Souverän: MT schlägt Nordhorn 33:28

Nordhorn-Lingen ungefährdet mit 33:28 (15:13) gewonnen und setzt sich damit in der Spitzengruppe der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga Die MT Melsungen hat ihr Heimspiel vor leeren Rangen in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen die HSG fest. Nach sicher geführtem Spiel gab die MT kurz vor der Pause zwar einen Vier-Tore-Vorsprung wieder her, setzte sich dann nach dem Seitenwechsel aber schnell vorentscheidend ab. Mit sieben Treffern war Julius Kühn der erfolgreichste Schütze der Gastgeber, bei denen auch Yves Kunkel mit fünf Toren überzeugte. Für Nordhorn-Lingen war Robert Weber gleich elfmal erfolgreich, siebenmal davon per Siebenmeter.

Gleich mit ihrem ersten Angriff stellten die Gäste klar, dass sie nicht gewillt waren, die Punkte kampflos abzuliefern. Kurzes Abtasten, Kreuzbewegung und Julian Possehl war frei durch – 0:1. Es ging schnell mit den Abschlüssen in dieser Anfangsphase und die Schützen zielten auf beiden Seiten gut. Zwar ging die MT-Deckung aggressiver zu Werke, kassierte dadurch allerdings auch prompt zwei Siebenmeter. Sichere Sache für Robert Weber, der dadurch gleich dreimal erfolgreich war zum Stand von 4:4 nach gerade einmal knapp mehr als sechs gespielten Minuten.

Auch wenn sich hinten die eine oder andere Lücke öffnete und, wie beim 4:5 durch den unhaltbar abgefälschten Wurf von Georg Pöhle, auch Pech im Spiel war, sorgte das konzentrierte Angriffsspiel der MT dafür, dass nach Nebojsa Simic‘s zweiter Parade des Spiels Yves Kunkel nach feinem Zuspiel von Julius Kühn mit 7:6 die erste Gastgeber-Führung auf der Anzeigetafel aufleuchtete (12.). Das 8:6 besorgte der Halblinke nur eine Minute später dann wieder selbst.

Das Spiel beruhigte sich etwas, Nordhorn stand defensiv kompakter und verschob wesentlich effektiver als zu Beginn. Da sich auch Lücken in der rot-weißen Deckung wesentlich seltener auftaten, gerieten Tore ein wenig zur Mangelware. Dafür mussten nacheinander erst Domagoj Pavlovic, dann Anton Prakapenia auf die Strafbank. Der Ertrag aus dem Platz auf dem Feld waren auf beiden Seiten je zwei Tore, so dass es nach Treffern von Julius Kühn und Julian Possehl mit 10:8 in die erste Auszeit, genommen von Gudmundur Gudmundson, ging (23.).

Die fruchtete. Marino Maric, für Arnar Freyr Arnarsson an den Kreis gerückt, und Domagoj Pavlovic erhöhten schnell auf vier Tore Vorsprung, nach Tobias Reichmanns 14:10 per Tempogegenstoß sah auch Daniel Kubeš Redebedarf mit seiner Mannschaft. Melsungen hatte dennoch Gelegenheit, die Führung auszubauen. Weil aber einmal der eingewechselte Björn Buhrmester hielt, Marino Maric hart bedrängt am Tor vorbei zielte und beim Anspiel auf außen das Spielgerät ins Aus flog, fand die HSG den Anschluss wieder. Der mittlerweile fünfte verwandelte Siebenmeter von Robert Weber bedeutete den 14:13-Anschluss, ehe Pavlovic kurz vor dem Pausenpfiff zumindest wieder für einen kleinen Puffer sorgte.

Mit Beginn der zweiten Hälfte besetzte Timo Kastening die rechte Außenbahn bei der MT, Silvio Heinevetter übernahm den Job zwischen den Pfosten. Daniel Kubeš vertraute weiterhin seiner Formation der ersten Hälfte, in der Björn Burmester ja bereits nach einer Viertelstunde den zuvor glücklosen Bart Ravensbergen abgelöst hatte. Der Start in den zweiten Durchgang gehörte ganz klar den Gastgebern, die durch Kai Häfner und einen Tempogegenstoß von Julius Kühn schnell mit 17:13 in Vorlage gingen (32.). Die anschließende Überzahl nach Zeitstrafe gegen Julian Possehl indes bekam ihnen nicht gut. Robert Weber per Strafwurf und Dominik Kalafut verkürzten wieder auf 17:15 (34.).

