Spurensuche bei den Wutbürgern



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Deutsche Polizisten an der GrenzeDeutsche Polizisten an Europas Grenzen – Zweiteilige ZDF.reportage / Zudem: Spurensuche bei den Wutbürgern

Im Einsatz entlang der Balkanroute und auf Seestreife in der Ägäis: Deutsche Polizisten sind derzeit dort in Sachen Grenzsicherung unterwegs. Wie sie an den Hotspots der Flüchtlingskrise agieren, zeigt am 1. und 8. Mai 2016, 18.00 Uhr eine zweiteilige „ZDF.reportage“, die Bundespolizisten auf deren „europäischer Mission“ begleitet. Und anschließend, am Sonntag, 15. Mai 2016, 18.00 Uhr, begibt sich die „ZDF.reportage“ auf „Spurensuche bei den Wutbürgern“.

Laut, rechts, sächsisch – Eine Spurensuche bei den Wutbürgern

Deutschland 2016: Noch vor wenigen Monaten ein Land der Willkommenskultur, wird inzwischen immer öfter Wut und Hass gegenüber Flüchtlingen laut.

Clausnitz, Bautzen, Heidenau – es ließen sich noch viel mehr Orte aufzählen, in denen Flüchtlinge alles andere als willkommen geheißen wurden. Straßenblockaden, Brandstiftungen oder fremdenfeindliche Ausschreitung: Zu viele Menschen standen dabei, schauten zu. Besonders in Sachsen scheinen die Täter eine schweigende Mehrheit hinter sich zu fühlen.

Fakten, die mehr als nachdenklich machen: Eine Opferberatungsstelle in Sachsen zählte im Jahr 2015 für das Bundesland insgesamt 477 rechtsmotivierte und rassistische Angriffe. Die Tendenz: steigend. Auch die Zahl rechter Gewaltstraftaten hat im vergangenen Jahr um 86 Prozent zugenommen. Die meisten Vorfälle gab es in Dresden und in Leipzig sowie in den Landkreisen Leipzig und Sächsische Schweiz/Osterzgebirge.

Bleibt die Frage nach dem „Warum“. Das Bundesland gilt als Musterregion des „Aufbaus Ost“. Da sind das wiedererstandene Dresden, das weltoffene Leipzig, die lieblichen Landschaften des Elbtals und der rustikale Charme des Erzgebirges. Da sind Industrieansiedlungen in Hightech-Branchen ebenso wie Lifestyle und Kultur auf Weltniveau. Warum also ist Rechtsextremismus gerade in Sachsen auf dem Vormarsch?

Rechtsextreme Kräfte haben sich dort mancherorts gut etabliert. Neonazi-Kultur und Intoleranz gehören in Teilen Sachsens zum Alltag. In manchen Gemeinden scheinen die Grundrechte für Andersdenkende und erst recht für „anders Aussehende“ außer Kraft gesetzt. Polizei, Politik und Gesellschaft haben demokratiefreie Zonen zugelassen.

Die „ZDF.reportage“ blickt auf einige Orte des Freistaates, die offensichtlich ein rechtes Problem haben: auf Freital, wo sich einige Bürger für die Integration von Flüchtlingen engagieren – und deswegen Angst haben müssen. Auf Bautzen, wo 100 Flüchtlinge in eben das Gebäude einziehen sollen, das durch einen Brandanschlag kürzlich schwer beschädigt wurde. Auf Heidenau, wo der Bürgermeister nach den Ausschreitungen versucht, ein friedliches Zusammenleben in seiner Stadt wieder möglich zu machen. Standhaft bleiben und Rechtsbrüche weiter konsequent verfolgen – das einzige Rezept gegen Intoleranz.

Die „ZDF.reportage“ ist unterwegs in einem Bundesland, das um seinen guten Ruf kämpfen muss.

(CB)



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