Eintracht Baunatal findet den Weg zurück in die Erfolgsspur

isw Baunatal. Mit einem überzeugenden Auftritt hat der GSV Eintracht Baunatal am Sonnabend einen Fehlstart in der 3. Liga Ost vereitelt. Gegen den HSC 2000 Coburg, der als Tabellenerster und verlustpunktfrei nach Nordhessen gereist war, erlangten die Großenritter einen sensationellen 31:28-Heimerfolg.

Die gesamte Mannschaft hatte sich im Vergleich zu den vorangegangenen Partien gesteigert und war konzentrierter aufgetreten. Dabei hatte das Team neben dem verletzten Michael Horn auch noch den kurzfristigen Ausfall von Christoph Koch zu kompensieren. Hinzu kam, dass Kapitän Florian Ochmann und Phil Räbiger krankheitsbedingt kaum trainierten und zunächst nur auf der Auswechselbank Platz nahmen.

Die Heimsieben legte von der ersten Minute an gut los. Marvin Gabriel und zweimal Paul Gbur brachten die Eintracht mit 3:0 in Führung. Der HSC fand nun auch ins Spiel und ließ den Kontakt nicht abreißen. Die Baunataler ließen sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Die offensive Deckungsvariante der Coburger wussten die VW-Städter anzunehmen. Gbur und Fabian Struif im Rückraum sowie Renke Behrends am Kreis sorgten dafür, dass auch in der 17. Spielminute eine 9:5-Führung auf der Anzeigentafel aufleuchtete. Schon jetzt herrschte unter den 966 Zuschauern in der Rundsporthalle eine prächtige Stimmung, die von den rund 70 HSC-Fans entfacht und von den GSV-Anhängern angenommen worden war.

Einmal gelang den Gästen an diesem Abend noch der Anschlusstreffer (9:8), doch dieser schien ein zusätzlicher Motivationsschub für die Sieben von GSV-Trainer Reiner Wagner gewesen zu sein. In den letzten gut acht Minuten der ersten Spielhälfte schraubten die Mannen um Spielmacher Marvin Gabriel den Vorsprung in die Höhe. Die Mannschaft von Hrvoje Horvat schien gedanklich schon in der Pause zu sein, als die Eintracht nur fünf Sekunden von der Mittellinie bis zum Torabschluss durch Räbiger benötigte, der den 16:10-Halbzeitstand mit sich brachte. Während dieser Phase war es insbesondere GSV-Schlussmann Constantin Paar, der die HSC-Spieler reihenweise verzweifeln ließ und zahlreiche Paraden feierte.

Mit dem Wissen, dass die Coburger nicht aufstecken würden, gaben die VW-Städter nach dem Wiederanpfiff richtig Gas. Gbur, Baunatals erfolgreichster Torschütze, erhöhte auf 21:13 (36.). Fünf Coburger Treffer in Folge sorgten dafür, dass der Vorsprung schmolz und allen wurde vor Augen geführt, dass die Bayern sich nicht geschlagen geben würden. Felix Geßner beendete acht torlose Minuten des Gastgebers und sorgte für ein erstes Durchatmen.

Spannend blieb es in der Baunataler Rundsporthalle dennoch. Die Gäste, deren Ziel der Aufstieg in die zweite Liga ist, verkürzten auf 25:27 (54.). Die taktische Disziplin und die individuelle Stärke der Eintracht-Spieler ließen den Anschluss aber nicht zu, sodass die Roten nach 60 Minuten ausgelassen und verdient den ersten Saisonerfolg feierten. „Wir sind an unsere Grenzen gegangen, haben individuell alles herausgeholt. Als Beispiel wie sich die Mannschaft zerrissen hat, möchte ich Renke Behrends herausheben“, lobte Wagner sein Team nach dem Gewinn der zwei Punkte. Auch sein Gegenüber beim HSC befand, dass die Baunataler zurecht das Feld als Sieger verließen.

Ob der Sieg gegen den HSC 2000 Coburg der erhoffte Befreiungsschlag ist, werden die kommenden Aufgaben zeigen. Auf jeden Fall hat der GSV seine spielerischen Qualitäten in Angriff und Abwehr bewiesen, die nun wieder konstant Woche für Woche abgerufen werden sollen. Bereits am Sonnabend, 29. September, findet ab 19.30 Uhr das nächste Heimspiel in der Rundsporthalle statt. Dann ist der Dessau-Roßlauer HV zu Gast.

GSV Eintracht Baunatal: Gumula, Paar – Schwietzke, Gbur (9 Tore), Behrends (8), Schade (1), König, Räbiger (2), Geßner (5), Weinrich, Struif (1), Gabriel (5/2 Siebenmeter), Ochmann.
HSC 2000 Coburg: Martinsen, Steins –Schramm (1), Göhl (7/1), Dobardzijev (3), Andersson, Franke, Kelm, Karapetjan, Kirchner (1), Riha (1), Drude (2), Roth (11/2), Cehajic (2).

Zeitstrafen: GSV 10 Minuten / HSC 10.
Rote Karte: Tomas Riha, HSC 2000 Coburg, nach dritter Zeitstrafe (48.).
Siebenmeter: GSV 2/2, HSC 4/3.
Schiedsrichter: Stephan Schwarz/Frank-Joachim Weiß (Hannover).

Zuschauer: 966.
Text: Imko Swieter Foto: Heiko Jacob

Kaum zu bremsen. Paul Gbur war mit neun Treffern der erfolgreichste Torschütze der Eintracht.

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