EU-Projekt für klimafreundliche Schulen

Region Kassel. Die Vorarbeiten des regionalen Netzwerks waren erfolgreich: Die bei der Volkshochschule Region Kassel angesiedelte Klimaakademie hat den Zuschlag für die Durchführung von CLIMES (Climate Friendly Schools in Europe) erhalten. „Wir kooperieren mit den Schulen im Landkreis Kassel, der Universität Kassel, dem Beratungsbüro BUPNET aus Göttingen sowie einer Landwirtschaftsschule in Sardinien, Schulen in Wien und im österreichischen Waldviertel, der Middle East Technology University und Schulen in Ankara, der Kossuth Zsuzsanna Vocational Technical School im ungarischen Dabas und dem Värmdö Gymnasium in Arsta in Schweden“, berichtet vhs-Leiterin Katharina Seewald.

Für den Projektzuschlag nach Kassel waren die Erfahrungen von JEM, eines Umweltmanagementprojekts an Schulen aus dem Jahr 2006, sehr hilfreich. Seewald: „CLIMES setzt auf diesen Erfahrungen auf und soll dazu führen, dass Schüler und Lehrer der teilnehmenden Schulen Konzepte für eine klimafreundliche Schule entwickeln“. Am Ende des auf zwei Jahre angelegten EU-Projektes sollen Lehr- und Lernmaterialien für klimafreundliche Schulen stehen. Außerdem sollen innovative Unterrichtskonzepte entwickelt werden, die die Kompetenzen der Schüler im Bereich nachhaltiger Entwicklung fördern. „Die im Projekt entwickelten Konzepte sollen dann europaweit an Schulen genutzt werden“, berichtet Seewald.

Zu Beginn der Arbeit werde eine Bestandsaufnahme stehen, was in den beteiligten Ländern bereits heute zum Thema Klimawandel und Klimaanpassung in den Schulen und im Unterricht stattfindet.

„Als nächstes wird dann ein pädagogisches Konzept entwickelt, wie die gewünschten Inhalte in den Unterricht und den Schulalltag eingebaut werden können“, stellt die Leiterin der Klimaakademie, Manuela Nutz, den nächsten Schritt vor. Dabei sei es besonders wichtig, innovative und übertragbare Materialien und Medien zu entwickeln. Nutz: „Deshalb ist die geografische Bandbreite des Projekts von Sardinien nach Schweden und von Nordhessen in die Türkei von großer Bedeutung“. Es nütze wenig „am grünen Tisch“ die besten Konzepte zu entwickeln, wenn sie dann in der jeweiligen Schulpraxis nicht übernommen werden. Durch die aktive Einbeziehung von Schülern und Lehrern aus unterschiedlichen Ländern und unterschiedlichen Schulsystemen werde eine größtmögliche Anwendbarkeit der Ergebnisse erreicht. „Zum Projekt gehört dann auch, dass die entwickelten Konzepte erprobt werden“, so Nutz weiter. Dies bedeute, dass die Ideen aus Ungarn ihren Praxistest in Schweden bestehen müssen und dass was im Landkreis Kassel innovativ ist, auch in der Türkei überzeugen muss. Geplant sei auch, einen Europäischen Wettbewerb „Klimaschule“ auszurufen.

Für die Koordinatoren bei der vhs Region Kassel kommt während der Projektlaufzeit „einiges an Arbeit zu“, so vhs-Leiterin Seewald. Allerdings sei man durch die im Bereich Nachhaltigkeit gut aufgestellte Region Kassel und die bereits erprobte Zusammenarbeit mit den Projektpartnern gut vorbereitet. Die Europäische Union fördert das Projekt „CLIMES“ mit knapp 300.000 Euro – das restliche Budget von rund 115.000 Euro wird von den beteiligten Projektpartnern aufgebracht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte löse zur Spamvermeidung diese Rechenaufgabe (in Zahlen): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.