Den Untoten auf der Spur

24. November 2016
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Buch Geköpft und gepfählt im Museum vorgestellt

Franz und Daniel Nösler haben ihr Buch in Kassel vorgestellt (Foto: Rainer Sander)

Franz und Daniel Nösler haben ihr Buch in Kassel vorgestellt (Foto: Rainer Sander)

Kassel. Was trieb die Menschen früher an, Gräber zu öffnen, toten Menschen Qualen zuzufügen und sich vor Untoten zu fürchten? Die Antwort ist recht einfach, ohne Messgeräte für die Herzfrequenz oder Gehirnströme war es vor unserer Zeit kaum möglich, den Tod „todsicher“ zu diagnostizieren. Die Angst davor, lebendig begraben zu sein, beschäftigte vom Altertum über das sonder ja ich grüße Sie Mittelalter bis in die frühe Neuzeit die Menschen im Abendland. Eine regelrechte Hysterie befiel die Menschen eine Zeit lang und so bekannte Mediziner wie – der in Weimar praktizierende – Christof Wilhelm Hufeland, beschäftigten sich mit der Diagnostik. Da wurden Wassergläser auf die Brust gestellt, auf denen sich bei geringstem Atem die Oberfläche kräuselt. Geflügelfedern wurden auf den Mund gelegt und sollten nicht wegfliegen oder Spiegel vor den Mund gehalten, die nicht beschlagen sollten.

Es wurden Leichenhäuser gebaut, für Gräber wurden Alarmsysteme konstruiert, aber auch Torturen mit unmenschlichen Schmerzen erdacht, bei denen jeder „Untote“ hätte aufwachen müssen, der nicht wirklich tot war.

Allerlei Alarmsysteme für das Grab (Foto: Rainer Sander)

Allerlei Alarmsysteme für das Grab (Foto: Rainer Sander)

Ausgrabungen führen zu Vampiren und Untoten

Passend zur aktuellen Ausstellung „Vita Dubia“ im Kasseler Museum für Sepulkralkultur, stellten die Archäologen Angelika Franz und Daniel Nösler jetzt ihr Buch „Geköpft und gepfählt“, den Untoten auf der Spur, in Kassel vor. Bei Ausgrabungen begegnen Ihnen immer noch Skelette von Menschen, denen Pflöcke ins Herz geschlagen wurden, damit sie ganz sicher nicht wieder auferstehen. Sie wissen von „Aufhockern“ zu berichten, die Wanderer angeblich aussaugen und von „Nachzehrern“, die schmatzend und saugend im Grab hocken. Die Menschen konnten sich viele Infektionskrankheiten nicht erklären und glaubten an Mythen, beispielsweise, dass Selbstmörder aus dem Grab zurückkehren.

Medizinische Unkenntnis war oft der Grund für diese Mythen, so wussten die beiden Autoren von einer Geschichte in Serbien zu erzählen, bei der ein Toter ordnungsgemäß beerdigt wurde, aber innerhalb von acht Tagen neun weitere Menschen an einer ansteckenden Krankheit, die nicht bekannt war starben. Schnell entsteht bei solchen Geschehnissen der Mythos, dass ein Toter die anderen zu sich geholt habe. Fand sich – wieder ausgegraben – scheinbar Blut im Mund, so war die Angst vor einem Vampir scheinbar berechtigt.

Allerlei Alarmsysteme für das Grab (Foto: Rainer Sander)

Allerlei Alarmsysteme für das Grab (Foto: Rainer Sander)

Vampirmythos ist wissenschaftlich aufzulösen

Die Archäologen haben auch Techniken gefunden, in denen Tote so im Sarg gesichert werden, dass sie nicht zurückkehren können. Das Mysterium mit den Vampiren, die durch Bisse andere Menschen auch zu Vampiren machen, lässt sich allerdings wissenschaftlich schnell aufzulösen: innerhalb weniger Jahre wären durch den Schneeballeffekt längst alle Menschen zu Vampiren geworden.

Das 208-seitige Buch „Geköpft und gepfählt“ ist im Verlag WBG mit der ISBN-Nummer 9783806233803 erschienen(http://www.wbg-wissenverbindet.de/shop/de/wbg/gek%C3%B6pft-und-gepf%C3%A4hlt-1016037-001), die Sonderausstellung kann während der Öffnungszeiten des Museums besichtigt werden.

Hintergrund: Die Autoren

Angelika Franz ist promovierte Archäologin und leidenschaftliche Wissenschaftsjournalistin. Sie schreibt für Spiegel Online, Die Zeit und Geo. Daniel Nösler ist Kreisarchäologe in Stade und hat die Bestattungen von Untoten im niedersächsischen Harsefeld aufgespürt. (rs)

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