Erstes Markenzeichen für gute Schulverpflegung



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Wissenschaftliches Zentrum an der Hochschule Fulda hat Zertifizierungsverfahren für Lebensmittelzubereitungen entwickelt

Quellenangabe: „obs/Hochschule Fulda/Grafik: Reinhilde Binsteiner“

Fulda (ots) – Welche gekühlten oder tiefgefrorenen Lebensmittelprodukte sich für eine gute Schulverpflegung eignen, soll künftig anhand des Markenzeichens „whatsEAT – Gute Schul-Catering-Produkte“ schnell zu erkennen sein. Das Wissenschaftliche Zentrum für Catering, Management und Kulinaristik (ZCMK) an der Hochschule Fulda hat dieses erste Label für gute Schul-Catering-Produkte entwickelt. Es zeichnet Lebensmittelprodukte aus, die einen für Kinder und Jugendliche günstigen Energie- und Nährstoffgehalt aufweisen, in Großküchen leicht zu verarbeiten sind und bei den Schülerinnen und Schülern gut ankommen. Getestet werden einzelne Komponenten wie frische Obstsalate, die entweder miteinander kombiniert werden oder frische Produkte ergänzen können, aber auch komplette Menüs, wie zum Beispiel Gemüselasagne oder Quinoa-Gemüse-Pfanne mit Süßkartoffeln und Ananas.

Das Markenzeichen basiert auf den Erkenntnissen mehrjähriger Forschungsarbeit des ZCMK zur Schulverpflegung und soll Mensabetreibern und Schul-Caterern die Auswahl aus der Fülle an Convenience-Produkten erleichtern. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler planen, einen Baukasten mit kompletten Menüs und Komponenten zu entwickeln, aus denen ein mehrwöchiger Speiseplan zusammengesetzt werden kann.

Den Geschmack der Kinder und Jugendlichen treffen

Da es nicht in jeder Schule möglich ist, eine Frischküche anzubieten, greifen Mensabetreiber und Caterer auf vorbereitete Lebensmittel zurück. „Für die Gemeinschaftsverpflegung gibt es eine breite Palette hochwertiger Lebensmittelzubereitungen, doch nicht alles trifft den Geschmack von Kindern und Jugendlichen“, weiß Prof. Dr. Stephanie Hagspihl, Leiterin des ZCMK. „Damit ein Gericht angenommen wird, muss es der Zielgruppe schmecken. Wir wollen Caterer und Mensabetreiber künftig dabei unterstützen, die richtige Wahl zu treffen.“

Aufgrund der steigenden Zahl an Ganztagsschulen und zahlreicher Unterrichts- und Betreuungsangebote am Nachmittag nehmen immer mehr Schülerinnen und Schüler ihr Mittagessen in der Schule ein. „Vor diesem Hintergrund wird es zunehmend wichtiger, eine qualitativ hochwertige Gemeinschaftsverpflegung anzubieten“, betont die Wissenschaftlerin.

Zertifiziert werden Produkte, die ein dreistufiges Verfahren erfolgreich durchlaufen und sich für die Ernährung von Kindern und Jugendlichen und damit für die Schulverpflegung als besonders geeignet erweisen. Für drei Jahre können sie das Markenzeichen „whatsEAT – Gute Schul-Catering-Produkte“ tragen.

Dreistufiges Zertifizierungsverfahren

Bewertet werden im ersten Schritt die Produktmerkmale: Wie sieht der Energie- und Nährstoffgehalt aus? Welche Lebensmittelzusatzstoffe sind enthalten? Wie steht es um die Genussqualität? Die Ergebnisse dieser Prüfungen fließen zu 38 Prozent in die Endnote ein. In der zweiten Bewertungsstufe untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie schnell und einfach sich das Produkt in der Gemeinschaftsverpflegung verarbeiten lässt. So prüfen sie anhand der Regenerationsempfehlungen etwa Handhabbarkeit, Temperatur, Portionsgrößen, Haltbarkeit und Hygiene. Zwölf Prozent des Gesamtergebnisses macht das aus. Und im dritten Schritt schließlich testen rund 100 Schülerinnen und Schüler das Produkt aus geschmacklicher Sicht in ihrer Schulmensa. Das Ergebnis dieses Akzeptanztests fließt zu 50 Prozent in die Gesamtbewertung ein.

20 Produkte verschiedener Hersteller haben das Zertifizierungsverfahren bereits durchlaufen. Für das kommende Semester ist der nächste Testzyklus mit weiteren zehn Produkten vorgesehen. „Die Hersteller reichen ihre Produkte zur Bewertung ein“, erläutert Prof. Dr. Stephanie Hagspihl das Verfahren. „Das Markenzeichen ist für sie Anreiz, sich dieser Zertifizierung zu unterziehen.“

Überblick und Wissen in einem Portal

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des ZCMK wollen das Portfolio an zertifizierten Produkten laufend erweitern und so mit der Zeit ein breites Angebot aufbauen, aus dem Caterer und Mensabetreiber auswählen können. Bis Ende dieses Jahres soll ein Portal entstehen, das alle zertifizierten Produkte präsentiert. Auch die Kriterien, nach denen geprüft wird, werden hier im Detail einsehbar sein.

„Es geht uns darum, ein Höchstmaß an Transparenz zu bieten und so Vertrauen bei Eltern und Lehrkräften zu schaffen, aber auch darum, Wissen zu vermitteln“, erläutert Prof. Dr. Stephanie Hagspihl. Und so soll das Portal auch der Ernährungsbildung dienen: „Wir wollen Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer auch über eine gesunde Ernährung aufklären.“ Angedacht sind dafür Aktionstage und studentische Projekte in den Schulen.

Die Liste zertifizierter Produkte ist beim ZCMK erhältlich unter der E-Mailadresse: Tamara.L.Pollak@oe.hs-fulda.de.

PM: Hochschule Fulda (JH)



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