MT empfängt selbstbewusste Nordhorner

MT empfängt selbstbewusste Nordhorner

Das zuletzt im erfolgreichen Hessenderby gezeigte Level wieder zu erreichen, das ist der erklärte Anspruch der MT Melsungen zum Heimspiel am kommenden Sonntag. An diesem sechsten Spieltag der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga gibt die HSG Nordhorn ihre Visitenkarte in Kassel ab. Anwurf in der Rothenbach-Halle ist um 16:00 Uhr. Aufgrund der neuen Coronaregelungen sind zu diesem Spiel keine Zuschauer zugelassen. Liveberichterstattung gibt es unter anderem auf SKY.

„Wir wollen an die guten Leistungen aus dem Spiel in Wetzlar anknüpfen und uns in Abwehr und Angriff wieder ein Stück weiterentwickeln”, gibt Gudmundur Gudmundsson als Losung für das Heimspiel am Sonntag gegen die HSG Nordhorn-Lingen aus. Dem MT-Chefcoach hat im Hessenderby übrigens der Angriff etwas besser als die Abwehr gefallen, er sieht er seine Mannschaft auf einem guten Weg: “Das ist ein Niveau, das wir festigen wollen”, fordert der Isländer. Er setzt dabei zwar auf eine bestimmte Startformation, betont aber gleichzeitig, “dass auch die Spieler, die von der Bank kommen, voll integriert sein müssen, damit bei Einwechslungen keine Brüche im Spiel entstehen”.

Am Ende der absolvierten Trainingswoche hat Gudmundur Gudmundsson ein gutes Gefühl. Er hatte bis auf Ole Pregler, der einen Kurzlehrgang mit der U18-Auswahl des Deutschen Handballbundes absolvierte, alle Mann an Bord. Dabei lag ein Fokus der Trainingsarbeit auf der Feinjustierung der Hintermannschaft. “Wir wollen hier noch mehr agieren, den Gegner vor Aufgaben stellen, statt nur zu reagieren”, verrät der Coach. Und sagt auch, warum dies im Hinblick auf Nordhorn wichtig ist: “Die HSG hat zuletzt gegen Kiel starke Phasen gezeigt, hat eine Halbzeit lang ziemlich gut gespielt und dem hohen Favoriten Paroli geboten. Wir haben Respekt vor dieser Mannschaft und müssen wirklich aufpassen. Generell gilt ja mehr denn je, dass in der Bundesliga jeder Gegner gefährlich ist”.

Die Grafschafter verbuchen derzeit als Tabellenachtzehnter zwei Punkte auf der Habenseite, die sie Mitte des Monats in Coburg erkämpften. Ansonsten müssen sie sich eigentlich nicht weiter beunruhigen. Denn mit Berlin, Flensburg, dem Bergischen HC, der “Mannschaft der Stunde”, und zuletzt Kiel, standen bereits dicke Brocken auf dem Programm. Dagegen hatte der Club mit Sitz nahe der holländischen Grenze sicher nicht unbedingt Siege eingeplant.

An der Seitenlinie der HSG führt seit dieser Saison Daniel Kubeš das Zepter. Der ehemalige Abwehrspezialist, der zwischen 2012 und 2014 auch schon das Trikot der MT trug, hat zu Saisonbeginn den etwas glücklosen Geir Sveinsson abgelöst. Nun soll der ehemalige tschechische Nationalspieler und Trainer die Nordhorner in der Liga halten. Das war ihnen am Ende der vergangenen Saison als Tabellenletzter nur deshalb gelungen, weil die Runde wegen Corona abgebrochen wurde und es keine Absteiger gab. Auffälligster Spieler in ihren Reihen ist der Ex-Magdeburger Robert Weber. Der treffsichere Rechtsaußen kann nach fünf Spieltagen bereits 35 Tore vorweisen, womit er in der Ligastatistik auf Rang vier liegt.

Apropos Torjägerstatistik: Da kann MT-Shooter Julius Kühn gut mithalten, der Halblinke war inzwischen auch schon 32 mal erfolgreich. Klar, dass er stets in der “Starting Seven” auftaucht. Genauso, wie in den bisherigen Spielen Yves Kunkel, Domagoj Pavlovic, Arnar Arnarsson und Kai Häfner und in der Abwehr Finn Lemke. Auf allen anderen Positionen behält sich Gudmundur Gudmundsson vor, diese so zu besetzen, wie es die taktische Marschroute gegen den jeweiligen Kontrahenten erfordert.

Weniger von der Taktik, sondern eher von den Besonderheiten der gegnerischen Schützen abhängig ist die Reihenfolge im Tor. Wobei sowohl Silvio Heinevetter als auch Nebojsa Simic die Erwartungen erfüllt haben. Am Sonntag gegen die selbstbewussten Nordhorn (O-Ton Kubes im HNA-Interview: Wir haben Potenzial) werden aber ganz sicher nicht nur die beiden MT-Zerberusse gefordert sein.

(MK)

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