Die Drusel fließt wieder auf dem Golfplatz Kassel-Wilhelmshöhe

(Golf Club Kassel-Wilhelmshöhe e.V.): Die Drusel fließt wieder über den Platz, aber eine geeignete Uferbefestigung fehlt noch.

Umweltlotterie sichert jetzt den Lauf

Wiesbaden, 02.07.2018. Golf und Naturschutz scheinen auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam zu haben, doch nicht so auf dem Golf Club Kassel-Wilhelmshöhe e.V. Dort sind die Spielbahnen in die natürliche Landschaft eingebunden und ihre Seitenränder werden nur selten gemäht. Sie dienen stattdessen den Insekten und Vögeln ganz bewusst als Futter-, Schutz- und Brutplatz. Jetzt geht der Club mit dem Projekt der Renaturierung der Drusel noch ein Stück weiter: Die Drusel fließt seit Frühjahr 2018 wieder in ihrem angestammten Bett und wird jetzt durch die Anlage einer natürlichen  Bepflanzung und geeigneter Steine vor Auswaschung gesichert. Möglich macht diese Arbeiten ein Lottogewinn der Umweltlotterie GENAU.

In den 50er Jahren nahm man es mit dem Naturschutz nicht so genau. Vielerorts mussten Bäche und naturnahe Flächen ohne Zögern Bauprojekten weichen. So auch auf dem Golf Club Kassel-Wilhelmshöhe. Im Rahmen der Anlage des Golfplatzes im Jahr 1958 wurde die Drusel in ein unterirdisches Kanalsystem unter den Platz verlegt; sie störte zwei Spielbahnen. Nun hat der Club sie im Rahmen einer Renaturierung wieder freigelegt und ihren natürlichen Lauf auf dem Golfplatz wiederhergestellt, was  gleichzeitig den Schwierigkeitsgrad der Bahn erhöht. Damit dieses kostenintensive Projekt „Flussverlegung“ in ihr natürliches Bett fachgerecht abgeschlossen und der Lebensraum in seinem renaturierten Zustand gesichert werden kann, soll zuletzt der Uferbereich mit geeigneten Blüh- und Grünpflanzen sowie Steinen bepflanzt und befestigt werden. Derzeit sichert das Ufer übergangsweise eine einjährige Bepflanzung. Für die Neuanlage der Uferbefestigung kommt ein Lottogewinn zum Einsatz, der Zusatzgewinn der Umweltlotterie GENAU in Höhe von 5.000 Euro. Den hatte der Club am 8. Juni erzielt, die Wochengewinner dieser Ziehung hatten sich für das Projekt des Golfclubs entschieden. „Durch die Freilegung der Drusel können wir bereits neuen Lebensraum für Pflanzen und Tiere erzielen. Der Gewinn versetzt uns in die Lage, eine geeignete, dauerhafte Staudenbepflanzung am Ufer anzulegen. Sie wird vor Erosion schützen und uns auch bei Starkregen die Sicherheit geben, dass die Drusel nur in ihrem Bachbett fließt und nicht die renaturierten Flächen wieder zerstört“, erklärt Andrea Klug, Projektleiterin und Geschäftsführerin Golf Club Kassel-Wilhelmshöhe e.V. Sie hatte das Druselprojekt im Januar 2017 für den Zusatzgewinn angemeldet.

Das Projekt ergänzt den bereits eingeschlagenen Weg, Flora und Fauna auf dem Platz zu beleben. Dazu hat sich der Verein vor sechs Jahren dem Zertifizierungsprogramm des Deutschen Golfverbandes angeschlossen, der Richtlinien zur Verbesserung und Erhaltung des Ökosystems auf Golfanlagen zur Verfügung stellt. Im Rahmen dieses Programms wurden bereits Bienenvölker angesiedelt, Streuobstwiesen gepflanzt und Feucht-Biotope geschaffen. Auch die Seitenränder der Spielbahnen werden als natürliche Schutz- und Brutzone für Insekten und Vögel nur selten gemäht. Pflanzenschutzmittel, die in der Landwirtschaft noch erlaubt sind, sind auf dem Platz in Kassel-Wilhelmshöhe schon seit Jahren tabu.

PM: LOTTO Hessen GmbH (HJ)

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