Das Sparschwein: Salon – Komödie mit aufwendiger Bühne

Wieder einmal ist es dem bekannten Bühnenbildner Etienne Pluss  gelungen, die räumlich etwas eingeschränkte Bühne zu einem Ort der Vielfältigkeit zu machen. Durch aufwendige Technik und durch die moderne Ausstattung des Schauspielhauses Kassel wurde die Komödie „Das Sparschwein“ perfekt inszeniert. Insbesondere wurden die einzelnen Handlungsorte, wie. z.B. das Kartenspielzimmer, das Pariser Restaurant sowie die Polizeiwache dem 19. Jahrhundert täuschend ähnlich und fast authentisch nachempfunden.

Am Anfang der Komödie LA CAGNOTTE, „Das Sparschwein“ von Eugène Labiche spielt eine Runde unterschiedlichster Charakterträger Bouillotte. Schon hier wird dem Zuschauer signalisiert, dass es im weiteren Verlauf des Stückes lustig aber auch hektisch konträr zugehen wird. Die Spielkasse „Der Pott“, in Form eines goldenen Sparschweins dar-gestellt, wird geschlachtet und der Inhalt soll gemeinsam ausgegeben werden.

Für welchen Zweck das Sparschwein geschlachtet werden soll, wird demokratisch in hitziger Diskussion entschieden, hierbei spiegeln sich ebenfalls die egozentrischen und individuellen sowie egoistischen Charaktere der Kartenspielerrunde wieder … Am Ende wird für eine Reise nach Paris entschieden, aber nicht ohne Hintergedanken von einem Mitspieler der Bouillotte – Runde. (Geiz, Neid, Wollust, Hochmut, Völlerei und Trägheit), jede dieser menschlichen Erwartung, wurde auf jeweils einen Kartenspieler projiziert und in den folgenden Handlungsorten, Pariser Luxusrestaurant, Pariser Polizeiwache und Pariser Etablissement gründlich enttäuscht. Doch durch eine letztlich absurde Wendung wird am Schluss wieder alles gut …. Seien Sie gespannt ….

„DAS SPARSCHWEIN“ (La Cagnotte) von Eugène Labiche ist humorvoll und in Teilstrecken auch lustig, erhebt aber auch unterschwellig einen mahnenden und erinnernden Zeigefinger an den Hochmut und an die Dekadenz von wohlhabenden Bürgern des 19. Jahrhunderts, die sich unbedingt amüsieren und das Leben genießen müssen.

„DAS SPARSCHWEIN“ generiert somit eine leichte und gewollte Affinität zu unserer aktuellen Zeit.

Besetzung
Enrique Keil (Chambourcy, Rentier)
Anke Stedingk (Léonida, seine Frau)
Birte Leest (Blanche, seine Tochter)
Franz Josef Strohmeier (Colladan, Landwirt)
Uwe Steinbruch (Cordenbois, Apotheker)
Thomas Meczele (Félix Renaudier, Notar)
Jürgen Wink (Baucantin, Steuereinnehmer | Cocarel, Heiratsvermittler)
Matthias Fuchs (Béchut, Kriminalassistent |Tricoche, Kolonialwarenhändler)
Peter Elter (Sylvain, Colladans Sohn)
Aljoscha Langel (Benjamin, Kellner)‘
Frank Richartz (Joseph, Diener bei Cocarel | Polizist)
Eva-Maria Keller (Chalamel, Obsthändlerin

Die nächsten Aufführungen
03.12.2010, 04.12.2010, 15.12.2010, 18.12.2010, 21.12.2010, 31.12.2010,07.01.2011, 27.01.2011

Kartentelefon
0561-1094-222.

© 2010 NHR  Text: L.Müller

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