Kleinplanet Ceres in bisher bester Auflösung kartiert

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Der Asteroidenmission Dawn wird in den nächsten Wochen der Treibstoff zur Lageregelung ausgehen. Die Raumsonde wird zwar noch Jahrzehnte um Kleinplanet Ceres im Asteroidengürtel kreisen, allerdings wird es für die Forscher unmöglich sein, weiterhin Kontakt mit ihr zu halten. Zuvor Zuvor legt das Wissenschaftlerteam des deutschen Kamerasystems an Bord noch einmal eine deutlich verbesserte Kartierung des größten Objekts im Asteroidengürtel – animiert am Beispiel des größten Kraters Occator – vor. „Wir haben seit vergangenem Jahr durch einen elliptischen Orbit, der Dawn in der größten Annäherung bis hinunter auf 35 Kilometer an die Oberfläche heranbringt, Aufnahmen von bis zu drei Metern pro Bildpunkt erreichen können“, sagt Planetenforscher und Mitglied des Kamera-Teams der amerikanischen Dawn-Mission Prof. Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), wo die Bilddaten zum Höhenmodell verarbeitet wurden. „Damit haben wir nahezu zehnfach genauere Bilddaten erhalten, ein fantastischer Erfolg vor dem nahen Abschluss der Mission.“

Die bisher höchstaufgelösten Bilddaten mit 32 Metern pro Bildpunkt stammten aus der sogenannten Kartierungsphase in niedrigem Orbit (Low Altitude Mapping Orbit, LAMO) mit einer Flughöhe von 370 Kilometern. Seit Juli 2017 befindet sich Dawn nun in der erweiterten Missionsphase 2 (XM2), in der die Forscher die Raumsonde von einem kreisförmigen auf einen elliptischen Orbit lenkten. Dieser ermöglicht auf einer Seite der Bahn die extreme Annährung, die dort gerade noch der dreifachen Flughöhe eines irdischen Passagierjets entspricht. Möglich wird das durch die fehlende Atmosphäre auf Ceres. Die nun veröffentlichte Animation zeigt ein vorläufiges hochauflösendes Bildmosaik des gewaltigen Einschlagskraters Occator mit rund 5 Metern pro Pixel aus XM2-Daten im Vergleich mit den zuvor bereits gesammelten LAMO-Daten. Grundlage für das Video sind über 1000 Bilder der deutschen Kamera, mehr als 600 Stereokombinationen sowie 1,8 Milliarden berechnete Punkte auf der Oberfläche, aus denen die Forscher des Berliner DLR-Instituts für Planetenforschung ein dreidimensionales Höhenmodell erstellten.

Die NASA-Mission Dawn neigt sich dem Ende zu, nachdem sie mehr als zehn Jahre lang bahnbrechende Erkenntnisse für die Planetenforschung gebracht hat und dabei atemberaubende Bilder und atemberaubende Ingenieurskunst zeigte. Die Mission wurde bereits mehrmals verlängert und übertrifft damit die Erwartungen der Wissenschaftler bei der Erforschung der beiden Planetenkörper Ceres und Vesta, die 45 Prozent der Masse des Asteroidengürtels zwischen Mars und Jupiter ausmachen. Jetzt geht der Sonde der wichtige Treibstoff Hydrazin aus. Wenn das passiert, wird Dawn höchstwahrscheinlich zwischen September und Oktober 2018 seine Fähigkeit verlieren, mit der Erde zu kommunizieren und in einem stillen Orbit um Ceres ohne Kontakt verweilen.

Die Mission

Die Mission Dawn wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. JPL ist eine Abteilung des California Institute of Technology in Pasadena. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Teil der Mission verantwortlich. Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kameraprojekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und NASA/JPL unterstützt.

PM: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) (HJ)

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