Vier Tage Tradition, Musik und Lebensfreude bei der 76. Wehlheider Kirmes
Kassel. Vier Tage lang verwandelte sich Wehlheiden wieder in einen lebendigen Treffpunkt für Jung und Alt. Vom 14. bis 17. August 2026 wurde die 76. Große Wehlheider Kirmes gefeiert. Drei Tage lang zeigte sich das Wetter dabei von seiner besten Seite. Bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen strömten zahlreiche Besucherinnen und Besucher durch den Stadtteil, genossen Musik, Fahrgeschäfte, Gastronomie und die vielen traditionellen Programmpunkte. Erst am Montag spielte der Wettergott nicht mehr ganz so zuverlässig mit. Der ausgelassenen Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch.
Bereits am Freitag wurde deutlich, dass die diesjährige Ausgabe der Traditionsveranstaltung etwas Besonderes werden sollte. Nach zwölf Jahren gehörte der Georg Stock Platz wieder vollständig zur Festmeile. Dort drehten erneut größere Fahrgeschäfte ihre Runden. Insgesamt sorgten rund 35 Fahrgeschäfte, Buden und Stände für echtes Kirmesgefühl im Herzen Wehlheidens.
Den traditionellen Auftakt hatte es bereits am Vorabend gegeben, als am Düsseldorfer Hof die zur Kirmes vergrabene Schnapsflasche wieder ans Tageslicht geholt wurde. Am Freitagnachmittag folgte schließlich die offizielle Eröffnung auf der Kohlenstraße am Georg Stock Platz. Gemeinsam mit dem Wehlheider Bürgermeisterpaar Dieter und Michaela, Vertreterinnen und Vertretern der Kirmesgemeinschaft sowie den Kirmesburschen und Kirmesmädchen eröffnete Kassels Oberbürgermeister Dr. Sven Schoeller als Schirmherr die 76. Wehlheider Kirmes.
Mit dem traditionellen Läuten der Glocke an der Wagenrunge war die Kirmes offiziell eröffnet. Gleichzeitig wurde einmal mehr deutlich, welche Bedeutung die Veranstaltung für den Stadtteil besitzt. Die Wehlheider Kirmes ist weit mehr als ein Volksfest. Sie lebt vom ehrenamtlichen Engagement, von gewachsenen Traditionen und von dem besonderen Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen im Quartier.
Am Abend gehörten die Straßen, Biergärten und Gaststätten endgültig den Feiernden. Beim traditionellen Anblasen zogen die Wehlheider Kirmesburschen und Kirmesmädchen durch die Gaststätten und sorgten mit Musik und Kirmesschnaps für Stimmung. Gleichzeitig begann an zahlreichen Veranstaltungsorten das musikalische Abendprogramm. Unter anderem standen die Steven Stealer Band, RCR Rusty Cover Rock und Madison auf den Bühnen. DJs sorgten an weiteren Orten dafür, dass bis in die Nacht getanzt und gefeiert wurde.
Großer Festzug bei hochsommerlichen Temperaturen
Der Samstag stand ganz im Zeichen eines der größten Höhepunkte der Wehlheider Kirmes. Am Nachmittag setzte sich der traditionelle Festumzug durch den Stadtteil in Bewegung. Insgesamt 45 Gruppen, Festwagen und Musikzüge zogen über die Schönfelder Straße, das Wehlheider Kreuz, die Wilhelmshöher Allee und die Wittrockstraße.
Angeführt wurde der Zug vom Wehlheider Dorfpolizisten Stephan Meyer. Entlang der Strecke begrüßten zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer die Teilnehmer. Mit fantasievoll geschmückten Wagen, Musik, Kostümen, Vereinen und Gruppen zeigte sich Wehlheiden von seiner bunten Seite.
Eine besondere Herausforderung waren die Temperaturen. Rund 33 Grad wurden während des Umzuges gemessen. Teilnehmer wie Zuschauer suchten Schatten und Abkühlung. Wasser wurde verteilt, einige Gruppen sorgten mit Wasserspritzen für eine willkommene Erfrischung und sogar Wassereis fand seinen Weg zu den Menschen am Straßenrand.
Auch zahlreiche Vereine und Institutionen aus Kassel beteiligten sich. Selbst der Kasseler Zissel war kurz nach seinem eigenen Jubiläumsfest beim Festzug vertreten.
Nach dem Umzug wurde das Wehlheider Bürgermeisterpaar noch einmal offiziell vorgestellt. Spielmannszüge sorgten für musikalische Unterhaltung und anschließend ging das Fest nahtlos in das Abendprogramm über. An verschiedenen Orten spielten Bands und DJs, darunter Only 4 You, Sonix Six, Betty Ford und Madison. Die sommerlichen Temperaturen sorgten bis weit in den Abend hinein für volle Biergärten und eine fröhliche Atmosphäre.
