Sommerferien voller Forschung und Entdeckungen – MINT-Ferien in Kassel

Sommerferien voller Forschung und Entdeckungen – MINT-Ferien in Kassel
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Vom 4. bis 8. August 2025 verwandelten sich der Future Space und das Schülerforschungszentrum Nordhessen (SFN) erneut in eine kreative Spielwiese für junge Tüftlerinnen, Forscher und Entdecker. Im Rahmen der MINT-Ferien Hessen boten zahlreiche Workshops die Möglichkeit, Wissenschaft und Technik lebendig zu erleben – zum Anfassen, Ausprobieren und Mitgestalten.

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DNA-Lab: Das Molekül des Lebens – isolieren und analysieren

Im Future Space lerneten die Jugendliche unter der Leitung von Dr. Heike Ziegler ein Workshop zum Thema „DNA-Lab: Das Molekül des Lebens –isolieren und analysieren“ . Der Schwerpunkt des Kurses lag darauf, den eigenen genetischen Fingerabdruck zu entdecken und die zugrundeliegenden biotechnologischen Methoden kennenzulernen. Die Kursteilnehmerinnen isolierten zu Beginn ihre eigene DNA aus Zellen der Mundschleimhaut. Nach einer Reihe von Reinigungsschritten war die isolierte DNA im Reagenzglas sichtbar.

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Anschließend wurde mittels Polymerase-Kettenreaktion (PCR) ein spezifischer DNA-Abschnitt vervielfältigt. Dieser Vorgang dient dazu, genug DNA-Material für die weitere Untersuchung bereitzustellen. Im nächsten Schritt wurde die DNA mittels Gelelektrophorese aufgetrennt. Diese Methode ermöglicht es, DNA-Fragmente nach ihrer Größe zu trennen und so ein charakteristisches Muster zu erzeugen, das den individuellen genetischen Fingerabdruck darstellt.

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Von der Idee zum eigenen Medikament

Besonderes Interesse weckte der Workshop „Von der Idee zum eigenen Medikament“, bei dem Jugendliche praxisnah in die Welt der Arzneimittel eintauchten. Unter fachkundiger Anleitung von Florian Fox wurde vermittelt, was Pharmazeutika sind, wie Wirkstoffe entdeckt und synthetisiert werden und welche Schritte von der ersten Idee über die Wirkstoff-Synthese bis hin zur Formulierung und Analyse nötig sind. Neben theoretischem Wissen stand auch die Praxis im Vordergrund – so gehörte das Herstellen von Aspirin zu den besonderen Höhepunkten. Themen wie Wirkungsweise, Nebenwirkungen und Qualitätskontrolle wurden ebenso behandelt. Unter einem Mikroskop betrachtet, zeigt Aspirin (Acetylsalicylsäure) in kristalliner Form farblose, nadelförmige Kristalle.

Aspirin Kristalle in polarisiertem Licht

Unter polarisiertem Licht offenbaren die Aspirin-Kristalle eine auffällige Doppelbrechung: Das einfallende Licht wird je nach Kristallorientierung unterschiedlich gebrochen, wodurch interferenzbedingte Farbspiele entstehen. Diese können von intensiven Blau- und Grüntönen bis hin zu warmen Orange- und Rotnuancen reichen. Der Kurs kombinierte Laborarbeit, Analytik und kreative Projektarbeit und bot so einen breiten Einblick in Forschung, Entwicklung und Bewertung von Medikamenten.

 

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Drück mich nicht!“ – Der Workshop für widerspenstige Maschinen

Im Workshop mit Philipp Jäger lernten die Teilnehmer*innen, wie man eine sogenannte Useless Box konstruiert. Dabei wurden die einzelnen Bauteile in SolidWorks entworfen, die elektrischen Komponenten verlötet und der Controller programmiert. Sobald man die Box einschaltete, fuhr sofort ein kleiner Mechanismus heraus, der die Box wieder ausschaltete – eine scheinbar sinnlose, aber faszinierende Maschine.

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Zoom ins Unsichtbare – Deine Welt unterm Elektronenmikroskop

Im Workshop „Zoom ins Unsichtbare“ erklärte Wilfried Dreher den Teilnehmerinnen die Funktionsweise und Anwendung des Rasterelektronenmikroskops (REM). Dieses leistungsstarke Gerät ermöglicht es, Strukturen sichtbar zu machen, die mit herkömmlichen Lichtmikroskopen nicht zu erkennen sind. Statt Licht nutzt das REM Elektronen, um die Oberflächen von Proben detailreich abzubilden.
Die Technologie des Rasterelektronenmikroskops hat Wissenschaft und Industrie revolutioniert, indem sie faszinierende Einblicke in die Welt der kleinsten Strukturen – etwa Zellen, Materialien oder Nanopartikel – eröffnet. Besonders spannend wurde es, als die Teilnehmerinnen eigene Proben mitbrachten, darunter einen abgebrochenen Zahn.

Vorbereitung zum Sputtern © NHR

Bevor dieser unter dem REM betrachtet werden konnte, musste er jedoch vorbereitet werden: Eine hauchdünne Schicht aus einem leitfähigen Material, wie Gold oder einer Gold-Palladium-Legierung, wurde auf die Probe aufgetragen. Dieses Verfahren, bekannt als „Sputtern“, sorgt dafür, dass der Elektronenstrahl im Mikroskop optimal geleitet wird und eine scharfe Abbildung möglich ist.

 

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Mission Ozean – Entdecke – Staune -Schütze!

Das Meer birgt unzählige Geheimnisse und faszinierende Lebensformen, die es zu erforschen gilt. Im Workshop mit Theresa Knauf „Mission Ozean“ tauchten die Teilnehmenden auf spannende Weise in die Tiefen der Ozeane ein und lernten dabei die besonderen Eigenschaften unseres Meeres kennen. Durch abwechslungsreiche Experimente wurden die Eigenheiten der Meere anschaulich und erlebbar gemacht. Die Teilnehmenden bauten eigene Tiefseewesen und konnten so hautnah erfahren, wie vielfältig und erstaunlich das Leben unter der Wasseroberfläche ist. Zudem stand der Nachweis von Mikroplastik in alltäglichen Produkten wie Duschgels und Shampoos im Mittelpunkt, der deutlich machte, wie stark die Weltmeere durch Plastikmüll belastet werden.

Mikroplastik unter dem Mikroskop © NHR

Ein besonderer Fokus des Workshops lag auf dem Schutz der Meeresbewohner. Gemeinsam wurde erarbeitet, wie Tiere vor den Bedrohungen durch Plastikflut und Ölteppiche gerettet werden können. So sensibilisierte „Mission Ozean“ eindrucksvoll für die Bedeutung des Meeresschutzes und vermittelte den Teilnehmenden nachhaltiges Wissen über unsere Ozeane.

Link: https://sfn-kassel.de/
Link: https://www.futurespace.org/

 

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