Die MT steht im Finale des REWE Final4 gegen Lemgo!

27:24 über die Recken – Die MT steht im Finale des REWE Final4 gegen Lemgo!

Die MT Melsungen steht im Finale um den DHB-Pokal 2020! Mit 27:24 (14:10) bezwangen die Nordhessen die TSV Hannover-Burgdorf und zogen damit nach drei vergeblichen Versuchen erstmals ins Endspiel des REWE Final Four in der Hamburger Barclaycard-Arena ein. Dort wartet morgen ab 17:30 Uhr überraschend der TBV Lemgo Lippe als Gegner, der zuvor bereits den THW Kiel eliminierte. Die 1.600 Zuschauer sahen eine ausgeglichene, enge und packende Partie, in der sich Melsungen jeweils gegen Ende der Halbzeiten die entscheidenden Vorteile erspielte. Mit sieben Toren war Julius Kühn Melsungens erfolgreichster Schütze, einmal mehr traf Ivan Martinovic für die Niedersachsen.

Mit dem Anwurf, also Ballbesitz, und mit Felix Danner am Kreis startete die MT ins Spiel. Die erste Wurfchance hatte allerdings Kai Häfner – und fand in Domenico Ebner seinen Meister. Besser machte es Martin Hanne zur ersten Führung des TSV, ehe Häfner doch traf und prompt ausglich (3.). Bevor es ungemütlich wurde für die Nordhessen. Denn innerhalb von wenigen Sekunden kassierte zunächst Finn Lemke eine Strafe und gleich darauf Häfner. Doppelte Unterzahl also schon nach knapp mehr als zweieinhalb Minuten, aber auch eine klasse Reaktion seitens der Rot-Weißen, die über Julius Kühn sogar trafen und damit dem numerischen Nachteil auf dem Feld trotzten. Kühn war es auch, der mit dem 3:3 abermals egalisierte, als seine beiden Mannschaftskollegen wieder zurück waren (6.).

Es war ohne langes Abtasten sofort das erwartet enge und hitzige Spiel. In dem Melsungen seine Vorteile aus einer stabilen, beweglichen und vor allem wesentlich defensiver als gewohnt gestellten Deckung zog. Das lag nicht zuletzt am prima funktionierenden Zusammenspiel von Kapitän Finn Lemke, der nach seiner Pause gegen die Eulen Ludwigshafen in der Liga wieder mit an Bord war, und Felix Danner im Innenblock. Dazu wartete Silvio Heinevetter im Tor mit zwei feinen Paraden auf. Dass es nach Timo Kastenings 5:4 (10.), der ersten Führung, nicht zu mehr reichte, lag an einigen Abstimmungsproblemen im Vorwärtsgang sowie Julius Kühns Pfostenkracher, der nicht den Weg ins Netz fand.

Das Tempo nahm ab, die Intensität weiter zu. Eine ganze Serie von Angriffen fand beidseitig keinen positiven Abschluss. Die Abwehrreihen diktierten das Geschehen und Silvio Heinevetter machte im direkten Vergleich mit Domenico Ebner die bessere Figur, so dass Felix Danner und Tobias Reichmann eine 7:5-Führung herauswerfen konnten (18.). Gefolgt von der bereits vierten Zeitstrafe, diesmal gegen Marino Maric, und dem ersten Tor von Melsungens 2022-Neuzugang Ivan Martinovic zum Anschluss. Das jedoch Domagoj Pavlovic mit einem fast ansatzlosen Schlagwurf aus gut zehn Metern beantwortete. Martinovic nahm die Kampfansage an und traf gleich noch einmal: 8:7 (22.).

Die entscheidenden Faktoren in dieser ersten Hälfte hießen Heinevetter und Kai Häfner. Ersterer parierte mit seiner sechsten Parade den Siebenmeter von Johan Hansen, Letzterer tankte sich in Unterzahl – Danner hatte die mittlerweile fünfte Zeitstrafe gegen die MT kassiert – unwiderstehlich zum 10:7 durch (25.). Zum ersten Mal also drei vor für die MT und Hannover zeigte deutlich Wirkung. Fabian Böhm, beim 11:9 noch erfolgreich, blieb im nächsten Versuch am Block von Felix Danner hängen. Die Recken-Deckung wiederum konzentrierte sich folgerichtig auf den starken Häfner nach dessen 11:8 (26.), was Julius Kühn in die Karten spielte. Der glänzte mit plötzlich ganz viel Freiraum als Passgeber auf Danner und traf selbst noch zweimal, was Melsungen eine zunächst einmal komfortable Pausenführung bescherte.

