Stephan Leyhe freut sich auf Willingen

Das Wochenende hier hat richtig Spaß gemacht“, strahlte Upland-Adler Stephan, der nach 441 Tagen wieder als Zweiter auf dem Weltcup-Podest stand, nachdem er zwischenzeitlich 2019 schon Dritter der Vierschanzentournee geworden war. Der Willlinger, der tags zuvor bereits Fünfter geworden war, hatte schon in Titisee-Neustadt und Zakopane als Vierter das Podest vor Augen, nun im fernen Sapporo endlich den Bann gebrochen. Nach dem ersten Durchgang lag er noch auf Platz acht, dann rollte er mit dem weitesten Sprung des Tages das Feld auf. Am kommenden Wochenende steht für den Teamweltmeister, der zum fünften Mal in Folge bester DSV-Adler war, nun das Heimspiel in Willingen an: „Das wird sehr emotional für mich. Ich bin in guter Form und man wird sehen, was ich dort erreichen kann.“
Nach seinem Fabelsprung im zweiten Durchgang ballte er der 28-Jährige Schwalefelder bei strahlendem Sonnenschein jubelnd die Faust und ließ den Zeigefinger durch die Luft kreisen. «Jetzt hat er es endlich mal durchbrochen, das Ding», sagte Bundestrainer Stefan Horngacher der dpa. «Ich hoffe, dass ihm das Auftrieb gibt und er in nächster Zeit öfter auf dem Podest sein kann.»
Am besten natürlich schon in seiner Heimat. Bei der traditionellen Skisprung-Party mit Ballermann-Musik und Festzelt-Atmosphäre im Upland den ersten Einzel-Weltcupsieg überhaupt feiern – das wäre was für Leyhe. «Willingen ist Skisprung-fanatisch ohne Ende», sagte Horngacher, der sich auf die Stimmung an der Mühlenkopfschanze freut, aber auch um den besonderen Druck für seinen Lokalmatador weiß. «Er nimmt sicher sehr viel Selbstvertrauen mit», sagte der Österreicher. «Aber da lasten schon einige Kräfte auf ihm.» In Leyhe und Geiger hat Horngacher derzeit zwei Athleten, die konstant um die Plätze auf dem Treppchen mitspringen können.
Die rund 1.300 „Free Willis“, wie die freiwilligen Helfer im Upland heißen, sind nach seinem „Big in Japan“ noch mehr motiviert und tun alles, um der Weltelite beste Bedingungen zu bieten. Auch Vater Volker und Bruder Christoph helfen dabei als ehemalige Skispringer. Natürlich sind jetzt die Erwarungen hoch, doch die Willinger bleiben cool und wollen „unseren Stephan“ einfach nur willkommen heißen und feiern. Allerdings hatte OK-Chef Jürgen Hensel schon bei einem Einzelsieg von Leyhe – im Team stand er auch in Willingen schon auf dem Podest – versprochen, nach der Nationalhymne bei der Siegerehrung das „Waldecker Lied“ anzustimmen.
Doch alle wissen, dass der „Heimvorteil“, der ja eigentlich keiner ist, weil die größte Großschanze der Welt immer nur beim Weltcup seit 25 Jahren gesprungen wird, und sie Stephan auch nur dann springen kann. Doch der Lokalmatador darf auf ein „Ziiiieeeeeh“ aus vielen tausend Kehlen hoffen – nicht als Druck, sondern zur Unterstützung. Auch Weltcup-Spitzenreiter Stefan Kraft sagt: „Jetzt freue ich mich auf das Wochenende in Willingen, die Schanze dort ist fast ein Flugschanze, dort geht es bis 150 Meter weit, das wird spannend“.
Karl Geiger landete auf der Mühlenkopfschanze im Vorjahr eine „Bombe“ und seinen ersten Sieg und möchte dort heuer Stefan Kraft das Gelbe Trikot am liebsten wieder abjagen. Doch zunächst gratulierte er Leyhe: „Glückwunsch Stephan, das hast du dir sehr verdient.“ In Willingen geht es übrigens um insgesamt 162. 308 Euro Preisgeld und haben bisher zwölf Nationen namentlich 53 Springer gemeldet, darunter mit einer einzigen Ausnahme (der Japaner Ito) die Top 30 im Weltcup.
FIS Skisprung Weltcup vom 7.-9. Februar 2020

Info: Presseteam SCW / M.Kittner             Fotos: M.Kittner

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