Für den klimarobusten Wald: Flächeneigentümer und Jäger im Gebiet Naumburg einigen sich auf Wild-Management

Fotograf: KH.,Jacob

In Nordhessen haben sich erstmals Jäger und Waldbesitzer eines Gebiets auf ein gemeinsames Vorgehen für einen klimarobusten Umbau des Waldes geeinigt. Das Maßnahmen-Paket ist für die Naumburger Waldflächen in den von der Jagdgenossenschaft Naumburg verpachteten Revieren aufgestellt, hat aber eine gewisse überregionale Vorbildfunktion. Zustande gekommen ist es durch ein Projekt der Universität Kassel und Hessen Forst. 

Jäger und Waldbesitzer können miteinander, wenn es um die Klimaanpassung der Mittelgebirgswälder geht – das ist die Botschaft eines neuen Wildmanagement-Pakets, das Förster, Jäger, Vertreter des kommunalen Waldbesitzers und der Jagdgenossenschaft jetzt in Naumburg/Nordhessen geschnürt haben. Es muss nun noch von den kommunalen Entscheidungsträgern beschlossen werden.

Es geht dabei um eine Reihe von Maßnahmen, mit denen die Jäger eine zukunftsgerichtete Entwicklung des Waldes unterstützen wollen; dazu zählen beispielsweise die Einführung neuer Wildruhezonen, die Festlegung von Jagd-Schwerpunkten oder der Verzicht auf die Nachtjagd auf Schwarzwild in bestimmten Bereichen. Das soll es den kommunalen Waldbesitzern erleichtern, eine größere Vielfalt von Baumarten anzupflanzen, Bestände zu verjüngen oder andere Schritte zu gehen, um den Wald auf kommende Klimaänderungen vorzubereiten.

Das Projekt „Klimwald – Erfolgreiche Klimaanpassung im Kommunalwald“ hat seit Anfang 2015  Maßnahmen entwickelt, um Mittelgebirgswälder robuster gegen die Folgen des Klimawandels zu machen. Es wurde vom Bundesumweltministerium gefördert und hat als Pilotprojekt Vorbildcharakter auch für andere Regionen Deutschlands. Die Koordination hatte die Universität Kassel. Die jetzt erzielten Ergebnisse bilden den Abschluss des Projekts und werden am Donnerstag, 2. November, in Naumburg öffentlich präsentiert (17 Uhr, Haus des Gastes, Hattenhäuser Weg 10 – 12).

„Das Maßnahmen-Paket zeigt, dass Waldbesitzer und Jäger an einem Strang ziehen können, wenn es gilt, den Wald fit zu machen für den Klimawandel“, stellt Dr. Christian Henschke fest, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums für Klimaschutz und Klimaanpassung CliMA der Universität Kassel; er koordinierte das Projekt. „Es gab in Naumburg kontroverse, aber immer konstruktive Diskussionen, die sich an der Sache orientierten. Denn nur ein robuster und gesunder Wald nutzt letztlich auch den Jägern, umgekehrt stabilisiert eine sinnvolle jagdliche Nutzung den Wald. Die Einigung zeigt, dass die nötige Klimaanpassung der kommenden Jahre Impulse geben kann, Interessen-Gegensätze zwischen Waldbesitzern und Waldnutzern zu überwinden.“

Die Einigung betrifft nur die verpachteten Waldflächen der Stadt Naumburg im Zuständigkeitsbereich der Niederwildhegegemeinschaft Naumburg. Beteiligt waren die Städte Naumburg und Wolfhagen, die Jagdpächter des Gebiets, die Hegegemeinschaften Naumburg und Wolfhagen, die Jagdgenossenschaft Naumburg, der Verband der Jagdgenossenschaften und privaten Eigenjagdbesitzer im Landkreis Kassel, der Forstamtsleiter Wolfhagen und die zuständigen Revierförster, die Untere Jagdbehörde, der Landesbetrieb Hessen Forst sowie das Fachgebiet Landschafts‐ und Vegetationsökologie der Universität Kassel. Andere Jagdgemeinschaften, die ursprünglich an Klimwald beteiligt gewesen waren, hatten sich hingegen im Sommer 2016 aus dem Projekt zurückgezogen. Der Maßnahmen-Katalog wird nun der Stadt Naumburg  und der Jagdgenossenschaft vorgelegt. Die am Arbeitsprozess beteiligten Partner wollen mit der Umsetzung der Maßnahmen zeitnah beginnen.

PM: Universität Kassel (HJ)

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