100 Prozent positive Entwicklung bei EAM

Heinrich Vesper, Klaus Wagner, Georg von Meibom und Jörg Müller organisieren die Mitbestimmung der Anteilseigner aus dem Schwalm-Eder-Kreis (Foto: Rainer Sander)

Heinrich Vesper, Klaus Wagner, Georg von Meibom und Jörg Müller organisieren die Mitbestimmung der Anteilseigner aus dem Schwalm-Eder-Kreis (Foto: Rainer Sander)

Energiebeirat Schwalm-Eder: Klaus Wagner führt Gremium an

Kassel | Frielendorf. Mit der Rekommunalisierung des Energieversorgers EAM – Energie aus der Mitte, sind die Landkreise, sowie ein großer Teil der Städte und Gemeinden in Nordhessen, in den zurückliegenden zweieinhalb Jahren Anteilseigner der EAM-Gruppe geworden. Im vergangenen Jahr hat das junge Unternehmen 152 Millionen Euro investiert und ist verantwortlich für 44.410 Kilometer Stromnetz, 11.528 Kilometer Straßenbeleuchtung, 5.019 Kilometer Gasnetz sowie den Anschluss von 40.565 EEG-Anlagen, die regenerativ Strom durch Photovoltaik, Windenergie oder Biomasse erzeugen.

7.701 GWh (Gigawattstunden) ist der aktuelle Netzabsatz bei Strom, 7.184 GWh bei Gas. Wirtschaftlich steht die EAM von Beginn an auf solidem Fundament. 44 Millionen Euro Überschuss wurden im Jahr 2015 bei 924 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. „Geld“, so Geschäftsführer Georg von Meibom am Dienstag bei einer Sitzung des Energiebeirates Schwalm-Eder in der Frielendorfer SilberseeAlm, „das in der Region bleibt“. Es wandert also nicht ab. So wirbt der regionale Konzern gerne mit dem Slogan „100 Prozent hier“.

Netzauslastung, Telekommunikation und Vertrieb

Ein wenig hadern Georg von Meibom und die EAM mit Botschaften aus Berlin, nach denen – im Zuge der Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) – der Windenergieausbau im norddeutschen Netz, zu dem auch Hessen gehört, gedrosselt werden könnte. Dabei habe das hessische Netz durchaus noch Kapazitäten.

Mit der Beteiligung an der Netcom Kassel GmbH ist der Einstieg in den Telekommunikationsmarkt gelungen. Der Weg zum Hauptversorger der Region ist für die EAM indes noch lang. Ende des Monats werden es 40.000 Kunden sein. Der Wechselwille ist in Nordhessen noch nicht so stark ausgeprägt, wie erhofft.

15 Bürgermeister und Landrat Winfried Becker in der SilberseeAlm (Foto: Rainer Sander)

15 Bürgermeister und Landrat Winfried Becker in der SilberseeAlm (Foto: Rainer Sander)

16 Bürgermeister gleichzeitig

So viele Bürgermeister kommen sonst nur bei ihren Dienstversammlungen zusammen. Dem Energiebeirat der Energienetz Mitte gehören 16 Bürgermeister aus der Region sowie – stellvertretend für den Gasversorgungszweckverband – Landrat Winfried Becker (Schwalm-Eder-Kreis) an. Für sie gab es Informationen aus dem Geschäftsbericht und ein Impulsreferat von Björn Groß (Energiesysteme Groß), der riet, das Thema ganzheitlich zu betrachten. Bisher, so Groß sind nur 10 Prozent der Dachflächen belegt, aber Photovoltaik lohne sich mehr als bisher, auch vor dem Hintergrund aufblühender E-Mobilität und Smart Home Technik. Weil jetzt die Speicher kommen, bringt die Kombination den Erfolg. Allerdings müssen Stromspeicher auch intelligent sein.

Zuschüsse für Speicher

Die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau – KfW – zahlt Zuschüsse zur Speicherinstallation, wenn dadurch die Einspeisung gedrosselt wird. Lithium-Ionen Speicher reduzieren aktuell deutlich die Kosten. Interessant waren Botschaften, dass die PV-Anlagen nicht mehr südausgerichtet, sondern ost-west ausgerichtet werden. Das ist Voraussetzung für eine längere Selbstausnutzung und eine Reduzierung der Mittagsspitzen. Kommunen finden vielfältige Möglichkeiten zur Nutzung von Ressourcen im eigenen Bestand:

Ehemalige Deponien
Konversionsflächen aus militärischer oder wirtschaftlicher Nutzung
Ungenutzte Gewebegebiete
Flächen über 110 Meter vom Autobahnrand entfernt

Seit Dienstag wird das Gremium angeführt von Klaus Wagner (Oberaula | CDU) sowie den Stellvertretern Heinrich Vesper (Willingshausen | FDP) und Jörg Müller (Knüllwald | SPD). (rs)

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