Die Komödie EXTRAWURST feierte am 4. Juli 2021 in einer Tennishalle Premiere

Die Komödie EXTRAWURST feierte am 4. Juli 2021 in einer Tennishalle Premiere
Eine sehr unterhaltsame Vorstellung mit viel Wahrheit, Nachdenklichem, Witz und ein wenig Action.

Die rasante, witzige und schräge Komödie EXTRAWURST könnte nirgendwo besser hinpassen als auf einen Tennisplatz. Deswegen wird sie in der Bad Hersfelder Tennishalle Auf der Unteraue gezeigt. Erfreulicher Nebeneffekt: Die Corona-Abstandsregeln und alle nötigen Sicherheitsvorkehrungen können eingehalten werden, und der Spielort bietet rund 150 Zuschauern sichere Plätze.

EXTRAWURSTist die sehr aktuelle Komödie voller Abgründe der Comedy-Autoren Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob (u. a. DIE WOCHENSHOW, LADYKRACHER, DAS AMT, STROMBERG).

Sie zeigt, wie sich eine harmlose Diskussion verselbstständigt, Kleinigkeiten hochgekocht werden und die Erregung über ein Thema zu heftigen Konflikten führt.

Das Publikum ist Teil einer Mitgliederversammlung des Tennisclubs. Zunächst verläuft sie harmonisch.
Unter „Sonstiges“ taucht dann aber auf der Tagesordnung ein Thema auf, dessen Brisanz sich bald zeigt: Ein neuer Grill soll angeschafft werden. Eigentlich harmlos, bis ein Vorstandsmitglied den Vorschlag macht, einen zweiten, eigenen Grill für das einzige türkische Mitglied des Clubs zu finanzieren. Denn gläubige Muslime dürfen ihre Grillwürste ja bekanntlich nicht auf einen Rost mit Schweinefleisch legen, so das Argument.
Die gut gemeinte Idee löst eine Diskussion unter den fünf Vorstandsmitgliedern aus, die den eigentlich friedlichen Verein an seine Grenzen bringt. Plötzlich stehen ganz andere Fragen auf der Tagesordnung: Wie viel Rücksicht muss eine Mehrheit gegenüber einer Minderheit nehmen? Kann und soll die Mehrheit bestimmen, ob nur die „Mehrheits-Bratwurst“ auf den Grill kommt? Wie politisch korrekt, tolerant oder respektvoll sind wir und unsere Sprache wirklich? Gibt es auch am Grill eine deutsche Leitkultur? Und sind auch Vegetarier eine Glaubensgemeinschaft, die einen eigenen Grill braucht? Und was ist eigentlich mit den Veganern …?

Regie führt Bettina Wilts. Im Sommer 2019 wurde ihre Fassung von LONG WAY DOWN im Schloss Eichhof gezeigt, und sie inszenierte NIPPLEJESUS im Museum im Stift. Im letzten Sommer brachte sie im Rahmen von EIN ANDERER SOMMER u.a. MARRAKESCH – MADRID auf die Bühne der Stiftsruine.

Bettina Wilts hat die optimale Besetzung gefunden: Carsten Hentrich spielt den Präsidenten vom TuS Eichhof 09, Dr. Heribert Bräsemann, der um Versöhnung bemüht ist und plötzlich die Welt nicht mehr versteht. Er erkennt im Laufe des Abends: „Sarkasmus ist das Tor zur Hölle“.
Dirk Hoener ist Matthias Scholz, der als kleinbürgerlicher Logistiker eigentlich gerne Vorsitzender des Vereins wäre. Er schlägt den neuen Grill vor, nachdem er sich ordentlich in die Grill-Materie eingefuchst („ich hab da mal eine Präsentation vorbereitet …“) hat. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und stachelt die Diskussionen immer wieder an.
Parbet Chugh tritt als Erol Oturan, erfolgreicher Anwalt mit türkischen Wurzeln, auf. Um dessen Unterstützung mit einem zweiten Grill geht es eigentlich. Er kann die ganze Auseinandersetzung zunächst nicht nachvollziehen, sieht sich dann aber doch genötigt, deutlich (und sarkastisch) zu werden und damit ordentlich Öl ins Feuer zu gießen.
Erols Tennis-Doppelpartnerin Melanie Pfaff, gespielt von Laura Puscheck, meint es scheinbar gut – bald zeigt sich aber, dass gut gemeint nicht gut gedacht heißen muss.
Ihr Ehemann Torsten wird von Johann Anzenberger gespielt. Torsten hält sich für den tolerantesten Menschen auf dem Planeten und muss schmerzlich erkennen, dass da so einiges in seiner Ehe und in seinem Leben nicht ganz rund läuft.
Ebenso respektlos wie komisch stoßen Atheisten und Gläubige und Deutsche und Türken frontal aufeinander. Und allen wird klar: Es geht um mehr als den Grill. Es geht darum, wie wir zusammenleben. Zumal die Grenzen zwischen „rechts und links“, „tolerant und intolerant“, „religiös und ungläubig“ fließender sind, als man denkt…

Tickets und Informationen:
Telefon +49 6621 640200
ticket-service@bad-hersfelder-festspiele.de
www.bad-hersfelder-festspiele.de

Info: Presseservice der Festspiele / M.Kittner                                    © Fotos: M.Kittner

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