MT muss sich gegen Minden mit Remis begnügen

 

Die MT Melsungen hat es nicht geschafft, die bittere Niederlage der Vorwoche in Erlangen abzuschütteln. Gegen GWD Minden kamen die Nordhessen nach einer durchweg engen Begegnung nicht über ein 24:24 (14:14) hinaus. Es drohte sogar eine Heimniederlage, aber Timo Kastening behielt in der leeren Kasseler Rothenbach-Halle die Nerven und egalisierte die letzte Gästeführung zehn Sekunden vor dem Abpfiff per Siebenmeter. Zuvor hatte Julius Kühn acht Mal aus dem Feld für die Melsunger getroffen, wurde aber vom Mindener Juri Knorr überflügelt, der allerdings fünf seiner neun Tore per Siebenmeter erzielte. Ohne Überraschung in der Aufstellung startete die MT mit Anwurf in die Partie und damit der Chance sofort vorzulegen. Das jedoch verhinderte Malte Semisch im Tor der Gäste, der in der Startformation der Gäste den Vorzug gegenüber Carsten Lichtlein erhalten hatte. Auch beim zweiten Anlauf der Rot-Weißen blieb Semisch der Sieger und ermöglichte damit Juri Knorr das erste Tor des Abends. Da waren bereits mehr als drei Minuten absolviert. Die nächsten Treffer fielen in weitaus kürzeren Abständen: bei Tobias Reichmanns verwandelter Siebenmeter zum 3:3 waren erst weitere dreieinhalb Minuten vergangen.

Den ersten Aufreger gab es nach Nebojsa Simic‘s zweiter Parade und Julius Kühns Versuch, die erste MT-Führung zu erzielen. Ziemlich rüde wurde er von Mijan Pusica aus der Luft geholt, der mit zwei Minuten noch gut  bedient war. Die Führung für Melsungen war es dennoch, weil Tobias Reichmann seinen zweiten Strafwurf innerhalb kürzester Zeit im Gehäuse unterbrachte. Als Pusica wiederkam, musste dafür Finn Lemke runter. Der Ballbesitz blieb aber bei Rot-Weiß, weil Lucas Meister seinen Aufsetzer nur an die Latte traf. Im Gegenzug machte dafür Julius Kühn das 6:4 (11.).

Selbst ein gehaltener Siebenmeter des eingewechselten Carsten Lichtlein gegen Tobias Reichmann genügte den Mindenern nicht, um besser ins Spiel zu kommen. Melsungens Abwehr stand gut, Simic knüpfte an seine zuletzt guten Leistungen an und vorn wurde Yves Kunkel mustergültig freigespielt: 8:5 und Auszeit GWD (14.). Juri Knorrs anschließende Verkürzung von der Strafwurflinie konterte Kai Häfner umgehend, so dass es beim Abstand von drei Treffern blieb (9:6, 16.). Daran änderte sich auch nichts, als Arnar Freyr Arnarsson auf die Strafbank musste. Im Gegenteil erhöhte Julius Kühn sogar auf 12:8, nachdem Marino Maric die das Gleichgewicht auf dem Feld wieder hergestellt hatte (20.).

Die nächste Zeitstrafe, diesmal gegen Kühn, wussten die Ostwestfalen besser zu nutzen. Christoffer Rambo schlug einmal in Überzahl zu, zweimal danach – 12:12 (25.). Dazwischen immer wieder Paraden von Malte Semisch, der Nebojsa Simic in Sachen gehaltener Bälle mittlerweile überflügelt hatte. Er war es auch, der nach verteiltem Spiel in den verbleibenden Minuten den letzten Ball der ersten Hälfte an die Latte lenkte. Es war ein direkter Freiwurf nach Ablauf der Zeit, den Julius Kühn über die Abwehrmauer gezirkelt hatte. Aber eben nicht am Schlussmann vorbei, der damit zum Garanten der Gäste für das nicht unverdiente Remis zur Pause avancierte.

Mit Silvio Heinevetter und Timo Kastening startete die MT auf zwei Positionen verändert zur Startaufstellung in  den zweiten Durchgang. Den besseren Auftakt hatten jedoch wieder die Gäste, denen Doruk Pehlivan die erste Führung nach dem Seitenwechsel bescherte. Die erhöhte Juri Knorr kurz darauf von der Siebenmeterlinie sogar auf zwei Tore, parallel dazu musste Domagoj Pavlovic für zwei Minuten runter. Melsungen riss sich zusammen, glich durch Yves Kunkel zum 17:17 aus – und war durch die nächste Strafe gegen Arnar Freyr Arnarsson prompt wieder in Unterzahl (35.).