Zwar gehörte auch der Auftakt zur zweiten Hälfte Silvio Heinevetter, als er den Wurf von Martinovic abwehrte, aber Hannes Feise schnappte sich den Abpraller und vollendete nachträglich doch noch. Dann war wieder Martinovic dran, verwandelte zwei Siebenmeter und hielt Hannovers Hoffnungen damit mehr als am Leben. Die kämpften in der Deckung plötzlich ebenbürtig mit der MT und blockten mehrfach ganz stark. Während Häfner und Pavlovic sich vorn Fehler leisteten, blieb Martin Hanne im Abschluss nicht nur eiskalt, sondern zog auch noch Danners zweite Strafe des Spiels. Der TSV auf 16:15 wieder dran, Gudmundur Gudmundsson legte die Grüne Karte zur Auszeit (38.).

Es kam nach Wiederaufnahme der Partie noch dicker für die Melsunger. Marino Maric holte einen Siebenmeter, Tobias Reichmann vergab ihn gegen Urban Lesjak, der zur Pause für Ebner gekommen war. Dafür parierte Silvio Heinevetter zwar glänzend gegen den leicht geschobenen Ivan Martinovic aus dem Feld, doch der bekam dafür ebenfalls einen Strafwurf – und verwandelte ihn höchstselbst sicher zum 16:16-Ausgleich. Alles also wieder auf Null gestellt nach 40 Minuten.

Einen Aufreger gab es kurz darauf beim Stand von 17:17, als Julius Kühn explosiv hochstieg und mit seinem Wurf an Lesjak scheiterte. Er wurde dabei aber von Fabian Böhm noch in der Luft attackiert, was dem Hannoveraner nach angefordertem Videobeweis der Unparteiischen schließlich die Rote Karte einbrachte. Eine sehr harte Entscheidung, die seitens der Niedersachsen auf Unverständnis stieß, aber nichts an ihrer Konzentration änderte. Selbst in Unterzahl wurden die Führungen durch Julius Kühn und Marino Maric durch Ivan Martinovic und Filip Kuzmanovski egalisiert (19:19, 45.).

Es begannen erneut, wie schon im ersten Durchgang, Minuten des zähen Ringens um jeden Ball. Beide Abwehrreihen agierten stark, beide Torhüter, bei Melsungen mittlerweile Nebojsa Simic statt Silvio Heinevetter, ebenfalls. Da brauchte es Einzelleistungen wie die von Kai Häfner zum 21:20 (50.) oder das clevere Kreuzen von Häfner und Pavlovic auf der rechten Seite, was links Julius Kühn den Raum zum Durchbruch eröffnete: 22:21 (51.). Nur eine Minute später lag der Halblinke, einmal mehr aus der Luft geholt, auf dem Boden. Es war ein blanker Abnutzungskampf in dieser entscheidenden Phase des Spiels.

Die spielerische Linie geriet ins Hintertreffen, ebenso kraftvolle wie kräftezehrende Einzelaktionen prägten das Bild. Johan Hansens Tor von außen ins kurze Eck zum 23:23 (54.) war eine Ausnahme, denn er wurde vorher prima frei gespielt. Kühns 24:23 war ebenso ein knallharter Hammer ins Eck wie Martinovic‘ Siebenmeter zum erneuten Ausgleich. Ähnlich humorlos versenkte Tobias Reichmann seinen Versuch von der Linie. Dann aber vergab Kuzmanovski frei vom Kreis gegen den klasse reagierenden Simic, ebenso wie Kastening auf der anderen Seite an Lesjak scheiterte. Erst als Hannes Feises Versuch am kurzen Pfosten landete, im Gegenzug Domagoj Pavlovic mit fast letzter Kraft bei angezeigtem Passivspiel zum 26:24 einwarf und Simic gegen Hanne parierte, war 46 Sekunden vor Schluss die Entscheidung gefallen.

 

Zuschauer: 1.600 in der Barclaycard Arena, Hamburg.

Info: MT Pressedienst      Fotos: M.Kittner

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