Wasser Wunder Wald

Einer der vielen wasserbeeinflussten Bereiche im hessischen Wald: der Erlenbruchwald (Foto: W. Hammes)

Trinkwasser aus dem hessischen Wald

Am 21. März ist Internationaler Tag der Wälder, am 22. März Weltwassertag. Beides passt perfekt zusammen, denn der Großteil des hessischen Waldes trägt zur Trinkwasserversorgung der Bürgerinnen und Bürger bei — und das auf ganz natürliche Weise. Stetig gepflegte Mischwälder spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Jeder Hesse benötigt täglich 124 Liter Wasser zum Trinken, zum Waschen, zum Spülen. Der Großteil des Trinkwassers, das in Hessen aus den Wasserhähnen fließt, ist vorher durch Waldboden gesickert. Dabei wird es von Schweb- und Schadstoffen auf natürliche Weise gereinigt. „Diese natürliche Reinigung funktioniert nur, weil unsere Böden geschützt und der Wald sorgsam gepflegt werden“, erläutert Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebs HessenForst, „das gezielte Mischen verschiedener Baumarten ist genauso wichtig, wie die Vermeidung von Freiflächen — wo immer möglich ernten wir das Holz einzelstammweise“.

Aufgrund seiner Lage und der langjährigen naturnahen Bewirtschaftung des Waldes liegen die meisten Trinkwasserschutzgebiete im Wald: Vom hessischen Staatswald sind 96 % betroffen. „Diese hohe Quote ist für uns Förster ein Prädikat, aber gleichzeitig auch eine Verpflichtung. Denn die Wälder sind unsere Versicherung, wenn es um Trinkwasserversorgung und -qualität geht“.

Beste Wasserqualitäten im Wald

Findet im hessischen Staatswald Wasserbiotope zur Nahrungssuche: der Schwarzstorch (Foto: Marek R. Swatzba, shutterstock.com)

Das sauberste Trinkwasser wird unter Wald gewonnen. Doch wie funktioniert diese natürliche Reinigung? Das Geheimnis liegt sowohl im Boden als auch in den Bäumen.

Wie ein Schwamm saugt der Waldboden das Wasser auf. Während es langsam durch mehrere Schichten nach unten sickert, filtert und reinigt der Boden das Wasser. Unabhängig vom Boden bietet gesunder, stabiler Mischwald ideale Bedingungen, um hochwertiges Trinkwasser zu gewinnen: Verschiedene Baumarten erschließen unterschiedliche Bodenschichten und führen durch ihre verschiedenartige Blatt- und Nadelstreu zu günstigen Humusformen. Forstleute bewirtschaften den Wald in Wasserschutzgebieten gezielt, um eine entsprechend günstige Zusammensetzung der Baumarten zu fördern.

Mehr als ein Getränk

Das Wasser im Wald bietet auch Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Um spezialisierte Arten zu fördern, pflegt HessenForst gezielt Wasserbiotope und vernetzt sie. Zahlreiche Amphibienarten wie die Gelbbauchunke oder der Teichfrosch sind auf Flachwassertümpel angewiesen. Echte Waldlibellen wie die gestreifte Quelljungfer brauchen unbelastetes Quellbachwasser. „Unser Ziel ist es, Quellbereiche frei zu halten und Tümpel zu pflegen, die als Lebensraum und Nahrungshabitate dienen,“ erklärt Gerst, „es ist schön zu sehen, wenn die Tiere diese Biotope annehmen und es nach einiger Zeit in den Tümpeln wuselt und wimmelt. Erfolgsgeschichten — wie die Rückkehr des Schwarzstorches in den hessischen Wald — sind dann besondere Highlights“.

Aber auch die Waldbäume benötigen eine gute Wasserversorgung: Eine ca. 140-jährige Buche verdunstet bis zu 400 l Wasser pro Tag, ein Buchenwald mit der Größe eines Fußballfeldes bis zu 80.000 Liter.

Quelle: Hessenforst (JH-cj)

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