Pferdeshow auf dem Ponyhof

Tag der Offenen Tür bei der Welsh-Cob Zucht Savay

Pas de deux im Damensattel

Zum vierten mal in Folge zeigte sich der Ponyhof am Schlossberg im Hessisch-Lichtenauer Ortsteil Hopfelde am 24.06.2012 mit seinem jährlichen Tag der offenen Tür von seiner besten Seite. Infos rund ums Pferd, Speis, Trank und Reit-Kultur prägten auch dieses Jahr das Programm, mit dem Mensch und Tier der rührigen Welsh-Cob Zucht Savay nicht nur eingefleischte Pferdenarren zu begeistern verstand.

Wer glaubte, den Leuten vom Reiterhof würde nach den wirklich aufwändigen und eindrucksvollen Präsentationen der letzten drei Jahre nichts Neues mehr einfallen, sah sich getäuscht. Natürlich, an der Vorstellung der Zuchtstuten mit ihren Fohlen, mit denen die Veranstaltung regelmäßig eröffnet wird, gibt es nichts zu ändern. Kaum vorstellbar, dass einer der Zuschauer darauf verzichten wollte. Es ist ohnehin jedes mal wieder beeindruckend, wie gelassen Fohlen und Stuten auf die zahlreichen, die Bande der Reithalle säumenden und klatschenden Menschen reagieren. Auch ein Besuch vieler Gäste im Stall zwischen den Programmpunkten können Mütter und Fohlen nicht wirklich aus der Ruhe bringen.

 

Ein breites Angebotsspektrum rund ums Pferd

Der Tag der offenen Tür des Ponyhofes ist neben der Unterhaltung für Jung und Alt aus näherer und weiterer Umgebung natürlich immer auch ein Stück Selbstdarstellung. Und zweifellos wird hierfür der Stoff auch in den nächsten Jahren nicht so schnell ausgehen. Denn neben der Zucht oder dem Angebot, Absetzfohlen, Jung- oder Pensionspferden einen Platz auf den weitläufigen Koppeln und in den Ställen zur Verfügung zu stellen, bietet der Ponyhof auch Reitunterricht, regelmäßige Ausritte, Kutschfahrten oder Hallennutzung an. Und so brachte bereits der zweite Programmpunkt, die „Vorführung des Anreitens eines Jungpferdes“, neue Einsichten in die Arbeit der Pferdeleute.

Nein, der angemessene Umgang mit Pferden bei diesem einschneidenden neuen Lebensabschnitt als Reitpferd hat nichts mit knorrigen, Hüte schwingenden Cowboys zu tun, die auf spektakulärer Weise in Rodeomanier den Widerstand der Pferde brechen. Stattdessen geduldige, einfühlsame Gewöhnungsarbeit, zunächst an Zaumzeug, dann an Sattel und schließlich an das Gewicht des Reiters, für das Pferde von Natur aus ja nicht geschaffen sind. Das geduldige Training dient daher auch dem notwendigen Muskelaufbau, der das Pferd vor gravierenden Gesundheitsschäden schützt.

Ein Familienfest der besonderen Art

Für die durch verständliche Kommentare sehr anschauliche Darstellung des Anreitens eines jungen Pferdes, das üblicherweise außerordentlich zeitaufwändig ist, hatten die Leute vom Ponyhof eine hochschwangere Stute ausgewählt. Hätte der Kommentator der Vorführung das nicht verraten, die Zuschauer hätten es nicht einmal erahnt. Robust sind diese Pferde also, das hatten schon die Veranstaltungen der letzten Jahre gezeigt, als die Ponys bei großer Hitze wieder und wieder in die „Arena“ galoppiert waren und trotz kraft- und nervenraubenden Einsatzes kaum Ermüdungserscheinungen oder Lustlosigkeit signalisiert hatten.

In diesem Jahr war die Hitze natürlich kein Problem, glücklicherweise auch nicht der angekündigte aber sehr zurückhaltende Regen. Und so konnten die Besucher zwischen Bratwurstgrill, Getränkestand, üppigem Kuchenbuffet und Pferdeshowprogramm wieder einen lehrreichen, gemütlichen und unterhaltsamen Tag in Hopfelde verbringen, der mit der Vorführung von Reitunterricht und dem Pas de deux im Damensattel gegen 15 Uhr seinem Höhepunkt entgegenstrebte.

Ein tierisches Vergnügen für Mensch und Pferd

Vorher aber der Programmpunkt „Ponys vor der Kutsche“, eine wirklich spektakuläre Angelegenheit. Ein Zweiergespann mit quirligen Welsh-Cob A und die Kutsche mit dem unvergleichlichen Ruska Red Rooster drehten ihre Kreise in der großen, für das Temperament der unverwüstlichen Allzweckpferde aber scheinbar viel zu kleinen Reithalle, dass der Sand nur so spritzte. Bei einigen Manövern wurde dem unbedarften Zuschauer angst und bange. Die Pferde, allen voran Ruska Red Rooster oder Rusty – wie ihn seine Freunde nennen dürfen- hatten sichtlich Spaß an der wilden Jagd. Und der stolze Welsh-Cob D Zuchthengst des Savay-Gestüts, präsentierte sich dabei den Zuschauern, als hätte er eine Herde attraktiver Stuten zu beeindrucken.

Nicht ganz so lang wie in den Jahren zuvor, aber ebenso prächtig und eindrucksvoll, dann die Märchenshow zu Pferde. Wieder ein Fest für die Sinne mit den wunderschönen selbstgenähten Kostümen, den Formationsritten und der liebevoll erzählten und inszenierten Geschichte des Aschenbrödels, an der wie immer alle, die in irgendeiner Form, sei es als Reitschüler, Geschwister, Eltern, Pferdebesitzer, Freunde oder Verwandte mit dem Hof zu tun haben, beteiligt waren.

Eine Tombola als Dankeschön an die Akteure

Als Zuschauer kann man nur erahnen, welch Aufwand und Engagement hinter einer solchen Vorstellung steckt. Und da das ganze schöne Freizeitvergnügen nicht einmal Eintritt kostet, fiel es den Besuchern nicht schwer, Lose der Tombola zu kaufen, mit deren Erlös das für den Herbst geplante Zeltlager für alle Reitkinder des Hofes unterstützt werden soll. Diese Tombola, bei der Dank der Sachspenden Hessisch Lichtenauer Unternehmen, Geschäfte und Privatpersonen jedes Los gewann, dürfte zukünftig zum festen Bestandteil des Programms gehören. Verdient hätten es die kindlichen und jugendlichen Akteure allemal.

Zur Homepage des Ponyhofes am Schlossberg.

Berichte zu den Veranstaltungen der Vorjahre finden Sie hier im Werra-Meissner-Magazin.

Alle Fotos Andreas Heidt, Bad Hersfeld

© 2012 NHR Text/ Bilder: W.Schwert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte löse zur Spamvermeidung diese Rechenaufgabe (in Zahlen): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.