Eröffnung der Eiszeit-Abteilung im Naturkundemuseum

Der Ausstellungsbereich „Eiszeit“ im Naturkundemuseum ist fertig gestellt. Die Besucher erwartet eine große, begehbare Lebensraum-Inszenierung mit Tieren, die damals unserer Gegend lebten. Das abgeschlossene Bauprojekt ist die größte und umfassendste Szenendarstellung seit Wiedereröffnung des Naturkundemuseums 1997.

Eine aufwändig gebaute Höhle hält vielerlei Überraschungen parat: vom fast drei Meter großer Höhlenbär, einer Hyäne, die ihre „Knochensammlung“ bewacht über das Thema „Einwanderung früher Menschen nach Europa“ und einem Vergleich vom modernen Menschen mit dem Neanderthaler. Hinter der Höhle öffnet sich die offene Steppe mit Rentier, Wildpferd, Moschusochse und zwei Mammuts. In kleinen Vitrinen, eingelassen im Boden, finden sich Beweise für deren regionale Existenz. Die Knochenfunde stammen zum Teil aus allernächster Nähe, wie zum Beispiel der Unterkiefer eines Baby-Mammuts aus dem Philosophenweg. Eine kleine „Grabungsstelle“ gibt Einblicke in Fundumstände von Fossilien in Flussablagerungen.

Ein Höhepunkt dieses Bereiches ist ein Lager steinzeitlicher Menschen. Die Familie scheint mitten bei ihrer Alltagsarbeit festgehalten zu sein. Die drei Figuren stammen von dem Atelier WildlifeArt im Westerwald, das auch schon viele weitere Museen mit ihren herausragenden und lebensechten Präparaten ausgestattet hat.

Eine Experimentalecke, in der verschiedenste Nachbauten steinzeitlicher Gerätschaften präsentiert werden und auch zum Ausprobieren einladen, rundet diesen Bereich ab.

Eine unerwartete Besonderheit ist die „zweite Etage“ auf einem „Felsenbalkon“ hoch über der Eiszeitlandschaft. Über eine hinter Felsen versteckte Tür gelangen geführte Gruppen in ein gemütliches Steinzeitlager mit Blick über die Szenerie. Hier bieten sich für die Museumspädagogik vielfältige Möglichkeiten für Führungen, Workshops und Veranstaltungen zum Themenfeld Eiszeit / Steinzeit. Eine große Sammlung von Rekonstruktionen von Werkzeugen und Waffen sowie komplette steinzeitliche Kleidungen für Kinder stehen zur Verfügung und können angefasst oder ausprobiert werden.

Eine gute Gelegenheit sich die neue Ausstellungsabteilung anzusehen bietet „Der kleine Steinzeitmarkt“ am Sonntag, 17. April. Von 10 bis 18 Uhr findet ein lustiges Treiben im Vortragssaal des Naturkundemuseums statt. Fachleute der Experimentellen Archäologie präsentieren steinzeitliche Werktechniken, teilweise auch zum Mitmachen. Dazu bietet die Museumspädagogik verschiedene Aktionen aus ihrem Repertoire. Es wird gefärbte Wolle versponnen, geflochten, Feuersteinmesser hergestellt und Mini Steinzeitfladenbrot gebacken. Die verschiedenen gefertigten Stücke können käuflich erworben werden. Mit Feuersteinklingen können Lederbeutel hergestellt werden und mit Steinzeitbohrern werden schöne Schwirrhölzer gebastelt. Um 12 und um 15 Uhr gibt es Führungen durch die Ausstellungen.

 

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