Die folgenden Minuten gehörten den Nordhessen. Insbesondere Julius Kühn zog kräftig an und steuerte zwei Treffer zum 21:16 bei, der ersten Fünf-Tore-Führung der MT an diesem Nachmittag. Einmal mehr reagierte HSG-Coach Daniel Kubeš und bat zur Auszeit. Die prompt eine Rückkehr zur Spielweise der Anfangsphase zur Folge hatte. Auf beiden Seiten war fast jeder Wurf ein Treffer, was dem entsprechend am Abstand nichts änderte. Zwar durften sich zwischenzeitlich auch Buhrmester und Heinevetter mal auszeichnen, in der Regel waren sie aber nur zweite Sieger im Duell mit den Schützen. Als sich der MT-Keeper einen kleinen Vorteil erarbeitete, schloss Yves Kunkel zum 27:21 ab – und zwang Kubeš früh zu dessen letzter Auszeit (47.).

Die sich anbahnende Entscheidung konnte er damit allerdings nicht verhindern. Erst entzauberte Silvio Heinevetter den zuvor siebenmal von der Strafwurflinie erfolgreichen Robert Weber in dessen achtem Versuch, dann trafen Kunkel und Maric zuverlässig gegen die zu offensiver Deckung übergegangenen Gäste und die nächste Überzahl nutzte Kai Häfner zum 30:23 (53.). Den vorher eher knappen Vorsprung von Silvio Heinevetter gegenüber Björn Buhrmester baute der MT-Neuzugang mit einer famosen Doppelparade gegen Robert Weber und Luca de Boer aus, Timo Kastening erhöhte auf 31:23 (54.).

Die verbleibende Spielzeit brachte erwartungsgemäß keine Wende mehr. Zu konzentriert und zielstrebig die Melsunger, Nordhorn zwar engagiert, aber hinten nicht stabil genug. Emotionen brachten allenfalls noch die Beschwerden von Silvio Heinevetter der Georg Pöhle’s Ball zum 32:25 nicht hinter der Linie sah sowie die späten Einwechslungen von Felix Danner, Michael Allendorf und Youngster Ole Pregler. Dass der Spielfluss dadurch verloren ging und sich einige technische Fehler einschlichen, war zwangsläufig. Das ermöglichte den Gästen schließlich noch eine Verkürzung auf 33:28, änderte aber nichts mehr am klaren und letztlich ungefährdeten Sieg der Gastgeber.

Stimmen zum Spiel

Gudmundur Gudmundsson: Ich finde, wir hatten das erwartet schwere Spiel gegen Nordhorn. Ich war sehr zufrieden mit unserem Angriff. Wir haben zum zweiten Mal jetzt 33 Tore gemacht und die haben sich gut auf alle Positionen verteilt. Wir haben in jeder Situation die richtigen Lösungen gefunden. In der Abwehr war es nicht einfach zu spielen, aber auch da haben wir uns im Lauf des Spieles gesteigert und schließlich kam auch noch die Torwartleistung hinzu.

Daniel Kubeš: Ich finde, dass wir uns hier gut verkauft haben und lange mithalten konnten. Ich war vor allem zufrieden, wie organisiert meine Mannschaft hier aufgetreten ist. Das Einzige, was ich ihnen vorwerfen kann, ist der Anfang der zweiten Halbzeit. Da lagen wir innerhalb kürzester Zeit mit fünf Toren hinten. Das hat mir doch sehr weh getan.

Zuschauer: Ohne Zuschauer in der Rothenbach-Halle, Kassel.

Die beiden nächsten Spiele:
Mi., 11.11.20, 19:00 Uhr, SG Flensburg-Handewitt – MT Melsungen Flens Arena, Flensburg.
Sa., 14.11.20, 18:05 Uhr, MT Melsungen – SC Magdeburg, Rothenbach-Halle Kassel.

Info: Pressedienst MT Melsungen                  ©Fotos: M.Kittner

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