MT mit neuem Coach gegen den Tabellenführer

MT mit neuem Coach gegen den Tabellenführer

Mit dem bevorstehenden Spieltag in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga bricht für die MT Melsungen eine neue Zeitrechnung an: Beim Heimspiel-Knüller gegen den verlustpunktfreien aktuellen Tabellenführer SC Magdeburg steht bei den Nordhessen ein neuer Trainer an der Seitenlinie. Das Spiel am Donnerstag in der Kasseler Rothenbach-Halle wird um 19:05 Uhr angepfiffen. Es sind noch Karten im Vorverkauf und an der ab 17:30 Uhr geöffneten Tageskasse erhältlich.

Zur Nebensache wird das Spiel der MT Melsungen am Donnerstag in Kassel ganz bestimmt nicht. Auch wenn der neue Mann an der Seitenlinie wohl die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird. Denn Roberto Garcia Parrondo gibt nicht nur seinen Einstand bei der MT, sondern feiert gleichzeitig auch seine Premiere in Deutschland. Der 41-jährige Spanier tritt bei den Nordhessen die Nachfolge des kürzlich beurlaubten Gudmundur Gudmundsson an.

Roberto Garcia Parrondo kommt mit der Empfehlung nach Deutschland, Vardar Skopje 2019 überraschend zum Champions League Titel und in den letzten zwei Jahren die ägyptische Nationalmannschaft dicht an die Weltspitze geführt zu haben. Mit ihr wurde er bei den olympischen Spielen in Tokio Vierter. Auf internationalem Parkett hatte er zuvor auch schon als Aktiver auf sich aufmerksam gemacht. In fast 90 Länderspielen für Spanien erzielte der Rechtsaußen gut 200 Tore, gewann in 2011 WM-Bronze.

MT-Vorstand Axel Geerken möchten den Neuen auf der sportlichen Kommandobrücke dennoch nicht unter Druck setzen, erst recht nicht gegen den verlustpunktfreien SC Magdeburg: “Roberto hat die Mannschaft gerade mal eineinhalb Tage vor dem Spiel zum ersten Mal getroffen. Auch wenn ihm ein sehr guter Ruf vorauseilt und er in seiner Trainerkarriere schon Erstaunliches geleistet hat, sollten wir in puncto Erwartungen die Kirche im Dorf lassen. Er hat in den ersten zwei Trainingseinheiten einige interessante Dinge nicht nur angesprochen, sondern in sehr ausführlichen Videoanalysen versucht, den Spielern auch nahe zu bringen. In dem Zusammenhang war es schon erstaunlich, wie gut er angesichts der sehr kurzen Zeit so gut vorbereitet war. Gut möglich, dass er schon gegen Magdeburg einige neue Impulse setzen kann. Dennoch muss er die Zeit bekommen, die notwendig ist, um die Mannschaft richtig kennenzulernen und seine Handschrift einzubringen. Sprachlich gibt es übrigens kein Problem, er spricht sehr gut englisch und das verstehen unser Spieler alle”.

Bei MT-Gegner SC Magdeburg muss man angesichts seines bisherigen Abschneidens nicht völlig überrascht sein. Nach fünf absolvierten Spielen weisen die Otto-Städter eine blütenweiße Weste auf und grüßen von der Tabellenspitze. Der letztjährige Liga-Dritte und European-League-Gewinner hat sich für die laufende Saison Großes vorgenommen und will am liebsten um drei Titel mitspielen. Derzeit läuft also in der Liga alles nach Plan. Wie es in der European League aussieht, weiß man ab Mitte Oktober, wenn der SCM in der Gruppenphase in den europäischen Wettbewerb einsteigt. Kurz darauf erfolgt der Start im DHB-Pokal, wo mit Lübbecke ein “machbarer” Gegner wartet.