So rechter Spielfluss wollte nicht aufkommen. Viele Fehler bestimmten auf beiden Seiten das Geschehen, die kleinen Vorteile lagen jedoch bei den Gastgebern. Die wirkten zumindest in der Abwehr entschlossener und aggressiver, was neben den fast unvermeidlichen Zeitstrafen auch Ballgewinne zur Folge hatte. Fast folgerichtig vollstreckte der sehr treffsichere Julius Kühn mit seinem bereits siebten Volltreffer zum 19:17 und zwang mit diesem 4:0-Lauf der MT Trainer Frank Carstens zur Auszeit (40.).

Aufhalten ließ sich Melsungen davon jedoch nicht. Silvio Heinevetter blieb Sieger gegen Christoffer Rambo, Kai Häfner erhöhte auf 20:17. Nur weil Malte Semisch erst Lasse Mikkelsens Siebenmeter hielt und nachfolgend auch zweimal Julius Kühns Würfe entschärfte, geriet der MT-Express wieder ins Stocken. Heinevetter sorgte zwar dafür, dass hinten nicht allzu viel anbrannte, gegen Juri Knorrs Geschoss aus der zweiten Reihe zum 20:18 (46.) war er jedoch ebenso machtlos wie gegen dessen nächsten Strafwurf: nur noch 20:19 (48.).

Die Trümpfe beider Mannschaften standen mittlerweile zwischen den Pfosten. Es war teils atemberaubend, was Malte Semisch auf der einen sowie Silvio Heinevetter auf der anderen Seite wegfischten. Eine Parade reihte sich an die nächste, Tore gerieten zur Ausnahme. Kai Häfner gelang nach zwischenzeitlicher Fünf-Minuten-Flaute mal wieder eins zum 23:21, was Lucas Meister sofort konterte (55.). Mehr noch: Juri Knorr machte den Ausgleich, Julius Kühn setzte seinen Versuch krachend an den Pfosten. Minden war drei Minuten vor dem Ende wieder ganz dick im Geschäft. Erst recht, als Doruk Pehlivan das 23:24 machte und Kai Häfner am Tor vorbei zielte.

Stimmen zum Spiel

Gudmundur Gudmundsson: Das war ein wechselhaftes Spiel von unserer Seite. Wir haben phasenweise eine gute Abwehr gespielt und in der zweiten Halbzeit auch nur zehn Tore bekommen. An der Abwehr lag es also nicht. Wir hatten aber vorn eine sehr schlechte Wurfquote. Das waren etwa 20 Fehlwürfe und das ist einfach viel zu viel. Auch in der Phase, als Minden lange kein Tor geworfen hat, haben wir selbst nur vier erzielt. Wir hätten die Chance gehabt, sogar auf fünf Tore wegzuziehen, so aber hat das 20:17 am Ende nicht gereicht und Minden kam wieder ran. Am Ende konnten wir dann fast froh sein, noch einen Punkt geholt zu haben.

Frank Carstens: Wir sind glücklich über den ersten Punkt, den wir diese Saison in der Bundesliga geholt haben. Überraschenderweise auch noch auswärts – aber ich glaube, nicht unverdient. Der Start in die zweite Halbzeit ist uns sogar gelungen und wir waren zwei weg. Machen dann aber über zwölf Minuten kein Tor mehr. Zum Glück lagen wir nach dieser Phase nur mit drei zurück. Ich bin froh, dass meine Mannschaft da ihren Spielfaden nicht komplett verloren hat. Juri Knorr war natürlich stark heute, aber so einen braucht man, um in Melsungen was zu holen. Und natürlich Malte Semisch im Tor mit 16 oder 17 Paraden. Das war ein Schritt für uns in die richtige Richtung. Auch wenn die Spieler jetzt in der Kabine etwas traurig sind, dass es so knapp doch nicht zum Sieg gereicht hat.

Zuschauer: Ohne Zuschauer in der Rothenbach-Halle, Kassel.

Die beiden nächsten Spiele:
So., 25.10.20, 13:30 Uhr, HSG Wetzlar – MT Melsungen, Rittal Arena Wetzlar
So., 01.11.20, 16:00 Uhr, MT Melsungen – HSG Nordhorn-Lingen, Rothenbach-Halle Kassel

Info: MT-Pressedienst                      Fotos: M.Kittner

(MK)

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