Tourismus, Geschäftsreisen und Projektarbeit: Wer in Nordhessen außerhalb der Ferienzeiten übernachtet
Das Bundesland Hessen ist längst nicht nur während der Ferienzeit oder der Hauptsaison ein beliebtes Reiseziel: Nach einer landesweiten DWIF-Auswertung wurden für Hessen etwa 299 Millionen Aufenthaltstage ermittelt. Mehr als 72 % entfallen auf Tagesreisen, rund 11 % auf Privatquartiere und knapp 14 % auf gewerbliche Betriebe. Auch speziell Nordhessen zieht jährlich viele Besucher an. Keinesfalls nur in Kassel, sondern auch in kleineren Städten, ländlichen Naturregionen und Wirtschaftsstandorten.
Kurzurlauber zieht es auch außerhalb der Ferien nach Nordhessen
Während in vielen Haushalten der Haupturlaub in der Ferienzeit ins Ausland führt, sind Trips innerhalb Deutschlands vor allem als Zweit- oder Dritturlaub von größerer Relevanz. Insbesondere der Frühling und Herbst sind aus touristischer Sicht beliebte Reisezeiten für Aktiv- und Natururlaube. Davon profitiert die gesamte Region. Wie zu erwarten war, gilt das Gastgewerbe in der DWIF-Auswertung als Hauptprofiteur. Rund 7.082 Millionen Euro brachten Reisende dem Gastgewerbe; der Einzelhandel profitiert mit Umsätzen in Höhe von rund 4.824 Millionen Euro an zweiter Stelle.
Gerade in Nordhessen gibt es viel zu entdecken: Waldeck-Frankenberg ist für Kurzurlaube und Aufenthalte in der Natur von größerer Bedeutung. Sehr beliebt zum Wandern und Radfahren werden speziell der Edersee und der Nationalpark Kellerwald-Edersee häufig angesteuert.Der Werra-Meißner-Kreis ist für den namensgebenden Hohen Meißner sowie das Werratal bekannt; hier kommen Fachwerkorte, heimelige Städte mit historischer Bedeutung und Möglichkeiten zum Wandern und Radfahren zusammen. Fulda und Umgebung bestechen mit der Nähe zur Rhön und sind für Wochenend- und Kurzreisen eine interessante Option, speziell wenn eine gesunde Portion Geschichte mit einem Städtetrip kombiniert werden soll. Stadt und Landkreis Kassel haben viel zu bieten: Museen, Herkules, eine ganze Reihe an Kulturangeboten und den Bergpark Wilhelmshöhe beispielsweise. Für Naturfreunde gibt es unter anderem den Reinhardswald und Habichtswald.
Das alles können vorher abgesteckte Ziele sein, zugleich gibt es aber noch eine ganze Reihe von anderen Anlässen: Konzerte, Veranstaltungen, Feste oder private Besuche bei Freunden und Verwandten.
Geschäftsreisende sorgen vor allem unter der Woche für Übernachtungen
Für einen kontinuierlichen Besucherstrom sorgen Geschäftsreisende. Aus offensichtlichen Gründen finden deren Ausflüge nach Nordhessen im Regelfall unter der Woche statt. Das sorgt für eine gleichmäßige Verteilung, da Reisende im privaten Rahmen oftmals das Wochenende oder Zeiträume mit Brückentagen bevorzugen.
Die Ferienzeit spielt für Geschäftsreisende eine geringere Rolle; stattdessen nehmen sie Kundenbesuche und Vertriebstermine wahr, treffen Partner und Lieferanten persönlich oder besuchen Fachmessen, Tagungen, Schulungen und interne Veranstaltungen.
Auch dahingehend zeigen sich wieder Unterschiede zwischen den Regionen Nordhessens: Kassel bündelt viele Industrieunternehmen, Institute und Mittelstandsvertreter, auch die exzellente Verkehrsanbindung wird für Geschäftsreisende zum Vorteil. Fulda gilt in der Region neben Kassel als zweitwichtigster Wirtschafts- und Tagungsstandort. Hersfeld-Rotenburg wird vielmals als das heimliche Herz der hessischen oder gar deutschen Logistikbranche bezeichnet. Die wichtigen Autobahnkreuze A4/A7 spielen dabei eine Schlüsselrolle und sind maßgeblich verantwortlich dafür, dass sich in der Umgebung zahlreiche Logistikunternehmen ansiedeln. Für Kultur ist ebenfalls gesorgt, beispielsweise dank der Bad Hersfelder Festspiele im Sommer.
