100 Kunstwerke: Lori Waxman : 60wrd/min art critic (183)

„Sind Sie Künstler? Brauchen Sie eine Besprechung Ihrer Arbeit? Besprechungen sind kostenlos und werden montags, mittwochs und samstags zw.13 und 18 Uhr hier geschrieben.“

So steht es an der Glasfront einer kleinen blauen Hütte an der Schönen Aussicht.

Hier arbeitet Lori Waxman, die promovierte und international anerkannte Kunstkritikerin aus Kanada.

Für Künstler, deren Werke noch nie rezensiert wurden, ist die Meinung von Lori Waxman sicher sehr wertvoll und richtungsweisend. Frau Waxmans  Aufgabe ist es, in ca. einer halben Stunde die Werke der Interessierten zu betrachten und mit 100 bis 200 Worten zu besprechen. Negative Kritik sollte einkalkuliert werden.

Am 6. August begleitete ich die in Kassel sehr bekannte Tattoo-Künstlerin CAT Birgit Lessing ( Tattoo Cat ) zu ihrem Termin bei Lori Waxman. Mit Fotos von ihren Bildern ( verschiedenste Techniken ) und einem Original unter dem Arm war Cats Nervosität nicht zu übersehen!

Die Kanadierin sah sich in aller Ruhe alle mitgebrachten Arbeitsbeispiele an und entschied sich für das Relief „Nine Eleven“ und  das Bild „Shaman“.

Immer wieder blickte sie auf die Werke und schrieb ihren Text direkt in den Laptop. Ein Zusatzprogramm half ihr bei der Suche nach passenden Adjektiven, auf die sie sehr großen Wert legt.

Cat und ich verfolgten der Entstehung einer sehr positiven Rezension am großen Bildschirm.

Nach einer guten halben Stunde war die spannende Aktion beendet. Der nächste Künstler wartete  schon vor der Tür.

Übrigens schauten immer wieder Documentabesucher interessiert von außen durch die Glasfront oder kamen ins kleine blaue Haus.

Mit Cats und Waxmans Genehmigung hier die Rezension im Wortlaut:

 

 

60 WRD/MIN ART CRITIC // KASSEL // 158

“Cat” Birgit Lessing

On a tall, narrow base of wood, Birgit Lessing

applied a mixture of burned paper, acrylic,

pigments, dust and oil. The artist, who signs her

work “Cat,” then molded this concoction into the

remains of a person’s head, with twin shadows

behind it. The visceral relief works quickly. It

repulses and saddens, and it comes almost as a

relief to learn the title, “Nine Eleven,” to have a

real name given to the tragedy it exudes.

Additional works by Lessing continue in an

apocalyptic vein, though without the pull of

historical events to ground them. Some of these,

like a heart pierced with nails and weighed down

with chains, feel heavy-handed. Others,

meanwhile, balance the darkness with fantastical

visions of natural powers. A potent, purple

explosion vividly conveys the force of a shaman,

so intense that it cannot be contained on the

canvas and spreads over onto the painted frame.

—Lori Waxman 8/6/12 2:34 PM

 

 

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