Sie darf wieder wie sie will…



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Renaturierung2

Stark eingetieft ist das Flussbett (Foto: Rainer Sander)

Fulda-Altarm erhält Auenbereich zurück – Priska Hinz übergibt Förderbescheid
Baunatal. viel Geld haben wir einst in die Begradigung von Flussläufen und Bachbetten investiert, viel weiteres Geld in der Folge für die Beseitigung von Hochwasserschäden gezahlt und nun investieren wir erneut viel Geld für die Renaturierung: nämlich dafür, dass die Flüsse wieder so fließen dürfen, wie sie es über Jahrtausende getan haben, bevor wir der Meinung waren, dass sie geradeaus und in geordneten Kurvenradien zu fließen haben. In Baunatal beginnt für die Fulda jetzt die Zeit der Renaturierung. Sie darf sich dann wieder ausbreiten, fast zu viel, wie sie will. Ministerin Priska Hinz übergab jetzt den entsprechenden Förderbescheid in Baunatal.

Durch die Begradigung der Fulda im letzten Jahrhundert wurde der Fluss auf weiten Teilen in befestigte Ufer gezwängt. Dies hatte unter anderem zur Folge, dass sich die Fulda eingetieft hat, so liegt die Flusssohle teilweise vier bis fünf Meter unter dem Auenniveau und die natürliche Auendynamik ist durch diese Vertiefung des Gewässerbettes verloren gegangen. Die Stadt Baunatal hat sich nun zum Ziel gesetzt, einen Altarm in der Fuldaaue von Guntershausen zu renaturieren. Hessens Umweltministerin Priska Hinz kam nach Baunatal, um der Stadt einen Förderbescheid zur Renaturierungsmaßnahme zu überreichen. „Diese Maßnahme trägt dazu bei, dass die Natur ein Stück des Flusses zurück bekommt und die Fulda hier wieder eine fließgewässertypische Eigendynamik entwickeln kann“, erklärte Ministerin Hinz.

Renaturierung beginnt auf 700 Metern
Auf einem etwa 700 Meter langen Planungsabschnitt sollen naturnahe Gewässer-, Ufer- und Auenstrukturen entwickelt werden. Dazu wird die massive Ufer- und Sohlabsicherung entfernt. Ufergehölze sind in diesem Bereich nur lückenhaft vorhanden, sie bleiben auf Inseln im neuen breiten Fuldabett erhalten. Des Weiteren werden drei Flutmulden entstehen und es werden mehrere Mulden im Auebereich geschaffen, die keine direkte Anbindung an die Fulda haben, sondern von Grundwasser gespeist werden. „Diese auetypischen Stillgewässer sind wichtige Laichgebiete für Amphibien, hier sind besonders die Gelbbauchunke und die Kreuzkröte zu nennen“, machte die Umweltministerin deutlich. Der überreichte Bewilligungsbescheid gewährt für diese Maßnahmen eine Fördersumme von bis zu 284.800 Euro, insgesamt wird die Renaturierungsmaßnahme rund 438.600 Euro kosten, so dass die Stadt Baunatal eine Förderquote von 65 Prozent erhält.

Die Natur kehrt zurück (Foto: Rainer Sand

Die Natur kehrt zurück (Foto: Rainer Sand

Förderprogramm „Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz“
Die Fördersumme stammt aus dem Programm „Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz“. Die Renaturierungsmaßnahme der Fulda dient der Umsetzung des Wasserrahmenrichtlinien-Maßnahmenprogramms. Die Gewässerstruktur und die Gewässerökologie werden in diesem Teil der Fulda deutlich verbessert. „Dies ist ein wichtiger Schritt zum „guten ökologischen Zustand“, so wie ihn die europäische Wasserrahmenrichtlinie fordert“, so Priska Hinz. Die Maßnahme ist zudem mit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes abgestimmt, da die Fulda in diesem Bereich eine Bundeswasserstraße ist, jedoch vor allem von muskelbetrieben Sportbooten befahren wird. (rs/pm)



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