100 Kunstwerke: Korbinian Aigner (4)

Dokumentation und Kunst

372  ( von über 900) Zeichnungen von Äpfeln im Postkartenformat überraschen zunächst beim betreten des Ausstellungsraumes im Fridericianum.

Was hat es damit auf sich? Die Documentaleiterin CCB glaubt ja, die Werke sollten ohne Erklärung zu verstehen sein! Sehr schöne ,detailreiche Zeichnungen von verschieden Apfelsorten sind schon schön anzusehen: verschiedene Schattierungen, Farben, glatt oder pickelig, reif oder unreif, ganze Wände füllend. Es bleibt ein Fragezeichen! Also liebe CCB ,es müssen doch Informationen eingeholt werden!

Und jetzt wird es interessant und verständlich:

Korbinian  Aigner, ein bayrischer Dorfpfarrer (1885-1966) war viele Jahre im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Er hatte Widerstand geleistet und gegen das NS-Regime gepredigt. Er hatte sich unter anderem geweigert,  Neugeborene auf dem Namen Adolf zu taufen!

Während seiner Zwangsarbeit in der Landwirtschaft legte er Kräutergärten an und beschäftigte sich mit der Apfelzucht. Auch in dieser Zeit entstanden viele der 900 Zeichnungen von Äpfeln und Birnen.

Im Lager des Todes schuf er im Angesicht des Völkermordes neues Leben in Form von vier neuen Apfelsorten. ( KZ 1-KZ 4)

Die KZ3-Züchtung des „Apfelpfarrers“ setzte sich durch und existiert heute unter dem Namen

„Korbiniansapfel“. Ein junges Korbinianapfelbäumchen wurde in Herbst 2011 von dem Künstler Jimmie Durham und Carolyn Christov-Bakargiev in der Karlsaue gepflanzt. Hier wird er groß und stark und reichhaltig tragend als Mahnmal für den Widerstand gegen ein unmenschliches Regime erhalten bleiben.

Ein Kommentar

  • Elisa

    … und die Apfelbäumchen habe ich dann endlich auch gefunden.
    Schöner Bericht!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte löse zur Spamvermeidung diese Rechenaufgabe (in Zahlen): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.