MT BEGEISTERT GEGEN MINDEN – 35:25-SIEG!

aDSC_5624Vier Tage nach ihrem Erfolg im EHF-Cup hat die MT Melsungen in der DKB-Handball-Bundesliga gegen GWD Minden nachgelegt. Mit 35:25 (18:10) wurden die Gäste zurück in die Heimat geschickt. Und hatten damit noch Glück mit gnädigen Hausherren, denn die Abfuhr hätte auch noch deutlicher ausfallen können. Aufbauend auf zwanzig hervorragende Minuten zum Beginn, als eine 13:3-Führung auf der Anzeigetafel prangte, ließ die MT nie Zweifel am unbedingten Willen zum Sieg aufkommen. Und zog ihr Spiel trotz vieler Wechsel weitgehend konzentriert durch. Vor allem der siebenfache Torschütze Marino Maric sorgte nach dem Seitenwechsel mit sehenswerten Toren vom Kreis für eine frühe Entscheidung. Ebenfalls sieben Mal erfolgreich waren auf Melsunger Seite Momir Rnic und Michael Müller, bei Minden ragte Aljoscha Schmidt mit neun Treffern, davon drei vom Siebenmeterpunkt, heraus.

Ohne den noch gesperrten Philipp Müller sowie Kapitän Nenad Vuckovic, der sich im Training einen Muskelfaserriss zugezogen hatte, startete dir MT Melsungen in die Begegnung. Mit Patrik Fahlgren auf der Mitte sowie Momir Rnic im linken Rückraum starteten die Nordhessen mit dem Duo, das schon gegen Tatran Presov für viele positive Akzente gesorgt hatte. Und das nahtlos da weitermachte, wo es gegen die Slowaken aufgehört hatte: dreimal Rnic, davon sogar einmal vom Kreis nach feinem Zuspiel von Michael Müller, und einmal Fahlgren sorgten für eine schnelle 4:1-Führung (7.). Die Passgeber Müller dann selbst noch erhöhte und damit Mindens Trainer Goran Perkovac zu einer ersten frühen Auszeit zwang (9.).

Bei den Ostwestfalen war es anfangs nur Miladin Kozlina, der sein Visier justiert hatte. Während seine Kollegen reihenweise entweder sogar den Kasten verfehlten, oder am aufmerksamen Mikael Appelgren scheiterten, traf der Slowene nach zehn Minuten zum zweiten Mal zum 6:2. Eine Momentaufnahme nur, weil auch Kozlina danach abbaute und sich weitere drei Treffer der Gastgeber anschlossen. Es waren noch keine 14 Minuten absolviert, da hatte Perkovac beim Stand von 9:2 schon die zweite Auszeit verbraucht. Sowie seinen Torhüter gewechselt, denn Jens Vortmann hatte bis auf einen gehaltenen Wurf nur Ballkontakt, wenn er das Leder aus dem Netz fischen musst. Seine Schützlinge im Feld waren ebenfalls überhaupt nicht wiederzuerkennen im Vergleich zum 36:30 gegen den HSV Handball drei Tage zuvor. Fahrig, unkonzentriert und ohne den rechten Druck in Richtung der mit Michael Allendorf als „Indianer“ einer 5:1-Deckung operierenden rot-weißen Deckung blieben die Gäste fast alles schuldig, was man für das Überleben in der Bundesliga benötigt.DSC_5694

Erst als der Vorsprung nach zwei Allendorf-Tempogegenstößen auf 13:3 angewachsen war, liess es die MT etwas lockerer angehen und leistete sich den einen oder anderen kleinen Fehler. Drei davon nutzte Aljoscha Schmidt über Konter zur Resultatsverbesserung. Was wiederum Michael Roth zum Anlass nahm, seine Mannschaft neu einzustellen. Die spielte mittlerweile mit Christian Hildebrand, Marino Maric und Malte Schröder auf drei Positionen verändert, was nicht ohne Folgen für die spielerischen Abläufe blieb. An der Überlegenheit auf dem Feld änderte das jedoch nichts. Bis zur Pause gelang den Gästen immerhin noch eine leichte Korrektur und sie verkürzten die Differenz auf acht Tore. Was ausschließlich auf das Konto von Schmidt und Florian Freitag ging.

