hermann und Arnor Gunnarsson je sechs Mal erfolgreich. Ungewohnte Aufgaben hatte die MT zu lösen, denn gegen eine echte 3:3-Deckung spielt man in der Bundesliga

nicht so oft. Umso sehenswerter waren die Lösungen, die die Nordhessen dagegen fanden. Johannes Sellin traf im Stile eines Torjägers im Sprungwurf aus dem Rückraum, Momir Rnic aus der Hüfte von Halbrechts, Nenad Vuckovic vom Kreis. Dass sich die Gastgeber trotzdem nicht lösen konnten lag an der frischen und dynamischen Spielweise, mit der die Bergischen überraschten. Vor allem Maximilian Hermann düpierte die rot-weiße Deckung ein ums andere Mal (5:4, 7.).
Eine Schrecksekunde erlebten die Melsunger Fans in der 11. Spielminute. Michael Allendorf verletzte sich bei einer Abwehraktion, kugelte sich den Ringfinger der linken Hand aus und musste unter Schmerzen vom Feld. Jeffrey Boomhouwer übernahm seinen Part auf Linksaußen, in der Abwehr wurde aus einer 5:1-Formation ein 6:0- Riegel. Was den BHC jedoch erst einmal nicht weiter störte. Hermann traf weiter und auch Arnor Gunnarsson egalisierte mehrfach die MT-Führungen. Die rechte Angriffsseite der Bergischen sorgte für mächtig Betrieb. Als Rnic zum 10:9 getroffen und Joha Sjöstrand gegen Alexander Oelze pariert hatte, bot sich die Chance auf eine erste zwei-Tore-Führung. Sellins Versuch landete jedoch am Innenpfosten und im Gegenzug war es wieder Maximilian Hermann, der den Ausgleich erzielte.

Zeit für eine erste Auszeit von MT-Trainer Michael Roth (10:10, 17.). Zwingender wurde das Spiel der Nordhessen danach auch nicht. Mehrfach rannten sich die Bartenwetzer fest und ließen auch hinten ungewohnt viele Lücken. So dass der BHC beim Stand von 12:12 sogar selbst die Chance auf eine Führung besaß, sie aber nicht nutzen konnte. Erst im zweiten Versuch gelang es schließlich Jan Artmann, die Westdeutschen zum ersten und gleichzeitig auch letzten Mal nach vorn zu werfen (13:14, 27.). Johannes Sellin glich jedoch postwendend aus, Michael Müller traf mit dem Pausenpfiff zum 15:14.aDSC_9823

Johan Sjöstrand sorgte mit einer Blitzreaktion gegen Max Hermann dafür, dass seine MT positiv in den zweiten Durchgang startete. Weil Sellin aber an Björgvin Gustavsson scheiterte und Maximilian Weiß egalisierte, blieb erst einmal alles beim Alten. Bis Sjöstrand gegen Alexander Oelze und Fabian Gutbrod nachlegte und Jeffrey Boomhouwer nach Vorarbeit von Philipp Müller das 17:15 glückte (34.). Ein zähes Ringen blieb es dennoch.

Weil Gustavsson gegen den frei vor ihm am Kreis auftauchenden Boomhouwer glänzend parierte und sich die Gastgeber das Leben zunächst weiter selbst schwer machten. Bis Timm Schneider mächtig ausholte und das Leder zum 18:15 ins Gehäuse des BHC jagte. Vielleicht der entscheidende Treffer des Tages, denn direkt danach mussten mit Moritz Preuss und Max Hermann gleich zwei Akteure der Gäste auf die Strafbank. Hermann hatte dabei Glück, dass seine Aktion gegen Michael Müller bei dessen 19:16 nicht glatt Rot gab (38.). Dass der härteste Widerstand der Bergischen gebrochen war merkte man an zwei von der MTDeckung erzwungenen Ballverlusten, die jeweils Jeffrey Boomhouwer zum Zwischenstand von 21:16 (41.) veredelte.

Erst nach Johannes Sellins 24:18 reagierte Gästetrainer Sebastian Hinze mit seiner letzten verfügbaren Auszeit (44.). Zu spät, um noch einmal in die Reichweite eines Teilerfolges zu kommen, der lange Zeit im Bereich des Möglichen gelegen hatte. Einzig Gustavsson stellte sich den immer wieder völlig frei vor ihm auftauchenden roten Angreifern noch in den Weg und Fabian Gutbrod gelangen vorn zwei Treffer. Alexander Oelze scheiterte dagegen sogar mit einem Siebenmeter an Johan Sjöstrand, so dass Gustavssons Rettungstaten weitgehend folgenlos blieben (25:19, 47.).

Für ein aus Sicht der Gäste erträgliches Resultat sorgten Konzentrationsschwächen der MT im Angriff. Boomhouwer bekam im Gegenstoß den ungenauen Pass von Maric nicht zu fassen, kurz darauf setzte Maric, ganz ungewohnt, einen Ball komplett neben das Gehäuse und Johannes Sellin musste nach schlechtem Zuspiel aus völlig unmöglichem Winkel sein Glück versuchen. Es wäre also noch weitaus mehr drin gewesen für die Gastgeber, die in der Schlussphase dennoch für weitere Höhepunkte sorgten. So war das Kempa-Anspiel von Philipp Müller in Unterzahl auf seinen Bruder Michael zum 28:22 ebenso sehenswert wie Boomhouwers Dreher um Gustavsson herum nur eine Minute später (29:22, 57.). Und auch die Torhüter konnten noch einmal auf sich aufmerksam machen. Sowohl der eingewechselte René Villadsen als auch Gustavsson parierten in den verbleibenden zwei Minuten jeweils einen Siebenmeter. Am letztlich ebenso verdienten wie klaren MT-Sieg änderte dasaber nichts mehr.

Stimmen zum Spiel
Michael Roth: Wir haben zwei verschiedene Halbzeiten gesehen, was vor allem die Abwehr anging. In der 5:1- Deckung haben wir keine richtige Aggressivität gefunden. Vielleicht waren wir durch die kurze Vorbereitungszeit auch etwas müde. In der Pause sind wir trotzdem ruhig geblieben und haben uns vorgenommen, einfach konzentriert weiterzuspielen. Die Steigerung von Johan Sjöstrand in Verbindung mit der Abwehr war entscheidend dafür, dass wir uns dann absetzen konnten. Gegen eine 3:3-Deckung kommt immer etwas Stress auf, und wir haben die für eine solche Formation nötigen Übergänge heute einfach nicht gefunden.

 

Das nächste Spiel:
Mi., 11.11.15, 19:00 Uhr: MT Melsungen – Frisch Auf Göppingen, Rothenbach-Halle Messe Kassel

© Info: B.Kaiser MT   Fotos: M.Kittner

 



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