Tempo und Tore: MT schlägt Silkeborg 35:33

Trainerdebüt, Tempo und Tore: MT schlägt Silkeborg 35:33

Die MT Melsungen hat das erste Spiel unter ihrem neuen Trainer im EHF-Cup gegen Bjerringbro-Silkeborg zwar mit 35:33 (18:14) gewonnen, rangiert aber in der Tabelle wegen des mit vier Toren verlorenen Hinspiels hinter den Dänen. Die Nordhessen müssen nun auf Schützenhilfe hoffen, um als einer der Gruppen-Zweiten hinter den als Gruppensieger schon feststehenden Portugiesen aus Lissabon noch ins Viertelfinale einziehen zu können. Mit fünf Toren führte die MT schon Mitte der zweiten Hälfte, büßte diesen Vorsprung aber durch eine unzureichende Abwehrleistung wieder ein. Mit je neun Toren glänzten auf beiden Seiten die Kreisläufer Marino Maric (Melsungen) und Jesper Nöddesbo (Silkeborg).

Der Start ging den Gastgebern erst einmal daneben. Julius Kühns erster Pass an den Kreis auf Marino Maric kam nicht an, den eigentlich im Zurückeilen erlaufenen Ball bekam Tobias Reichmann nicht unter Kontrolle. Kurz darauf gab es Siebenmeter für die Gäste, den Johan Hansen sicher zum 0:1 verwandelte. Anschließend machten es allerdings Maric einmal und Kühn zweimal besser, trafen sicher und brachten die Hausherren nach vorn. Die erste Parade von Nebojsa Simic mit anschließendem Tempogegenstoß über Michael Allendorf bedeutete gar das 4:2 – es war mächtig Tempo drin (5.).

In der Vorwärtsbewegung blieb es auch schnell und ansehnlich, was die Rot-Weißen ablieferten, wenngleich natürlich nicht jeder Ball sitzen konnte. Die Deckung hingegen offenbarte zu Beginn doch noch einige Lücken, die Bjerringbro clever nutzte. Die Profiteure hießen Nikolaj Nielsen und Mads Kjeldgaard zum 5:5-Gleichstand (8.). ehe Simic auf den Plan trat, zwei Würfe aus dem Feld nebst einem Siebenmeter von Hansen abwehrte und seinen Vorderleuten drei Tore in Folge zum 8:5 ermöglichte (12.).

Erst eine Zeitstrafe gegen Timm Schneider bremste die MT leicht aus. Die Dänen nutzten das zum 9:7-Anschluss und versuchten es auch mit einem Torhüterwechsel, denn Aljosa Rezar hatte bis dahin erst einen einzigen Ball zu fassen bekommen. Der Nutzen war indes überschaubar. Kaum war Melsungen wieder komplett, lief es wie zuvor: hinten wesentlich stabilere Abwehr als noch ganz zu Beginn, Ballgewinne und dann mit Tempo ab nach vorn Meist über den stark aufspielenden Julius Kühn, der mit viel Übersicht den Pass auf Finn Lemke zu dessen 11:7 spielte und zum 12:8 bereits seinen vierten Volltreffer landete (19.).

Obwohl die Gastgeber es immer wieder schafften, den Dänen etwas davon zu ziehen, schlugen die zuverlässig auch wieder zurück. Profitierend vom Durchsetzungsvermögen ihres eingewechselten Kreisläufers Jesper Nöddesbo. Der verkürzte auf 14:12 (23) und nach dem erneuten Ausbau durch Marino Maric auf 16:12 auch wieder auf 16:14 (27.). Julius Kühns Kunstschuss mit Freiwurf krachend vom Innenpfosten ins Netz bei bereits abgelaufener Uhr war es zu verdanken, dass Melsungen dennoch mit vier Toren Vorsprung in die Halbzeit ging.

Die waren keine 90 Sekunden nach Wiederbeginn wieder hin. Zweimal reagierte Kasper Larsen im Gästetor glänzend, auf der Gegenseite trafen Nikolaj Nielsen, Jesper Nöddesbo und Nikolaj Markussen zum 18:17 (33.). Keine drei Minuten später war dann sogar alles wieder auf Anfang gestellt, als Johan Hansen per Tempogegenstoß zum 20:20 traf und Melsungens neuen Coach Gudmundur Gudmundsson zur frühen Auszeit zwang (36.).