Sonntag zwischen Tradition, Familienprogramm und sozialem Engagement
Der Sonntag begann besinnlicher. Am Vormittag fand ein ökumenischer Gottesdienst statt. Anschließend startete der traditionelle Frühschoppen mit musikalischer Begleitung.
Ab Mittag öffneten erneut die Fahrgeschäfte und Buden. Blasorchester und Musikvereine sorgten an verschiedenen Orten für Unterhaltung. Im Laufe des Nachmittags rückten besonders Familien und Kinder in den Mittelpunkt.
Die Turngemeinde Wehlheiden stellte verschiedene Abteilungen vor und lud zu Mitmachangeboten ein. Eine Kinderdisco sorgte bei den jüngsten Kirmesgästen für Begeisterung.
Ein besonderer Programmpunkt war auch in diesem Jahr das „Zapfen für einen guten Zweck“. Am Stand der Handballer der TG Wehlheiden wurde nicht nur ausgeschenkt, sondern gleichzeitig Gutes getan. Der Erlös der diesjährigen Aktion kommt den Kleinen Riesen Nordhessen zugute. Das Kinderpalliativteam begleitet schwerkranke Kinder und ihre Familien in Nordhessen und leistet damit eine wichtige Arbeit.
So verband die Kirmes ausgelassenes Feiern mit gesellschaftlichem Engagement und zeigte, dass Gemeinschaft in Wehlheiden nicht nur während der Festtage gelebt wird.
Musikalisch ging es auch am Sonntag abwechslungsreich weiter. Von Blasmusik über moderne Beats bis hin zu Reggae und DJ Musik war an den unterschiedlichen Veranstaltungsorten für nahezu jeden Geschmack etwas dabei. Die Besucherinnen und Besucher nutzten auch den dritten Tag bei bestem Sommerwetter ausgiebig zum Feiern und Beisammensein.
Ein Montag für Kinder, Senioren und Kirmestraditionen
Am Montag zeigte sich das Wetter schließlich wechselhafter. Nach drei Tagen Kaiserwetter mussten die Besucherinnen und Besucher zeitweise mit weniger idealen Bedingungen zurechtkommen. Doch wer gedacht hatte, dies könnte die Feierlaune bremsen, wurde schnell eines Besseren belehrt.
Bereits am Mittag begann an verschiedenen Orten wieder das musikalische Programm. Ab 14 Uhr öffneten Fahrgeschäfte und Buden und die traditionelle Kinderkirmes mit Spielfest lockte Familien auf das Festgelände.
Am Nachmittag kamen auch die älteren Wehlheiderinnen und Wehlheider zu ihrem traditionellen Programmpunkt. Beim Seniorennachmittag mit Kaffee, Kuchen und Musik bot sich Gelegenheit zum Wiedersehen, Erzählen und gemeinsamen Feiern.
In der Hospitals Kellerei, im Park Tischbein, in der Backstube und an weiteren Veranstaltungsorten ging das musikalische Programm weiter. Müller & Riehl sowie Mike Gerhold & Friends gehörten zu den Acts des letzten Kirmestages.
Auch kulinarisch wurde eine alte Tradition gepflegt. In den Wehlheider Gaststätten standen am Montagabend traditionell Eisbein und Rippchen auf dem Programm.
Zum Abschluss wurde es noch einmal stimmungsvoll. Beim Lichterfest zog der Lampionumzug vom Heimbach zum Georg Stock Platz. Dort fand die 76. Große Wehlheider Kirmes mit dem traditionellen Abschlussfeuerwerk ihren feierlichen Ausklang.
Wehlheiden zeigte vier Tage lang, was Gemeinschaft bedeutet
Die 76. Große Wehlheider Kirmes bewies erneut, warum sie seit Jahrzehnten fest zum Kasseler Veranstaltungskalender gehört. Sie verbindet die Geschichte des Stadtteils mit einer lebendigen Gegenwart und bringt Generationen zusammen.
Besonders die Rückkehr größerer Fahrgeschäfte auf den Georg Stock Platz setzte in diesem Jahr ein sichtbares Zeichen. Der Platz, der seit Jahrzehnten eng mit der Geschichte der Kirmes verbunden ist, rückte wieder stärker in den Mittelpunkt des Geschehens.
Vier Tage lang wurde getanzt, gelacht, musiziert, gemeinsam gegessen und gefeiert. Kinder drehten ihre Runden auf den Fahrgeschäften, Musikvereine trafen auf DJs und Rockbands, traditionelle Kirmesbräuche standen neben modernen Veranstaltungsformaten und mit der Aktion zugunsten der Kleinen Riesen Nordhessen wurde auch an diejenigen gedacht, die Unterstützung benötigen.
Drei Tage Kaiserwetter und ein etwas wechselhafter Montag konnten am Ende vor allem eines nicht verändern: die Freude der Menschen an ihrer Kirmes.
Und so bleibt nach vier ereignisreichen Tagen vor allem der Eindruck eines Stadtteils, der seine Traditionen nicht nur bewahrt, sondern gemeinsam lebt.
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