Braun-Lüdicke: Das Schiff wird nicht untergehen

Braun-Lüdicke: Das Schiff wird nicht untergehen

Braun-Lüdicke: Das Schiff wird nicht untergehen

Der Aufsichtsrat der MT Melsungen Spielbetriebs- und Marketing AG hat sich neu aufgestellt. Die wichtigste personelle Entscheidung lautet: Die langjährige Vorsitzende Barbara Braun-Lüdicke zieht sich aus der ersten Reihe zurück und wird fortan als Ehrenvorsitzende dem Aufsichtsrat angehören.

Bei der MT Melsungen gibt es Veränderungen im Aufsichtsrat. Barbara Braun-Lüdicke tritt kürzer. Die 67-Jährige ist nicht länger Vorsitzende des Gremiums. Dazu äußert sie sich im Interview.

Frau Braun-Lüdicke, wie lebt es sich damit, nicht mehr Aufsichtsratsvorsitzende der MT zu sein?

Offen gesagt, habe ich es noch nicht komplett realisiert. Aber so viel kann ich sagen: Es fühlt sich gut an. Wie heißt es so schön: Alles hat seine Zeit. Ich stand lange genug in der ersten Reihe. Jetzt sollen andere übernehmen, die auch mal eine andere Sicht auf die Dinge haben. Ab und zu braucht es einen Wechsel.

Aber ein bisschen überraschend kommt die Entscheidung schon, oder?

Nein, eigentlich nicht. Mir ist der Schritt jedenfalls nicht schwergefallen. Allein aus gesundheitlichen Gründen muss ich kürzertreten. Und wie gesagt: Frischer Wind und neue Ideen können der MT nur guttun. Die komplette AG hat sich mit den drei neuen Vorständen und der neuen Struktur professioneller aufgestellt. Der Aufsichtsrat zieht quasi nach. Es gibt jetzt zum Beispiel einzelne Ausschüsse – für Finanzen, Personal und Strategie.

Und welche Aufgabe hat da die Ehrenvorsitzende?

Nun ja, ich kann mir in Zukunft aussuchen, an welchen Sitzungen ich teilnehme. Zudem möchte ich festhalten – und das soll nicht als Drohung verstanden werden: Ich ziehe mich ja nicht komplett zurück. Ich kann die MT nicht gänzlich loslassen. Dafür liegt sie mir zu sehr am Herzen.

Dennoch dürfte hier und da die Befürchtung wachsen, dass mit Ihrem Rückzug zugleich die finanzielle Unterstützung endet.

Das ist Quatsch. Das Schiff wird nicht untergehen. Dafür habe ich gesorgt. Darüber hinaus entwickelt sich bei der MT gerade vieles zum Guten.

Sie hatten es angedeutet: Der Aufsichtsrat hat sich nicht nur inhaltlich, sondern auch personell verändert. Was steckt dahinter?

Der Aufsichtsrat soll und will aktiver beraten und mehr unterstützen. Und abgesehen davon, kann es nicht schaden, den Laden zu verjüngen. Es soll ja keine Rentnertruppe werden.

Apropos: Mit Ihrer Tochter Eva ist nun ein jüngeres Mitglied an Bord. Inwieweit mussten Sie intervenieren?

Das war höchstens ein ganz kleiner Schubser. Eva hat selbst Handball gespielt, ihr liegt der Sport am Herzen, und im Gegensatz zu mir kann sie fangen und werfen.

Es muss ein schönes Gefühl sein, dass die Familie Braun weiterhin zur MT-Familie gehört, oder?

Ja klar, das ist schön zu wissen. Und natürlich finde ich es toll, dass Eva meine Leidenschaft für die MT teilt. Außerdem freut es mich, dass wir mit Daniel Holl nicht nur einen jüngeren Menschen, sondern obendrein einen ehemaligen MT-Spieler als Aufsichtsrat gewinnen konnten. Jetzt sitzt auf jeden Fall viel Handball-Sachverstand in dem Gremium.

Die MT-Spiele verfolgen Sie seit jeher unglaublich emotional. Wird die Aufregung nun etwas nachlassen?

Ich fürchte nicht. Aber es ist in letzter Zeit deutlich besser geworden. Früher musste ich vor lauter Anspannung schon mal die Halle verlassen. Ohne Emotionen geht es halt nicht. Und da spielt es keine Rolle, ob ich Aufsichtsratsvorsitzende bin oder nicht.

MT Pressedienst / A.Käsler  / M.Kittner 

M.Kittner

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