Neue Squash-Hoffnung für Nordhessen: Pakistanischer Asylbewerber wird Hessenmeister



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161737PRegion Kassel. Ein 17jähriger Asylbewerber aus Pakistan, der in Oberweser wohnt, wird zur neuen Squash-Hoffnung für Nordhessen: Liaquat Ali hat am 30. April souverän die Hessischen Meisterschaften im Squash-Einzel in der Altersklasse U 19 in Darmstadt gewonnen. „Wir haben uns dafür eingesetzt, dass Liaquat mit einer Wildcard in Darmstadt starten konnte und er hat alle seine fünf Spiele ohne Satzverlust gewonnen“, berichtet Holger Brandl, Trainer und Vorstandsmitglied des Town Squash Club Kassel e.V.

Zum sportlichen Siegeszug des jungen Pakistani war es eher zufällig gekommen. „Liaquat hat mich im Januar gefragt, ob er nicht Squash spielen könne – und ich wusste damals nicht, dass er ein geübter Spieler ist“, berichtet Bernd-Rüdiger Beckenbauer aus Oberweser, der amtliche Vormund von Ali. Bereits beim ersten Training im Court war dann aber klar, dass Ali bereits intensive Squasherfahrungen hatte. „Pakistan gehört zu den großen Squash-Nationen – Jahre lang haben Spieler aus Pakistan die Weltrangliste dominiert“, informiert Brandl. Er habe auch sofort feststellen können, dass Ali „das Zeug dazu hat, sich zu  einem sehr guten Spieler zu entwickeln“.

Bei einem deutschlandweiten Jugend-Ranglistenturnier im Februar in Krefeld wurde Ali auf Anhieb Vierter und besiegte dabei eine Reihe von hoch eingeschätzten deutschen Jugendspielern. Da ist es nicht verwunderlich, dass er mittlerweile auch in den hessischen Squash-Kader aufgenommen wurde.

Liaquat Ali ist seit November 2014 in Deutschland und wird seit Januar 2015 in Oberweser vom Landkreis Kassel betreut. „Wir haben uns schnell kennengelernt und mittlerweile sind wir gute Freunde“, freut sich Vormund Beckenbauer über den guten Draht zu seinem Schützling.

Aktuell trainiert Ali zwei Mal die Woche in Kassel – er besucht außerdem einen schulischen Integrationskurs an der Willy-Brandt-Schule in Kassel-Oberzwehren. „Ich möchte gern hierbleiben und Automechaniker lernen“, wünscht sich Ali, für den es außer Squash kein anderes Hobby gibt.

„Neben der engagierten Betreuung durch ehrenamtliche Unterstützer ist gerade der Sport eine hervorragende Möglichkeit, Integration von Asylbewerbern zu ermöglichen“, ist sich Vizelandrätin Susanne Selbert sicher. Liaquat Ali sei daher auch ein sehr gutes Vorbild für andere Asylbewerber, die ihre sportlichen Fähigkeiten in Deutschland weiter entwickeln wollen. „Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass sich mit einer Einbindung in einen Sportverein der Erwerb der deutschen Sprache verbessert und dass so auch die schulischen Leistungen besser werden oder der Weg in den Arbeitsmarkt erleichtert wird“, ergänzt Wolfgang Engelmohr, Koordinator für die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit beim Landkreis Kassel.

 

PM Stadt Kassel

(CB)



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