Nacht der offenen Kirchen in Kassel: Die Markuskirche als Ort für Musik und Begegnung
Die Nacht der offenen Kirchen führte Besucherinnen und Besucher am Freitagabend, 25. September, an 26 Orte in Kassel. Kirchen und christliche Gemeinschaften luden zu Musik, Kunst, Führungen und Gesprächen ein. In der Markuskirche in der Südstadt stand neben der Musik vor allem das gemeinsame Erleben im Mittelpunkt: Hier konnten die Gäste Orgel und Posaunen hören, selbst kreativ werden und bei einem Quiz ihr Wissen erproben.
Blaues Licht fiel auf die Backsteinwände, am Altar brannten Kerzen. Die besondere Beleuchtung gab dem Kirchenraum im Auefeld eine andere Wirkung als bei einem Besuch am Tag. Die 1960 errichtete Markuskirche ist mit ihrem weithin sichtbaren Turm ein fester Bestandteil des Stadtteils. An diesem Abend öffnete sie sich für Menschen, die gezielt wegen des Programms kamen, ebenso wie für jene, die den Raum neu kennenlernen wollten.
Juergen Bonn eröffnete das Programm an der Orgel. Das Instrument gehört seit Jahrzehnten zur musikalischen Identität der Markuskirche und hat nach Angaben der Gemeinde seinen ursprünglichen Klang bewahrt. Anschließend konnten Kinder und Erwachsene mit Frauke Stoll Windlichter und Schutzengel gestalten. Der Posaunenchor der selbständigen evangelisch lutherischen St. Michaelis Gemeinde brachte weitere musikalische Klänge in die Kirche.
Ein Höhepunkt des späteren Abends war das Kirchenquiz mit Pfarrerin Gudrun Schlottmann und Pfarrer Dr. Till Jansen. Statt Wissen nur vorzutragen, luden die beiden zum Mitraten ein. Damit gaben sie auch Gästen ohne enge Verbindung zur Kirche einen Zugang zu Fragen rund um Glauben und Gemeindeleben. Jansen ist Pfarrer an der Markuskirche und führt zugleich die Geschäfte der Evangelischen Kirchengemeinde Kassel Stadtmitte. Dass er an diesem Abend selbst beim Quiz mitwirkte, machte den persönlichen Charakter des Programms deutlich.
Zum Abschluss spielte Oliver Vogeltanz nächtliche Orgelmusik. Bei Fingerfood und Getränken blieb Zeit für Gespräche. Gestaltet wurde der Abend in der Markuskirche gemeinsam mit der katholischen Gemeinde St. Michael und der St. Michaelis Gemeinde. Die Zusammenarbeit machte den ökumenischen Gedanken der Nacht der offenen Kirchen vor Ort sichtbar.
Auch andernorts zeigte sich die Bandbreite der Veranstaltung. In der Karlskirche lud eine interaktive Klangausstellung zum Ausprobieren ein, in der Lukaskirche stand ein Poetry Slam auf dem Programm. Die Friedenskirche bot unter anderem Musik und Turmführungen an. Veranstalterin der kostenfreien Nacht der offenen Kirchen war die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Kassel.
In der Markuskirche verband der Abend die unterschiedlichen Seiten des stadtweiten Programms auf besonders anschauliche Weise: einen eindrucksvoll beleuchteten Raum, Musik, Angebote zum Mitmachen und die Gelegenheit, Menschen aus den Gemeinden persönlich zu begegnen.
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