Zur zweiten Hälfte blieb Allendorf auf der Bank sitzen, dafür durfte Jeffrey Boomhouwer an linken Flügel ran. Michael Müller und Johannes Sellin kamen zurück. Minden versuchte weiter, den Gastgebern mit einer offensiven Deckung den Raum zum Kombinieren zu nehmen. Was nur bedingt gelang. Denn dadurch hatte Marini Maric den Platz am Kreis, den er für erfolgreiche Aktionen braucht und nutzte das gleich im Doppelpack. Patrik Fahlgren setzte per Gegenstoß noch einen drauf. Möglich machte diesen Blitzstart Mikael Appelgren, der gegen Moritz Schäpsmeier parierte und Aleksandar Svitlica gleich zwei Bälle aus kürzester Distanz „abkaufte“. Mit „Mikael, Mikael“-Sprechchören wurde der Schwede von den Fans lautstark dafür gefeiert.

Überhaupt nicht mehr zu bändigen war Marino Maric. Sicher fehlte Neuzugang Magnus Jernemyr noch etwas die Bindung zu seinen Nebenleuten in der Innenverteidigung. Aber was der Kroate in MT-Diensten da am Kreis ablieferte, war schon bemerkenswert. Sicher begünstige von einem taktischen Kniff, den Trainer Michael Roth anwandte. Der schickte nämlich Felix Danner in den linken Rückraum, von wo aus er zum Kreis überging, um die GWD-Deckung zu defensiverem Spiel zu zwingen. Ein Schachzug, der voll aufging. Denn als Perkovac wie gewünscht reagierte und die Seinen weiter zurück beorderte, schlugen Momir Rnic und Michael Müller aus dem Rückraum wieder zu. Beide trafen doppelt zum 29:18 (49.).DSC_5499.jpgklein

 

Trotz der deutlichen Überlegenheit der MT blieb die Partie unterhaltsam für die Zuschauer. Weil die Gäste, und da vor allem Aljoscha Schmidt, Melsunger Nachlässigkeiten konsequent bestraften. Momir Rnic fand sich in kurzer Deckung durch Yves Kunkel wieder und Gerrie Eijlers im Tor zeigte ebenfalls die eine oder andere schöne Parade. Ohne dass die Hausherren mit feinen Toren geizten. Jeffrey Boomhouwer legte erst überlegt und uneigennützig auf Christian Hildebrand ab, um sich dann wiederum lang von Hildebrand bedienen zu lassen und in Turbo-Manier zum 31:21 vollstrecken (53.). Auch das 33:22 kurz darauf entsprang einer Koproduktion der Melsunger Alternativ-Flügelzange, die wieder Hildebrand, diesmal vom Kreis, abschloss. Am Ende durfte schließlich auch Jan Forstbauer ran, zielte bei seinem Wurfversuch zu hoch. So dass es Aljoscha Schmidt per Siebenmeter vorbehalten blieb, den Treffer zum Endstand zu markieren.

 

Stimmen zum Spiel

Michael Roth: Ich bin natürlich heute sehr zufrieden. Das war so nicht zu erwarten ohne Philipp Müller und nach dem kurzfristigen Ausfall von Nenad Vuckovic. Aber wir waren sehr gut eingestellt und unsere 5:1-Abwehr hat fantastisch funktioniert. Damit haben wir den Gegner zu Würfen gezwungen und konnten über den guten Mikael Appelgren in unser Tempospiel kommen. Die Mannschaft hat sich in einem guten Zustand und mit viel Selbstvertrauen präsentiert. Vor der Halbzeit haben wir uns kaum Fehler geleistet, und mit dem 3:0-Lauf zu Beginn der zweiten Hälfte war die Partie dann entschieden. Jetzt wissen wir natürlich, was am Wochenende in Presov auf uns zukommt. Aber die Mannschaft ist mental auf der Höhe. Wir wollen dort ein ganz großes Ziel erreichen. Und wenn wir es schaffen, haben wir den November doch noch hervorragend abgeschlossen.

Goran Perkovac: Glückwunsch an Michael und seine Mannschaft. Sie hatten eine Top-Einstellung und konnten es wohl selbst nicht glauben, dass es so einfach ist gegen uns. Das war heute wieder typisch auswärts, vor allen völlig desolat im Angriff. Wir wissen alle nicht, woran diese Schwäche liegt. Melsungen hat heute gar keine Top-Leistung gebraucht, denn wir waren praktisch überhaupt nicht vorhanden. Wenn die Konzentration bei der MT höher gewesen wäre, wären wir nicht so glimpflich weg gekommen. Das war eine Leitung, wie sie sich Handball-Profis nicht leisten dürfen.

Quelle: MT Fotos: M.Kittner

 

 

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