Früchteregen im Wald

6. Oktober 2016
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Prasseln jetzt zu Millionen auf den Waldboden: Die Bucheckern werden in den kommenden Jahren keimen oder dienen den Waldtieren als Energiesnack. Foto: M. Stadtfeld

Prasseln jetzt zu Millionen auf den Waldboden: Die Bucheckern werden in den kommenden Jahren keimen oder dienen den Waldtieren als Energiesnack. Foto: M. Stadtfeld

HessenForst sammelt Saatgut ausgewählter Bäume

Die hessischen Bäume tragen in diesem Jahr besonders viele Früchte. Aktuell prasseln Millionen Bucheckern zu Boden. In ausgewählten Waldbeständen fängt HessenForst die Samen mit Netzen auf, um das Saatgut zu sichern. Für die Försterinnen und Förster sind die wertvollen Samen der Grundstein für die nächste Waldgeneration.

„Alle Waldbäume haben in diesem Frühjahr gut geblüht, besonders die Buche“, berichtet Lothar Volk, Saatgutexperte von HessenForst. Er ist in ganz Hessen unterwegs und prüft die Ernteaussichten der Saatgutbestände. „Nach der üppigen Blüte war die gute Wasserversorgung in diesem Sommer optimal für das Ausbilden der Samen. Die Bäume konnten in dieser Zeit ihre Energie in Samen und Zapfen stecken, wir haben bei fast allen Baumarten ein echtes Mastjahr“, berichtet Volk weiter. Die Trockenheit der letzten Wochen hat die Samenentwicklung kaum noch beeinflusst.

Waldpflege für eine stabile Zukunft

Über Jahrzehnte haben Försterinnen und Förster untersucht, welche Baumart wo besonders stabil und gut wächst. „Es gibt innerhalb jeder Baumart genetische Unterschiede. Die besten Waldbestände haben wir als Saatgutbestände registriert“, erläutert Volk. Sie seien sehr gut an die jeweiligen Standorte angepasst und besonders stabil.

In diesem Jahr stecken die Bäume wieder alle Energie in die Fruchtbildung. „Das Holzwachstum verlangsamt sich, einigen wird man noch jahrelang diesen Kraftakt anmerken. Doch für das Ökosystem Wald ist es ein Segen“, schildert HessenForst-Chef Michael Gerst die Situation. Aktuell werden Netze unter den Bäumen ausgelegt, um Bucheckern aufzufangen. Auf der Fläche eines Fußballfeldes können es bis zu einer Million Samen sein.

Natürlich wird immer nur ein Bruchteil davon eingesammelt. „Die meisten keimen im nächsten oder übernächsten Frühjahr vor Ort in der Natur und bilden eine neue Baumgeneration. Wir sorgen dann mit unserer Waldpflege dafür, dass die zierlichen Bäumchen ausreichend Licht und Nährstoffe bekommen. Nur so können sie zu einem stabilen und gemischten Wald heranwachsen“, erläutert Gerst das Vorgehen.

Samen – ein Segen für die Natur

Aber nicht nur die Försterinnen und Förster freuen sich über die Samen, auch viele Tierarten finden in diesem Herbst einen reich gedeckten Tisch. Vögel, Rehe und Wildschweine, Mäuse, Eichhörnchen oder Eichelhäher fressen gern Bucheckern. Mit 40 Prozent Fettgehalt eine willkommene Stärkung vor dem kalten Winter. Während ein Buchfink nach 14 Bucheckern pro Tag satt auf einem Ast schlummert, vertilgt ein Eichhörnchen im Herbst über 200 pro Tag und versteckt ebenso viele als Wintervorrat im Waldboden.

In Notzeiten waren Bucheckern auch bei Menschen in aller Munde. Das ausgepresste Öl nutzte man beim Kochen oder Braten. Sie wurden geröstet und gemahlen sogar als Mehl oder Kaffeeersatz verzehrt.

Klimawandel erhöht den Takt

In den letzten 20 Jahren, so zeigen die Untersuchungen der Förster, haben die Mastjahre zugenommen. „Die Abstände sind kürzer geworden“, stellt Volk fest. „Bis Ende der 1980’er Jahre konnten wir noch alle 5 bis 8 Jahre mit üppiger Samenbildung rechnen, jetzt leisten die Bäume diesen Kraftakt schon alle 2 bis 3 Jahre.“ Die Gründe dafür werden von den Waldexperten noch erforscht. Wahrscheinlich sind die Häufung warmer Jahre mit erhöhter Sonneneinstrahlung aufgrund der Klimaerwärmung sowie die erhöhte Stickstoffversorgung der Bäume ausschlaggebend.

„Für unser Ziel der artenreichen Waldverjüngung ist das natürlich zunächst positiv“, sagt Gerst. „Doch das verkürzt auch den Erholungszeitraum für die Altbäume. Es kann sein, dass sie dadurch langfristig geschwächt und anfällig für Krankheiten werden. Unsere Wissenschaftler beobachten auch dieses Phänomen deshalb genau. Den Gesundheitszustand der Bäume erfassen wir jährlich, denn wir wollen stabile Wälder erhalten.“

Quelle: HessenForst, Landesbetriebsleitung (JH)



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