Fritzlar – immer für einen Ausflug gut

(Autor Tanja Flörsch ) Fritzlar – wer hier durch die Altstadt, auf wortwörtlich steinalten Pflaster flaniert, fühlt sich zurückversetzt ins Mittelalter und kann fast in jeder Ecke ein Stück Geschichte entdecken.
Die fast 1300-jährige Dom- und Kaiserstadt bietet wunderschöne und liebevoll sanierte Fachwerkhäuser, die teilweise bereits bis zu 700 Jahre alt sind. Das Bild des alten Stadtkerns hat sich über hunderte von Jahren wenig verändert und besitzt wahrlich einen einmaligen und faszinierenden Charme!
Inmitten dieser wunderschönen Kulisse steht der eindrucksvolle St. Petri Dom, eins der wohl bedeutendsten Baudenkmäler Nordhessens.
Davor steht in Bronze der Mann, mit dem in Fritzlar quasi alles begann: Bonifatius!
Dieser fällte im Zuge seiner Missionsarbeit im Jahre 723 im heutigen Ortsteil Geismar die sogenannte Donar-Eiche. Aus deren Holz erbaute er eine Kapelle, die dem heiligen Petrus geweiht wurde.

Umrahmt wird der Altstadtbereich von der fast 3 Km langen Stadtmauer, welche an vielen Stellen noch intakt ist. Dazu gehörten 23 Wehr- und 7 Warttürme. Davon sind 10 noch erhalten. Im Mittelalter nannte man Fritzlar daher auch Turmreiche Stadt (lat. Urbs turrita).
Stolze 38 Meter hoch ist der noch heute unversehrte Graue Turm, welcher im Mittelalter teilweise auch als Verlies genutzt wurde.
Auf diesem imposanten Turm erhält man einen hervorragenden Rundumblick auf Fritzlar und die nähere Umgebung. Im Inneren befindet sich eine kleine Ausstellung (z.Zt aufgrund der Pandemie geschlossen).
Auch andere wunderschöne Sehenswürdigkeiten mit historischem Hintergrund sind ebenfalls vorübergehend wegen der Coronapandemie nicht zugänglich, aber empfehlen möchte ich definitiv den möglichen „Rondengang“. Es bietet sich an, den faszinierenden Rundgang am Grauen Turm zu starten (kostenfreie Parkplätze direkt vor Ort). Er führt entlang der Stadtmauer, man trifft unterwegs auf Beschilderungen, welche die Geschichte Fritzlars erzählen und man kann rasten an Stellen, die einem wunderbare Blicke auf die Stadt gewähren!

Ebenso sehenswert, ist das Hochzeitshaus, eins der größten und stattlichsten Fachwerkhäuser Hessens aus dem 16. Jahrhundert. Hier ist das Heimat- und Geschichtsmuseum der Stadt untergebracht. Das Hochzeitshaus befindet sich in Sanierung. Nach Beendigung wird das Museum barrierefrei und das ganze Jahr über geöffnet sein.

Es gibt sicher noch so viel mehr Faszinierendes über die Fachwerkstadt an sich zu berichten, die jedes „Historiker-Fan“ Herz höherschlagen lassen würde, aber abschließend möchte ich noch das Ederwehr erwähnen, welches ein wenig abseits der Stadt zu finden ist. Hier finden Wanderer, Radfahrer oder auch Kanuten ein wunderbares grünes und wasserreiches Fleckchen Erde zum Entschleunigen vor.
Besonders beeindruckend dort zu sehen ist die Fischtreppe. Hier findet man vor Ort auch eine entsprechende Informationstafel.
Oberhalb des Wehres nutzen eine beachtliche Anzahl von Wasservögel den dortigen Wasserbereich als Brut- und Nahrungsgebiet in den Sommermonaten.

Last but not least stelle ich mal wieder fest – ich liebe meine Heimat nicht, weil sie meine Heimat ist, sondern weil sie sehr schön ist!

Text und Fotos: Tanja Flörsch

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