Wenn der Staat spart – und die Seele zahlt

Wenn der Staat spart – und die Seele zahlt

Unter dem Motto „Psychotherapie verteidigen!“ hat das Aktionsbündnis Psychotherapie am Wochenende zu einem bundesweiten Protesttag aufgerufen – bereits zum zweiten Mal. Auch in Kassel versammelten sich am 25. April Unterstützerinnen und Unterstützer auf dem Königsplatz in Kassel , um gegen die Reformpläne der Bundesregierung zu demonstrieren. Die Botschaft war klar: Die psychotherapeutische Versorgung in Deutschland sei bereits jetzt angespannt – und drohe nun vollends zu kollabieren.

Die geplante Gesundheitsreform bedroht die psychotherapeutische Versorgung in Deutschland. Tausende protestieren – und fordern das Recht auf mentale Gesundheit für alle. Es klingt trocken: Honorarkürzungen für Therapeutinnen und Therapeuten. Doch dahinter steckt eine Entscheidung, die Tausende Menschen betrifft – Menschen, die Hilfe brauchen.

Seit dem 1. April 2026 gelten die Kürzungen. Und die Betroffenen wehren sich.

Unter dem Motto „Psychotherapie verteidigen!“ sind am 25. April bundesweit Menschen auf die Straße gegangen – auch in Kassel. Ihre Botschaft:

„Praxen könnten schließen – und Kassenpatient·innen finden noch schwerer Hilfe.“

Die Lage ist schon jetzt schlimm

Schon vor den Kürzungen warteten Kassenpatienten monatelang auf einen Therapieplatz. Immer mehr Menschen brauchen Hilfe – wegen der Pandemie, wegen Krisen, weil immer offener über psychische Probleme gesprochen wird.

Jetzt kommen neue Sparmaßnahmen dazu:

weniger Geld für Therapeuten
feste Budgets für Praxen
schwierigerer Zugang zur Therapie

Die Folge: Praxen müssen schließen. Hilfe wird noch schwerer zu bekommen.
Zahlen, die erschrecken

Jede dritte Person bekommt irgendwann im Leben eine psychische Erkrankung.
Bei Kindern und Jugendlichen ist das Risiko besonders hoch – besonders das Risiko für Suizid.
Die Kürzungen gelten seit 1. April 2026.
Am 29. April soll die Reform im Kabinett beschlossen werden.

Kinder leiden am meisten

Wenn junge Menschen keine rechtzeitige Hilfe bekommen, werden ihre Probleme schlimmer – und bleiben oft ein Leben lang. Schule, Freunde, Zukunft – alles leidet.

Es geht nicht ums Geld der Therapeuten

Klar: Auch Therapeuten wollen fair bezahlt werden. Aber darum geht es hier nicht in erster Linie.

Es geht um etwas Grundsätzliches:

Jeder Mensch soll Hilfe bekommen können – egal wo er lebt, egal wie viel Geld er hat.
Ein ehrliches Wort zum Schluss

Der Körper bekommt seine Medizin. Schnell und selbstverständlich.

Die Seele? Die soll warten. Monatelang. Und jetzt noch länger – weil gespart werden muss.

Psychotherapie rettet Leben. Das ist keine Übertreibung. Wer die kürzt, spart heute – und zahlt morgen. In Krankenhäusern. In zerstörten Leben. In Toten.

Die Menschen auf der Straße verteidigen kein Berufsinteresse.

Sie verteidigen das Recht auf Hilfe, wenn man sie braucht.

Das ist keine Parteipolitik. Das ist eine Frage von Menschlichkeit.

Link: https://aktionsbuendnis-psychotherapie.info/

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