Projektarbeit bringt Beschäftigte für mehrere Tage oder Wochen in die Region
Projektreisende können auch Wochen oder gar Monate als Gast in der Region verbringen. Die Anlässe für derartige Projektreisen sind vielfältig, unter anderem gehören dazu Bau- und Sanierungsprojekte, Straßen-, Bahn- und sonstiger Infrastrukturbau, Energie- und Netzausbau, Maschineninstallation und Wartung sowie Industrie- und Logistikprojekte.
Derartige Projekte sind längst nicht nur auf die größeren Städte der Region wie Kassel oder Fulda beschränkt. Projektarbeit findet ebenso in ländlichen Gemeinden und kleineren Städten statt. In Hersfeld-Rotenburg und dem Raum Kassel sind es vor allem die Industrie, Logistikunternehmen und Firmen, die mit Arbeiten an der Verkehrsinfrastruktur beauftragt wurden, die für einen kontinuierlichen Bedarf sorgen. In Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder und Werra-Meißner gibt es ebenfalls eine beachtliche Projektaktivität, selbst wenn die Frequenz klassischer Geschäftsreisen dort niedriger als in städtischen Regionen ist.
Unabhängig des spezifischen Orts oder Anlasses benötigen Handwerker, Techniker und Montageteams gleichermaßen zweckmäßige Unterkünfte, die sich in der Nähe ihres Einsatzortes befinden. In Frage kommen Monteurzimmer in Bad Hersfeld, Frankenberg (Eder), Fulda und anderen relevanten Orten. Ebenso Ferienwohnungen, Serviced Apartments und Pensionen, die für längerfristige berufliche Reisen und für mehrere Personen ausgelegt sind.
Der Reisegrund entscheidet, welche Unterkunft gefragt ist
Nicht jeder Ausflug führt automatisch in ein klassisches Hotel. Kurzurlauber können neben Hotels auch in Pensionen oder Ferienwohnungen residieren. Entscheidend ist vor allem die Lage, zum Beispiel zu anvisierten Wanderwegen und Naturgebieten oder gegenüber beliebten Sehenswürdigkeiten.
Geschäftsreisende präferieren eine zentrale Lage und exzellente Verkehrsanbindung. Zudem soll der Kurzaufenthalt unkompliziert sein, damit der Fokus weiterhin auf dem eigentlichen Anlass der Reise liegt, aber trotzdem Möglichkeit zur Freizeitgestaltung bietet. Projektmitarbeitende bleiben hingegen meist etwas länger. Dadurch haben diese am liebsten eine praktische Ausstattung, präferieren die Nähe zum Einsatzort und haben idealerweise noch eine Küche und/oder Waschmaschine in der Unterkunft.
Diejenigen, die Unterkünfte wie Ferienwohnungen, Apartments und Gästehäuser anbieten, können daher auch in ländlichen Regionen eine berufliche ebenso wie privat bedingte Nachfrage bedienen. Der Fokus sollte also durchaus, aber nicht ausschließlich nur auf der Ferien- und Urlaubssaison liegen.
Nordhessen hat auch außerhalb der Ferien unterschiedliche Gäste
Die eingangs dargestellte Anzahl der Aufenthaltstage und die dadurch erzielte wirtschaftliche Bedeutung kommen nicht nur durch private Touristen zustande. Nordhessens Tourismusindustrie stützt sich stattdessen auf drei große Säulen: Freizeitgäste, die Natur und Kultur in den Fokus rücken, die Wirtschaftsstandorte und großen Städte, die viele Geschäftsreisende anziehen, und die in der Region stattfindenden Infrastruktur- und Industrieprojekte. Letztere bringen meist längere Aufenthalte mit sich und sorgen dafür, dass Unterkünfte der Region nicht nur in der Urlaubssaison ausgelastet werden.