Die zeigte kurzzeitig auch Wirkung. Weil hinten Simic mit einer Doppelparade gegen Markussen und Knudsen glänzte, vorn Maric zweimal traf. Kühn setzte sogar noch einen drauf und alles schien beim 23:20 (39.) wieder im Lot, da hielt erneut der Schlendrian Einzug. Keine zwei Minuten dauerte es bis zum abermaligen Remis durch Sebastian Skube. Einmal mehr Simic war der Faktor im Spiel, der die sich unmittelbar anschließenden 3:0-Antwort der MT initiierte. Wobei diesmal nach Finn Lemkes 26:23 Bjerringbros Trainer die Grüne Karte legte (44.).

Er hatte mit seiner Ansprache im Gegensatz zu Gudmundsson zuvor scheinbar nicht die richtigen Worte gefunden: Finn Lemke und Yves Kunkel erhöhten jeweils im Gegenstoß sogar auf 28:23 (45.). Bevor nun auch Kasper Larsen zwischen den Pfosten zur Hochform auflief. Drei Paraden des Keepers hintereinander bescherten den Dänen auch drei Tore zum 28:26 (49.). Es war wie verhext, die Moral der Gäste erwies sich als unerschütterlich. Zumal Knudsen und Nikolaj Nielsen die nächsten Tore von Kai Häfner und Julius Kühn unmittelbar konterten (30:28 (51.).

Davon beirren ließen sich die Nordhessen allerdings auch nicht. Zumindest vorn taten sie weiter alles ihnen Mögliche, um die Differenz auf mindestens vier Tore hochzuschrauben. Allein hinten passte es nicht. Viel zu einfach kam Bjerringbro, das wiederholt mit sieben Feldspielern agierte, immer wieder zu Erfolgen und schloss vier Minuten vor Schluss sogar wieder auf 32:31 auf. Und als Jesper Nöddesbo mit seinem neunten Treffer zum 33:32 mit der Ausbeute von Marino Maric gleichzog, war trotz Yves Kunkels 35:32 vierzig Sekunden vor Schluss das Spiel zwar gewonnen, der direkte Vergleich mit den Dänen jedoch um zwei Tore verloren, weil Nikolaj Nielsen mit dem Abpfiff noch ein Tor gelang.

Stimmen zum Spiel

Gudmundur Gudmundsson: Das war ein schweres Spiel für uns, aber ich war schon zufrieden mit vielen Dingen. Vor allem in den Gegenstößen haben wir uns verbessert. Die 35 Tore sind schon sehr gut gegen eine dänische Mannschaft, aber in der Abwehr waren wir zu wechselhaft. Das waren zu viele Gegentore und das müssen wir in den nächsten Tagen unbedingt verbessern, denn da liegt unsere Schwäche. Wir hatten Chancen, die nötige Differenz herauszuspielen, konnten sie aber leider nicht nutzen.

Peter Bredsdorff-Larsen: Glückwunsch an Melsungen zum Sieg und danke für zwei sehr gute Speile gegeneinander. Wir sind natürlich sehr zufrieden, dass wir im direkten Vergleich jetzt vorn liegen. Das ist schon ein riesen Ergebnis für eine dänische Mannschaft. Hut ab vor Marino Maric, den wir in beiden Spielen nicht in den Griff bekommen haben. Einen Unterschied hat heute auch Julius Kühn ausgemacht, vor allem über die zweite Welle.

Lasse Mikkelsen: Wir sind zufrieden mit dem Sieg, denn es war nicht einfach. Das Offensivspiel hatten wir gut im Griff, die Abwehr leider nicht. Auch den Beginn der zweiten Halbzeit haben wir wieder verschlafen, was uns ja nicht zum ersten Mal passiert ist. Wir waren und vorher klar, dass wir bei einer Niederlage oder auch nur einem Unentschieden raus sind, aber so leben wir noch. Zwei Siege in den verbleibenden Spielen sind nun Pflicht.

Johan Hansen: Es war schon ärgerlich, dass wir heute die zwei Punkte nicht holen konnten. Aber es war ein sehr schnelles Spiel und insgesamt sind wir in Summe mit den beiden Spielen gegen Melsungen trotzdem zufrieden.

Die beiden nächsten Spiele:
Mi., 04.03.2020, 19:00 Uhr, SG Flensburg-Handewitt – MT Melsungen, Flens Arena, Flensburg
Sa., 07.03.2020, 20:45 Uhr, MT Melsungen – HSG Wetzlar, Rothenbach-Halle, Kassel
Info: MT-Pressedienst                        Fotos: M.Kittner

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