Rummelnachtstraum verzaubert Kassel
Kirmes, Kunst, Schauspiel und Familienvergnügen verschmelzen beim „Rummelnachtstraum“ zu einer faszinierenden bunten Welt. Die Nordhessen Rundschau besuchte das außergewöhnliche Spektakel am 30. August 2026 und erlebte einen Abend voller Fantasie, Lebensfreude und überraschender Begegnungen.
Schon beim Betreten des Geländes zwischen Schauspielhaus und Ottoneum wird deutlich, dass dieser Rummelplatz anders ist. Fahrgeschäfte, Theater, Musik, bildende Kunst und kulinarische Genüsse bilden ein lebendiges Gesamtkunstwerk. Insbesondere Familien mit kleineren Kindern finden hier eine zauberhafte Welt, in der es an nahezu jeder Ecke etwas Neues zu entdecken gibt.
Im Zentrum des „Rummelnachtstraums“ steht ein interaktives Theaterschauspiel frei nach William Shakespeares „Sommernachtstraum“. Der legendäre Zauberwald wurde kurzerhand auf den Rummelplatz verlegt. Das Publikum verfolgt die Handlung nicht von festen Sitzplätzen aus. Stattdessen wechselt mit jedem Akt auch der Spielort. Szenen finden zwischen den Fahrgeschäften, an den Buden, auf der Fläche des Autoscooters und sogar auf dem Balkon des Naturkundemuseums statt.
Die Schauspielerinnen und Schauspieler bewegen sich durch die Menge, sprechen die Gäste direkt an und beziehen sie aktiv in das Geschehen ein. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen Bühne und Zuschauerraum. Der gesamte Rummelplatz wird zum Schauplatz und die Besucherinnen und Besucher werden selbst Teil dieser ungewöhnlichen Inszenierung. Das Theaterstück wird täglich zweimal aufgeführt. Die familiengerechte Nachmittagsvorstellung beginnt um 15 Uhr, die Abendvorstellung um 19 Uhr.
Neben Schauspiel, Tanz und Musik prägen zahlreiche Kunstschaffende das außergewöhnliche Erscheinungsbild des Rummelnachtstraums. Zu den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern gehören René Wagner und Josha Lohrengel, Liska Schwermer-Funke, Elli Owk und Noëlle Behboud, Juan David Bermúdez, Axel Kretschmer, Danbi Jeung, Janosch Feiertag, Fritz Eggenwirth, Demiro, Christian Reber, Joel Baumann, Joshua Weitzel und Miki Lazar. Ihre Arbeiten und Installationen machen den Rundgang über das Gelände zu einer Entdeckungsreise. Kunst begegnet den Gästen nicht in einem abgeschlossenen Ausstellungsraum, sondern mitten im Geschehen und im direkten Zusammenspiel mit Theater, Fahrgeschäften und Publikum.
Wer ein Ticket für den Rummelnachtstraum erwirbt, erhält damit zugleich vier Freifahrten beziehungsweise Nutzungen der beteiligten Rummelangebote. Die Gäste können selbst entscheiden, welche Attraktionen sie ausprobieren möchten. Zur Auswahl stehen unter anderem Riesenrad, Kettenkarussell, Schiffsschaukel, Autoscooter und Schießbude. Die Fahrgeschäfte und Buden werden von Schellbergs Veranstaltungsbetrieben präsentiert, die gemeinsam mit dem Staatstheater Kassel maßgeblich an der Umsetzung des besonderen Rummels beteiligt sind.
Von Montag bis Donnerstag kostet das Zeitfenster von 14 bis 18 Uhr 19,90 Euro, ermäßigt 14,90 Euro. Für die Abendveranstaltungen sowie die Termine von Freitag bis Sonntag beträgt der reguläre Eintritt 29,90 Euro, ermäßigt 19,90 Euro. Kinder bis einschließlich sechs Jahre haben freien Eintritt. Ebenfalls im Ticket enthalten ist die kostenlose Anreise und Abreise mit dem NVV und der KVG im Bereich KasselPlus.
Auch das Naturkundemuseum im Ottoneum ist fest in den Rummelnachtstraum eingebunden. Der Eintritt in das Museum ist im Veranstaltungsticket bereits enthalten. Passend zum Thema widmet sich eine Ausstellung der Geschichte der Schausteller und der jahrhundertealten Jahrmarktkultur. Zu sehen sind historische Dokumente, Erinnerungsstücke und antiquarische Schaustellergeräte, die einen Einblick in eine Welt geben, die Menschen seit Generationen fasziniert. Das Ottoneum ist dabei nicht nur Ausstellungsort. Mit seinem Balkon und seinen Innenräumen wird das historische Gebäude selbst zu einem Teil der Inszenierung.
Auch Staatstheaterintendant Florian Lutz war am 30. August vor Ort und genoss sichtlich die positive und ausgelassene Atmosphäre des Rummelnachtstraums. Nach der Abendvorstellung war der Zauber noch lange nicht vorbei. Auf der Fläche des Autoscooters begann eine fröhliche Party. Zahlreiche Gäste tanzten dort gemeinsam, während an den umliegenden Ständen weiterhin eine heitere Stimmung herrschte. Auch die Fahrgeschäfte konnten nach dem Theaterstück noch genutzt werden.
Das vielfältige kulinarische Angebot rundete den Abend ab. Von süßen Rummelklassikern bis zu herzhaften Speisen war für unterschiedliche Geschmäcker gesorgt. Das Urteil unseres Kameramanns fiel jedenfalls eindeutig aus: Die Bratwurst war perfekt.
Der „Rummelnachtstraum“ ist weit mehr als ein Theaterstück und weit mehr als ein gewöhnlicher Rummel. Das Zusammenspiel von Schauspiel, Kunst, Fahrgeschäften, Museum, Musik und Gastronomie schafft eine eigene kleine Welt, die Menschen unterschiedlicher Generationen zusammenführt. Gerade für Familien mit Kindern ist die Veranstaltung ein besonderer Tipp.
Der „Rummelnachtstraum“ läuft noch bis einschließlich 6. September 2026 auf dem Papinplatz zwischen Schauspielhaus und Ottoneum. Ein echtes Highlight des Kasseler Spätsommers und eine klare Empfehlung für einen Familienausflug.
© NHR