Kassel fährt Konrad

Der interne Testbetrieb des Fahrradvermietsystems KONRAD ist vor rund zwei Wochen gestartet und schon ist deutlich, dass zurzeit davon ausgegangen werden kann, spätestens Anfang April den offiziellen Betrieb aufzunehmen. Das teilte die Stadt Kassel jetzt mit.

„Insgesamt laufe der Test sehr gut. Das Rad, seine Ausstattung und die Fahreigenschaften werden von den freiwilligen Testfahrern positiv bewertet“, stellt Stadtbaurat Christof Nolda fest. Auch die Technik des Rades sowie das Buchungssystem seien in Ordnung, die früheren Software-Probleme sind nicht mehr aufgetreten.

Der interne Testbetrieb läuft seit Montag, 27. Februar, im Kasseler Stadtgebiet. Es nehmen 60 registrierte Testfahrerinnen und Testfahrer teil, die bis jetzt 269 Fahrten unternommen haben. Die Testnutzer haben einen Stationsplan erhalten, mit dem zurzeit 29 in Betrieb befindliche Stationen angefahren werden, später werden es dann 52 Stationen sein. Bisher zeigt sich die Tendenz zu einer etwas stärkeren Nutzung an Werktagen, an Wochenenden waren bisher wenige Nutzer unterwegs. Am bisher stärksten Tag, dem sonnigen 6. März, waren gleichzeitig 54 KONRADS in Betrieb.

Konrad; © Stadt Kassel

Positive Zwischenbilanz

Es gingen bisher rund 50 Fehlermeldungen ein, etwa zwei Drittel der vermeintlichen Fehler konnten sofort im zweiten Bedienungsanlauf behoben werden. Einige Fehlermeldungen beruhten darauf, dass die Nutzer noch nicht aktivierte Stationen, zum Beispiel am Friedrichsplatz, nutzen wollten. Das Callcenter der DB Rent GmbH, der Servicepartner der Stadt Kassel, hatte an einem Vormittag einen zwanzigminütigen technischen Systemausfall und war in dieser Zeit nicht zu erreichen. Gegenwärtig gibt es bei Anrufen im Callcenter noch etwas längere Wartezeiten, weil die Personalstärke im März noch auf „Winterbetrieb“ eingestellt ist, dies wird sich im April ändern.

Nach Einschätzung der DB Rent handelt es sich um normale Anlauf- und Gewöhnungsprobleme mit der ungewohnten Bedientechnik, die sich mit einiger Übung legen werden. Auch die Stadt ordnet die bisherigen Fehlermeldungen weitgehend den noch ungewohnten Handgriffen zu.

Ende März wird eine Auswertung des Testbetriebs mit den Projektbeteiligten stattfinden und dann geprüft werden, ob und welche Verbesserungen erforderlich sind, um in den Normalbetreib zu gehen. Die Zeichen stehen gut, dass zahlreiche KONRADS ab April durch Kassels Straßen rollen.

Hintergrund
Die Stadt Kassel hat an einem bundesweiten Kommunalwettbewerb zum Modellversuch „Innovative Öffentliche Fahrradverleihsysteme – Neue Mobilität in Städten“ teilgenommen. Die Idee, ein Fahrradverleihsystem mit enger Verknüpfung zum ÖPNV zu schaffen, ist ausgezeichnet und als eines von acht vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung geförderten Modellvorhaben ausgewählt worden.

Aufgrund des hohen Innovationscharakters des Projektes sind bei der Planung und Umsetzung des Fahrradverleihsystems vielseitige Schwierigkeiten aufgetreten, sodass die Inbetriebnahme des Systems mehrfach verschoben werden musste. Die geplante Eröffnung des Fahrradverleihsystems im Oktober 2011 musste wegen erheblicher technischer Probleme beim Datenaustausch zwischen Fahrrad und Hintergrundsystem kurzfristig abgesagt werden.

Um weitere technische Probleme frühzeitig zum beabsichtigten Systemstart Anfang April 2012 aufdecken und beheben zu können, wird im Vorfeld eine Testnutzung mit ausgewählten Teilnehmern durchgeführt und evaluiert.

Organisation:
Die Stadt Kassel ist der rechtliche Betreiber des Fahrradverleihsystems. Die DB Rent GmbH führt im Auftrag der Stadt den operativen Betrieb durch, das heißt sie ist für die Disposition sowie die Reparatur und Wartung der Fahrräder zuständig. Auch die Technik zum Ausleihen und Rückgeben der Fahrräder stammt von der DB Rent GmbH.

 

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