Nachhaltige Bierproduktion bei Hütt – Beispiel für Österreich?

Baunatal/Region Kassel. Ein überzeugendes Beispiel für den Einsatz effizienter Energietechnik ist die Bierproduktion der Hütt Brauerei in Baunatal-Rengershausen. Davon konnten sich die Teilnehmer einer Delegation aus dem Waldviertel bei einem von der Universität Kassel im Rahmen des KLIMZUG-Projekts organisierten Besuchs im Sudhaus der Regionalbrauerei überzeugen. „Es gibt nicht viele Solaranlagen, die von Brauereien genutzt werden und hier in Baunatal steht die erste Solaranlage, die kombiniert mit Effizienzmaßnahmen, vollständig in den Herstellungsprozess integriert wurde“, informiert Professor Dr. Klaus Vajen, der das Pilotprojekt zusammen mit zwei Doktoranden der Universität Kassel betreut.

„Für uns geht es darum, zu zeigen, welche Potenziale wir im Bereich der Nutzung erneuerbarer Energien und effiziente Energienutzung in unserer Region gerade auch im Wirtschaftsbereich haben“, erläutert Vizelandrätin Susanne Selbert, die die Delegation bei ihrem Besuch begleitete. Auch hier habe die Region Kassel „viel mehr vorzuweisen, als vergleichbare Regionen in Deutschland“, so Selbert weiter. Die europäische Dimension des Klimafolgenabschätzungsmodellprojekts KLIMZUG ermögliche es, diese Vorzeigevorhaben zu präsentieren. Selbert: „Mit der bei der Volkshochschule Region Kassel angesiedelten Klimaanpassungsakademie werden wir diese und andere Projekte zukünftig intensiver vermarkten, um so die Möglichkeiten, die regional zur Verhinderung einer weiteren Verschlechterung des Weltklimas beitragen, einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen“.

Im Rahmen des Pilotprojekts „Nachhaltige Bierproduktion durch Prozesswärme und Energieeffizienz“ wurde die Heißwasserversorgung der Hütt-Brauerei optimiert und mit einer neuen thermischen Solaranlage kombiniert. „Eine Solaranlage mit 155 Quadratmetern Kollektorfläche ist in die Heißwasserversorgung der Brauerei integriert“, berichtet Bastian Schmitt, einer der Doktoranden. Auch in die Produktionsabläufe greift das Energieeffizienzprojekt ein: „Die Würzkochung wurde auf ein optimiertes Verfahren umgestellt, um so bereits 30 Prozent der für diesen Produktionsschritt notwendigen Energie einzusparen“, so Schmitt weiter.

Außerdem wurde die innerbetriebliche Wärmerückgewinnung verbessert. Schmitt: „Ein Teil der anfallenden Abwärme wird in einem geschlossenen Kreislauf zur Aufheizung der Würze vor dem Kochen genutzt“. Die beiden Doktoranden Bastian Schmitt und Christoph Lauterbach sind sich sicher, dass die in der Hütt-Brauerei gewonnenen Erkenntnisse beispielgebend für die Anwendung in anderen Brauereien. Für das Projekt hat die Universität Kassel im Frühjahr 2010 den Energy Masters Award für innovative Lösungen von Unternehmen und Institutionen im Bereich Energiemanagement erhalten.

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