Rückkehr des Weißstorchs

(c) heldmann-imagesNABU-Tagung zur Erfolgsgeschichte des Frühlingsbotens

Wetzlar/Stockstadt – Unter dem Titel „Der Weißstorch in Hessen – eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes?“ veranstalten der NABU Hessen, die Naturschutzakademie Hessen, die Staatliche Vogelschutzwarte und das Umweltbildungszentrum „Schatzkammer Kühkopf“ am 26. März eine große Storchentagung bei Stockstadt. Unter der Leitung des Storchenexperten Bernd Petri berichten fachkundige Vogelkundler über die Entwicklung von Meister Adebar in Hessen, stellen effektive Schutzmaßnahmen vor und zeigen produktive Wege für die Storchenzukunft auf. „Die Weißstorchtagung im Hessischen Ried richtet sich nicht nur an Experten, sondern an alle, die sich für den sympathischen Schreitvogel interessieren“, erklärt der Biologe Petri.

Deshalb steht die Praxis auch ganz im Mittelpunkt der Tagung. Die Themenpalette reicht von der Geschichte des Weißstorchs in Hessen über die Erforschung der Zugwege, die Storchensituation in der Wetterau und die Weißstorchberingung bis zum Leben einer Storchenbetreuerin im nordhessischen Wabern. Ein wichtiges Thema ist auch die fachliche Beurteilung der wachsenden Storchenbestände im Hessischen Ried, die in letzter Zeit für kontroverse Diskussionen sorgten. Am Nachmittag geht es dann auf eine Exkursion zu einer Weißstorchkolonie am Kühkopf. Die Teilnahme an der Weißstorchtagung ist kostenfrei. Anmeldungen nimmt die Naturschutzakademie Hessen unter Tel.: 06441-92480-0 oder per E-Mail an anmeldung@na-hessen.de unter dem Stichwort „N 039-2017 Weißstorch“ entgegen.

Hintergrund-Informationen

Vom südhessischen Auenland bei Lampertheim bis hoch hinauf in das waldreiche nordhessische Vaake im Reinhardswald klappert wieder der Weißstorch. Kaum jemand hätte noch Ende des vergangenen Jahrhunderts daran geglaubt, dass Hessen wieder zum Storchenland wird. Das Verschwinden des Klapperstorchs im letzten Jahrhundert hatte viele Gründe: Rasante Veränderungen der Landschaften, die Umstellung von Weideviehhaltung auf Stallviehhaltung, Entwässerungen, Flächenverluste durch Bebauung und Verluste durch Leitungsanflüge, Stromschläge und Gifteinsatz.

Mitte der Siebziger Jahre begann man zu retten, was noch zu retten war. Gerade im NABU engagierten sich die Menschen vor Ort für die Natur und ihre Heimat. An die Rückkehr der Störche glaubten allerdings nur wenige. Neben Renaturierungen von Auengebieten und der Ausweisung von Schutzgebieten gab es „Spinner“, die einfach Masten mit Kunstnestern in die Landschaft stellten, weil sie meinten, dass Störche, sollten sie jemals wieder kommen, diese Nistmöglichkeiten dringend bräuchten. Mit dem Anwachsen der sogenannten „westziehenden“ spanischen Storchenpopulation und verschiedenen Auswilderungs-Projekten im Elsass und der Schweiz wuchs der Storchenbestand. Vor zwanzig Jahren siedelten sich dann vereinzelt Störche in Südhessen an. Und jeder Gast bekam sofort größte Aufmerksamkeit und Fürsorge. Und vor allem: Die modernen Störche flogen auf die von Menschenhand errichteten Nester auf Masten. Seit diesen Tagen kümmern sich viele engagierte Naturschützer um deren Wohl.

Quelle: NABU (JH-cj)

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