Mauersegler sind wieder da



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logo_NABUBei Wärmedämmung an Häusern Lebensräume erhalten

Wetzlar – Die Mauersegler sind wieder in Hessen zurück. Die wendigen Flugakrobaten sind die letzten Zugvögel, die bis Anfang Mai aus ihren Überwinterungsgebieten in die hessischen Brutgebiete zurückkehren. Dann geht es schnell: Innerhalb von drei Monaten beziehen sie ein Zuhause auf Zeit, nisten und ziehen Jungvögel auf. „Mauersegler leben in unseren Siedlungen und sind auf Unterstützung angewiesen“, erklärt NABU-Landesvorsitzender Gerhard Eppler. Häuser, Kirchen und Türme seien ideale Ersatzlebensräume für die Felsbrüter. Deshalb sei es wichtig, in jedem Jahr die Bestände zu zählen, um ein genaues Bild über Veränderungen und mögliche Ursachen zu erhalten.

Als Kulturfolger lebt der Mauersegler in direkter Nachbarschaft des Menschen. Er nistet in hochgelegenen Nischen und Spalten von Häusern. Hohe Gebäude bevorzugt der Flugkünstler besonders, da er hier gut an- und abfliegen kann. Gerade an modernen und wärmegedämmten Gebäuden ist geeigneter Wohnraum jedoch Mangelware. Viele Nistmöglichkeiten gehen auch bei der Gebäudesanierung verloren. „Fassadensanierungen sind unzweifelhaft wichtig für den Klimaschutz. Aber in hermetisch abgedichteten Fassaden finden Mauersegler keine Nisthöhlen“, erläutert Eppler. Manchmal reichen einfache Handgriffe: So können etwa verschlossene Höhlungen der Hauswände wieder geöffnet werden. Falls das nicht möglich ist, kann man als Alternative künstliche Nisthilfen aufhängen.

„Wenn Mauersegler einziehen, sind sie sehr angenehme Mitbewohner“, berichtet Eppler. Die Vögel hinterlassen keine Spuren am Brutplatz. Denn um Feinde wie Marder nicht anzulocken, reinigen die Eltern das Nest regelmäßig und entsorgen die Ausscheidungen ihrer Küken an einem anderen Ort. „Es ist schön, dass die Mauersegler wieder gerade rechtzeitig zur ‚Stunde der Gartenvögel‘ zurückgekehrt sind. Im vergangenen Jahr sind sie in Hessen unter den Top Ten gelandet. Jetzt sind wir gespannt, wie viele Mauersegler in diesem Jahr beobachtet werden können“ Bei der NABU-Vogelzählung ‚Stunde der Gartenvögel‘ erheben jedes Jahr zehntausende Vogelfreundinnen und Vogelfreunde auch den Bestand der Mauersegler. Die große Mitmachaktion findet an diesem Wochenende statt (8. bis 10. Mai). Weitere Informationen: www.stunde-der-gartenvoegel.de

 

Hintergrund Mauersegler

Nur während der Brutphase und wenn sie ihren Nachwuchs füttern, haben Mauersegler festen Boden unter den Füßen. Die übrige Zeit verbringen sie in der Luft. Sie erledigen alles im Flug, egal ob Nahrungssuche, Wasseraufnahme, Balz oder Paarung. Sogar schlafen können sie in luftigen Höhen.

Mauersegler sind außerordentlich treue Gesellen. Schon einjährige Vögel suchen sich einen festen Partner und dazu eine Nisthöhle, zu der sie bis zu zehn Jahre lang immer wieder zurückkehren. Nach der Aufzucht der Jungen beginnt dann wieder die lange Reise in die Winterquartiere im südlichen Afrika. Auf ihrem Weg in den Süden überwinden die Langstreckenzieher zahlreiche natürliche Hindernisse wie weite Wüstengebiete und legen Distanzen von bis zu 10.000 Kilometern zurück. Zum Vergleich: Der Erdumfang am Äquator beträgt 40.000 Kilometer. Ohne Probleme fliegt der Mauersegler 180 Stundenkilometer und gehört damit zur Weltelite der Schnellflieger. Die nächsten Verwandten des Mauerseglers sind übrigens die Kolobris Südamerikas – keineswegs die Schwalben, denen er viel ähnlicher zu sein scheint. Der Körperbau mit den langen sichelförmigen Flügeln und dem kurzen gegabelten Schwanz ermöglicht mit nur wenigen flachen Flügelschlägen einen schnellen, wendigen Gleitflug.

Quelle NABU



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