Aus Sicht der Magdeburger dürfte auch die MT als “machbarer” Gegner eingestuft werden. Allein schon der Statistik wegen. Die Spiele waren zwar in der Regel stets heiß umkämpft, aber mehrheitlich hatte am Ende der SCM die Nase vorn – nämlich genau 23 mal in den bisherigen 32 Vergleichen. Abgesehen davon haben die Grün-Roten aber auch aktuell eine Mannschaft stehen, die über diverse Prunkstücke verfügt. Beispiel Rückraum, wo mit Neuzugang Philipp Weber, Marko Bezjak, Gisli Kristjansson, Michael Damgaard, Christian O’Sullivan, Omar Magnusson und Kay Smits jede Position doppelt und sehr gut besetzt ist. Bis auf Nationalspieler Philipp Weber ist die Aufbaureihe gegenüber der vergangenen Saison kaum verändert worden, also entsprechend eingespielt. Und auch die Flügelzange mit Lukas Mertens und Tim Hornke kann kräftig zukneifen – allein die beiden Außen haben fast ein Viertel der bisherigen Magdeburger Tore erzielt. Kurzum, die Bördestädter kommen als Favorit nach Kassel.

Wo allerdings eine MT wartet, die heiß darauf ist, einen Großen zu kitzeln. Ohne Lübbecke zu nahe treten zu wollen, aber Magdeburg ist ein anderes Kaliber. Gegen die Ostwestfalen haben die Nordhessen am Sonntag mit einem 23:22 ihre ersten beiden Pluspunkte dieser Saison eingefahren. Ob der “Neue-Besen-kehren-gut-Effekt “ am Donnerstag schon wirkt, bleibt abzuwarten. Trainer Parrondo kann bis auf den verletzten Abwehrchef Finn Lemke (Teilabriss des Außenbandes im Sprunggelenk) den kompletten Kader aufbieten. Dabei beabsichtigt der Coach auf jeden Fall auch einen Spieler aus dem MT-Nachwuchskader aufzustellen.

Formstark zeigten sich zuletzt gegen Lübbecke vor allem die beiden Keeper Silvio Heinevetter und Nebojsa Simic sowie Kapitän Kai Häfner und Timo Kastening. Gegen Magdeburg wird sicher auch Neuzugang André Gomes, der nach fünfwöchiger Verletzungspause am Sonntag nur zu einem Kurzeinsatz kam, längere Einsatzzeiten bekommen. Die Voraussetzungen für ein hochinteressantes Kräftemessen sind jedenfalls hüben wie drüben gegeben.

Schiedsrichter in Kassel:
Martin Thöne (Lilienthal) / Marijo Zupanovic (Berlin); DHB-Spielaufsicht Frank Wenz
Bisherige Vergleiche MT Melsungen – SC Magdeburg
32 HBL- Spiele, davon 6 Siege MT, 23 Siege SCM, 3 Remis
Letzte Spiele:
18.04.21, SC Magdeburg – MT Melsungen 31 : 27
28.02.21, MT Melsungen – SC Magdeburg 24 : 27
Live-Berichterstattung:
Aus der Rothenbach-Halle meldet sich ab 15:45 Uhr Patrick Schuhmacher mit dem “Fulle Power – das Bitburger Liveradio“.
Für TV-Sender Sky kommentiert Peter Schmitz.
Etwa 15 Minuten nach Spielende gibt’s die Presskonferenz im Livestream auf YouTube
Halle / Tickets:
Es gibt noch ausreichend Tickets in allen Kategorien, sowohl im Vorverkauf als auch am Spieltag
an der ab 17:30 Uhr geöffneten Hallenkasse. Einlass ist ebenfalls ab 17:30 Uhr.
Es gilt der 2-G-Status. Insofern entfällt die Registrierung über die Eventim-App, ebenso die
Maskenpflicht auf den Plätzen.
Die MT hat übrigens das vom TÜV Hessen das Qualitätssiegel “Geprüfter Infektionsschutz Covid-19“ erhalten. So sind in der Rothenbach-Halle alle Anforderungen an erforderliche Schutz- und Hygienemaßnahmen der COVID-19-Infektionsprävention erfüllt.

(MK)

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