MT in Kiel chancenlos – 23:32-Niederlage

DSC_1777.jpgTrainerDie MT blieb in Kiel chancenlos und musste dem amtierenden Deutschen Meister mit 32:23 (17:10) den Vortritt lassen. Bester Nordhesse war Torwart Mikael Appelgren, der mit zahlreichen Paraden eine noch höhere Niederlage verhinderte. Bester Torschütze für die MT war Michael Allendorf (7/2), für den THW traf Ekberg (11/2) am häufigsten.

Ohne den grippal erkrankten Kapitän Nenad Vuckovic musste die MT in der mit 10.285 Zuschauern ausverkauften Kieler Sparkassen-Arena eine herbe Schlappe hinnehmen. Schon fünf Minuten nach Spielbeginn lagen Fahlgren & Co. mit 0:4 zurück. Im weiteren Verlauf kamen die Rotweißen zwar auf 6:5 (11.) heran, aber das sollte dann auch schon der knappste Zwischenstand des gesamten Spiels sein. Die sehr starke Kieler 3:2:1-Abwehr erwies sich als beinahe unüberwindbares Bollwerk. Dabei mussten die Zebras die Ausfälle der verletzten Weinhold und Sprenger verkraften und ab der 10. Minute auch noch den von Vujin, der nach einem Siebenmeter-Kopftreffer mit Rot des Feldes verwiesen wurde. Kapital konnte die MT daraus nie schlagen. Dem Rückraum, zunächst besetzt mit Michael Müller, Patrik Fahlgren und Philipp Müller, wurde jeglicher Schwung durch die schnelle und aggressive Abwehr der Hausherren genommen. Zusätzlich war der Weg zu Felix Danner am Kreis wie vernagelt. Das verleitete die Offensivabteilung der Gäste ein ums andere Mal zu Notabschlüssen ohne zwingende Torchance. Im zweiten Durchgang änderte sich das Bild nicht. Symbolhaft für den indisponierten Auftritt war gleich der erste Angriff in dem der nun für Philipp Müller gekommene Momir Rnic den Ball verliert und Kiels stärkste Waffe an diesem Nachmittag, Rechtsaußen Niclas Ekberg, per Gegenstoß auf 18:10 erhöht. Trotz eines weiteren Ekberg-Treffers keimte beim überschaubaren MT-Anhang dann kurzfristig Hoffnung auf eine Aufholjagd auf. Als nämlich Johannes Sellin und Felix Danner die Verkürzung zum 19:12 (38.) gelang und zwischendrin Mikael Appelgren seinem ohnehin schon üppigen Paradenkonto gleich zwei weitere Glanztaten, u.a. gegen den frei vor ihm auftauchenden Filip Jicha, hinzufügte. Weil sich aber die Aufwärtstendenz des MT-Angriffs schnell als Strohfeuer herausstellte und auf der anderen Seite die Zebras Überzahlsituationen nutzen konnten, hatten sie in der 42. Minute erstmalig eine Zehn-Tore-Führung herausgeworfen (22:12). Mit fortschreitender Spieldauer verdichtete sich der Eindruck, als sei auf Seiten der MT irgendetwas verhext: Patrik Fahlgren bekommt einen Abpraller, setzt seinen Wurf aber freistehend übers Tor, Marino Maric fällt am Kreis der Ball aus der Hand, Philipp Müller wird festgehalten, reisst sich los und kassiert prompt eine 2-Minuten-Strafe. Auch wenn sich die MT sehr mühte und versuchte den Kieler Tordrang zu mindern – u.a. durch eine 5:1-Abwehr mit Michael Allendorf auf der Spitze – gelang es nicht, näher heran zu kommen. Nach mehrmaligen Rückständen von bis zu 12 Toren (47., 50., 52. und 55. Minute) schaffte es der in der Schlussphase für Michael Allendorf auf Linksaußen beorderte Jeffrey Boomhouwer mit zwei Treffern in Folge, den Abstand wenigstens auf unter zehn Tore zu reduzieren.

Trainerstimmen

Michael Roth, MT: Der THW war sehr konzentriert und wir hatten gegen dessen fantastische 3:2:1-Abwehr große Probleme. Hinzu kam, dass uns viele technische Fehler passiert sind, und wir dadurch den THW immer wieder zu Gegenstoßtoren eingeladen haben. Kiel hat heute sein bisher bestes Spiel in dieser Saison gezeigt und zu Recht gewonnen. Wir wollten das Ergebnis ordentlicher gestalten, aber wir haben eine Lehrstunde erteilt bekommen. Auch wenn wir noch Abstimmungsprobleme haben – zum Beispiel muss die Anbindung unserer Neuzugänge noch weiter verbessert werden – können wir besser spielen, als wir es heute gezeigt haben. Nächste Woche gehen viele Spieler zur Nationalmannschaft. Wir hoffen, dass sie alle gesund zurückkehren und wir uns dann auf das Hessenderby zuhause gegen Wetzlar freuen können.

Alfred Gislason, THW: Ich muss meinem Kollegen Recht geben, wir haben uns bis zum heutigen Tag von Spiel zur Spiel gesteigert, waren deutlich besser, als zuletzt in Wetzlar. Unsere Abwehr hat großartig funktioniert, obwohl wir mit einem solchen System durchaus auch schon Schwierigkeiten gegen Melsungen hatten. Heute haben wir den Gegner damit unter Druck gesetzt. Aber der ist trotzdem immer wieder gekommen, hat stets den Weg zum Tor gesucht. Das war ganz anders als wir es vor Kurzem gegen den HSV erlebt haben, der minutenlange Angriffe gefahren ist, ohne erkennbaren Weg zum Tor. Ich freue mich sehr über die Leistung meiner Mannschaft und muss ihr ein großes Kompliment machen. Dennoch müssen wir uns noch weiter steigern.

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