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Erste Schritte im vorläufigen Insolvenzverfahren – Sicherung des Spielbetriebs
16.06.2017 In den ersten beiden Tage seit ihrer Bestellung zur vorläufigen Insolvenzverwalterin hat Rechtsanwältin Rüdlin bereits umfangreiche Gespräche mit den Vorständen Berge und Bettermann sowie möglichen zukünftigen Gremienmitgliedern geführt. Nach Einschätzung der sanierungserfahrenen Insolvenzrechtlerin ist die Situation als äußerst schwierig einzuschätzen.
Ihre primäre Aufgabe sieht Rüdlin derzeit darin, den laufenden Betrieb, d.h. den Spielbetrieb der Mannschaften sowie auch der Geschäftsstelle zu sichern, um so die ersten Mindestvoraussetzungen für eine langfristige Sanierung zu schaffen.
Hauptproblem stellt hierbei die Liquidität dar – finanzielle Mittel sind derzeit kaum vorhanden. Nach Informationen der vorläufigen Insolvenzverwalterin sollen die Gehälter der 1. Mannschaft und der Geschäftsstellenmitarbeiter zuletzt für Mai bezahlt worden sein. Die angestellten Mitarbeiter können allerdings insofern beruhigt sein, als ihre Gehälter für zumindest drei Monate über Insolvenzgeld abgesichert sind. „Wir haben bereits die Gespräche mit der Agentur für Arbeit aufgenommen, um die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes sicherzustellen“ so Rüdlin. Sie ist zuversichtlich, dass die Arbeitsagentur kurzfristig die erforderliche Zustimmung erteilen wird, so dass die Mitarbeiter ihr Gehalt für die Monate Juni, Juli und August bei Fälligkeit ausgezahlt erhalten können. In den nächsten Tagen finden hierzu Informationsveranstaltungen mit der Belegschaft statt. So soll Vertrauen geschaffen und für Beruhigung in der aktuellen Situation gesorgt werden.
Wie sich sowohl in Gesprächen mit den Vorständen Berge und Bettermann als auch den Fan-Foren ergeben hat, herrscht auch bei einigen Fans Verunsicherung und es stellen sich angesichts der Insolvenzantragstellung des KSV Hessen Kassel viele Fragen.
1. Wird es auf die Clubhaus-Darlehen Rückzahlungen geben oder sind diese verloren?
Auch die Clubhaus-Darlehensforderungen sind sog. Insolvenzforderungen. Die Darlehen sind für das Vereinsheim verwandt worden, das jetzt Bestandteil der Insolvenzmasse ist. Aktuell können noch keine Angaben dazu gemacht werden, ob und in welcher Höhe Rückzahlungen erfolgen können.
2. Was ist mit den Fan-Spenden, die in den letzten Wochen an den KSV Hessen Kassel e.V. gezahlt worden sind? Sind diese verloren? Was passiert mit weiteren Spenden, die in den nächsten Wochen eingehen?
Grundsätzlich gehören diese Gelder zur Insolvenzmasse. Meine Aufgabe ist es aber derzeit, den laufenden Betrieb zu sichern, damit der Spielbetrieb auf allen Ebenen aufrechterhalten werden kann. Da kaum liquide Mittel vorhanden sind, können Spendengelder insofern derzeit dazu beitragen, dass die laufenden Kosten bezahlt werden können.
3. Wie könnte eine Sanierung des KSV Hessen Kassel e.V. aussehen?
Auch nach Einschätzung der vorläufigen Verwalterin war die Stellung des Insolvenzantrages der richtige Schritt im Hinblick auf eine langfristige Sanierung des Vereins. Auch für den Zeitpunkt der Antragstellung bringt Rüdlin insofern – trotz der bereits seit längerem angestellten Spekulationen um die Zukunft des Traditionsclubs – Verständnis auf. Wäre der Insolvenzantrag noch in der abgelaufenen Saison gestellt worden, hätte der Abzug von neun Punkten den Abstieg bedeutet. Dies hätte die Sanierungschancen mit großer Wahrscheinlichkeit erheblich gefährdet, da die zum Erhalt der Mannschaften des KSV erforderlichen Sponsorengeldern in der Hessenliga kaum eingeworben werden können. Eine Sanierung des Vereins ist nach derzeitiger Einschätzung der vorläufigen Verwalterin im Wege des Insolvenzplanverfahrens zu erreichen, da nur im Falle einer Erhaltung des Vereines selbst auch ein Lizenzerhalt darstellbar ist.
4. Kann der KSV am 1. Spieltag der Regionalligasaison 2017/18 spielen?
Das Training der ersten Mannschaft beginnt am 19. Juni 2017 – wie geplant -. Da die Mitarbeiter und damit auch Trainerstab, Funktionsteam und Spieler der ersten Mannschaft bis Ende August 2017 über Insolvenzgeld abgesichert sind, steht der Aufnahme des Spielbetriebes nichts im Wege.
„Wie die vorläufige Insolvenzverwalterin darstellte, ist die vorrangige Aufgabe zurzeit, den Spielbetrieb der Mannschaften und den laufenden Betrieb auf der Geschäftsstelle zu sichern. Dies ist der notwendige Schritt, um eine langfristige Sanierung einzuleiten.
In ersten Gesprächen mit Cheftrainer Tobias Cramer und dem Leiter des Nachwuchsbereichs, Volker Wörner, haben wir heute Vormittag ermittelt, was hierfür in den nächsten 4-8 Wochen benötigt wird. Dazu zählen beisipielsweise fällige Verbandsgebühren, um Spielberechtigungen für Spieler zu bekommen. Daneben gibt es aber auch Kostenpunkte wie die Anmietung von Bussen für die Fahrten zu den geplanten Testspielen oder die Beflockung der Mannschaftstrikots und der Trainingskleidung. Für alle diese Punkte benötigt der Verein noch weitere finanzielle Mittel.
Aus diesem Grunde wurde ein Sonderkonto für die Betriebsfortführung im vorläufigen Insolvenzverfahren eingerichtet. Alle Geldeingänge, also auch Spenden und Einnahmen aus den vielen Aktionen der Fans im Rahmen der Aktion „für KaSsel unVerzichtbar“, die auf dieses Konto eingezahlt werden, kommen ausschließlich dem Spielbetrieb zugute. Wir möchten damit auf die Sorgen der Fans, was mit ihrem Geld passiert, reagieren. Die Welle der Unterstützung in den letzten Wochen war unglaublich. Weitere Aktionen, wie z.B. die Saisoneröffnungsparty am 01.07., der zweite Tattoo-Tag für den KSV oder der „Bühnen-Marathon“ sind in Planung. Jeder Betrag hilft uns jetzt, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten.
Die Bankverbindung des Kontos bei der Deutschen Bank ist:
DE73 5207 0024 0300 492609
Was die weitere Kaderplanung für die Regionalligasaison 2017/18 betrifft, so freue ich mich sehr, dass alle in den letzten Wochen durch Tobias Cramer angebahnten Verträge heute Vormittag von Frau Rüdlin freigegeben wurden. Die Verträge können nun abgeschlossen werden, sodass wir in den nächsten Tagen weitere neue Spieler vermelden können und die Kaderplanung damit sehr weit fortgeschritten ist“ ergänzt Pressesprecherin Alexandra Berge.

( Pressedienst KSV / M.Kittner)



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