MT Melsungen vor gleich zwei Knüllern in Folge

 

Die Länderspielwoche ist abgehakt, jetzt steht wieder die LIQUI MOLY Handball-Bundesliga im Mittelpunkt. Nachdem die MT Melsungen gleich sechs deutsche Profis – ein Novum in der Geschichte des nordhessischen Aushängeschildes – zu den beiden siegreichen EM-Quali-Spielen gegen Bosnien-Herzegowina und Estland abgestellt hatte müssen die Rotweißen jetzt ohne eine ordentliche Vorbereitung schnell wieder auf Ligabetrieb umschalten. Dabei sind sie gleich zweimal in Folge hochkarätig gefordert: Am Mittwoch beim Titelaspiranten SG Flensburg-Handewitt (19:00 Uhr, Flens-Arena) und am Samstag gegen den ärgsten Verfolger SC Magdeburg (18:00 Uhr, Rothenbach-Halle. Beide Knüller werden unter Corona-Bedingungen ausgetragen, also ohne Zuschauer.

Mit den deutschen Nationalspielern Julius Kühn, Finn Lemke, Kai Häfner, Tobias Reichmann, Timo Kasten und Silvio Heinevetter, den beiden kroatischen Auswahlcracks Domagoj Pavlovic und Marino Maric sowie den beiden isländischen Internationalen Arnar Arnarsson und Trainer Gudmundur Gudmundsson war mehr als die Hälfte des Melsunger Kaders in der vergangenen Woche verstreut in Europa im Einsatz. In Zeiten von Corona ein schwieriges Unterfangen. Die jeweiligen Verbände hatten alle erdenklichen Vorkehrungen getroffen, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Umfangreiche Testungen unmittelbar vor und nach den betreffenden Länderspielen sollten eine entsprechende Sicherheit gewährleisten.

Corona-Meldungen aus dem DHB-Team verunsichern die Liga

Dass es dennoch keinen hundertprozentigen Schutz gibt, macht die Meldung des Deutschen Handballbundes (DHB) vom Montag deutlich, nachdem sich bei einem der Nationalspieler ein positiver Corona-Test ergeben hat. Bis auf diese eine Ausnahme waren die Testungen aller anderen Spieler auch direkt nach dem Spiel in Tallinn (Estland) am Sonntagabend negativ ausgefallen. Am Dienstagabend gab der DHB dann bekannt, dass es sich bei dem Spieler um Torhüter Johannes Bitter handelt, bei dem auch ein Nachtest positiv war. Nachrichten wie diese, sorgen unter den ohnehin durch die Coronakrise verunsicherten Bundesligaclubs für zusätzliche Aufregung. Drängendste Frage: Wie handhabt die Liga den anstehenden Spieltag am Mittwoch?

Der MT-Tross hat sich indes am Dienstagmittag auf den Weg nach Flensburg gemacht. Schließlich mussten beiden Seiten zu dem Zeitpunkt davon ausgehen, dass am Mittwochabend das Duell zwischen dem Tabellendritten und dem Vierten stattfindet. Falls in Sachen Corona nicht doch kurzfristig neue Erkenntnisse zutage gefördert werden und seitens der Ligaführung Entscheidungen getroffen werden – zum Beispiel eine Verlegung des Spiels.

MT-Kader nicht komplett

Nicht mit an Bord des Melsunger Mannschaftsbusses war Lasse Mikkelsen. Der Däne laboriert an einer Verletzung des Handgelenks. Alle anderen MT-Cracks meldeten sich einsatzbereit – also auch Silvio Heinevetter und Domagoj Pavlovic, die leichtere Blessuren aus ihren internationalen Einsätzen mit nach Hause gebracht hatten.

Keine ordentlich Spielvorbereitung möglich – Gudmundsson sieht dennoch Chancen

Die Vorbereitung auf dieses Match war für beide Kontrahenten gleichkurz. Wobei die MT noch den Nachteil der Anreise hat. Mit knapp 500 Kilometern einfach Strecke ist Flensburg für die Nordhessen das weiteste Fahrziel der Liga. Gudmundur Gudmundsson konnte seine Schützlinge lediglich am Montagabend und am Dienstagvormittag zum Hallentraining versammeln. Ansonsten musste zur Einstimmung auf den Top-Gegner verstärkt die Videoanalyse herhalten. “Das ist alles andere optimal. Ich verstehe auch diese Planung nicht, ausgerechnet nach einer Länderspielwoche noch einen Mittwoch-Spieltag einzurichten. Dazu hätte es davor sicher bessere Gelegenheiten gegeben”, zeigt sich der MT-Coach mit der Terminsituation unzufrieden.

Nichtsdestotrotz ist “Gudmi” davon überzeugt, mit seiner Mannschaft in Flensburg eine realistische Erfolgschance zu haben. “Dazu müssen wir aber insgesamt sehr gut spielen, nicht nur in der Abwehr, sondern auch im Angriff. Gerade dort haben wir zuletzt ja gute Fortschritte gemacht”, so der Isländer.
Zum Thema Abwehr: Wie schon in den letzten Spielen, in denen Finn Lemke und Arnar Arnarsson einen effektiven Mittelblock bildeten, wird das Duo auch in Flensburg gefordert sein. Dessen Selbstvertrauen hat einen zusätzlichen Schub erhalten – beide Profis erhielten nämlich nach den letzten Länderspielen von ihren jeweiligen Trainern ein Sonderlob.

Flensburg mit eingespieltem Kader aber ohne Ex-MT’ler

Die Flensburger vertrauen auf einen größtenteils seit 2018 eingespielten Kader, aus dem Torhüter Benjamin Buric (39 Prozent gehaltener Bälle – Ligaspitze!) und die Goalgetter Hampus Wanne (LA, 30 Tore), Jim Gottfridsson (RM, 25 T.) und Goran Sogard (RM, 24 Tore) herausragen. Gegen seinen früheren Club nicht dabei sein kann Johannes Golla. Das ehemalige MT-Kreisläufertalent kuriert derzeit einen Mittelfußbruch aus.

Von ihren bislang sechs Spielen konnte die SG fünf zu ihren Gunsten entscheiden, nur beim Meister Kiel gab es eine Niederlage. So rangieren die Nordlichter mit 10:2 Zählern punktgleich und nur aufgrund des etwas schlechteren Torverhältnis hinter Kiel und den Rhein-Neckar Löwen auf Rang drei. Gleich dahinter, mit nur einem Punkt Abstand, folgt schon die MT Melsungen.

Bisherige Begegnungen
33 Spiele (inkl. 1x DHB-Pokal), davon 28 Siege SG, 1 Sieg MT, 4 Remis.
Den letzten einfachen Punktgewinn schaffte die MT mit einem 24:24 im Dezember 2016 in Kassel
Letzte Saison:
04.03.2020, SG Flensburg-H. – MT Melsungen 30:23
25.08.2019, MT Melsungen – SG Flensburg-H. 19:24

Liveberichterstattungen
SKY startet ab 18:30 Uhr mit der Konferenz und Interviews (Kommentator Karsten Petrzika).
HNA-Radio (Max Bülau) sendet ab 19:00 Uhr direkt aus der Arena.
Info: MT Pressedienst                                        Fotos: M.Kittner

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