Ford testet vernetztes Fahren im Digitalen Testfeld Kassel

In Kassel befindet sich eines der wenigen Digitalen Testfelder in Deutschland, auf denen im realen Verkehr das automatisierte und vernetzte Fahren erprobt werden kann. Die Ford-Werke GmbH haben als einer der ersten Fahrzeughersteller in Kassel die an den Ampeln ausgestrahlten Datenpakete mit einem Fahrzeug erfolgreich empfangen und korrekt interpretieren können. Damit ist nachgewiesen, dass die Kommunikation zwischen der Infrastruktur und einem beliebigen Fahrzeug funktioniert, das mit dem neuen digitalen Funkstandard IEEE 802.11p (auch als „ETSI-ITS G5“ bezeichnet) ausgestattet ist.

In der Fünffensterstraße, der Frankfurter Straße und der ehemaligen B 83 wurden an den Lichtsignalanlagen (Ampeln) sog. Roadside Units installiert. Mithilfe dieser Roadside Units ist es möglich, dass Lichtsignalanlagen und entsprechend ausgestattete Autos, aber auch Busse und Straßenbahnen, miteinander kommunizieren können – plakativ und technisch unscharf ausgedrückt handelt es sich um „sprechende Ampeln“.

Dr. Joseph Urhahne von den Ford-Werken ist auf das Digitale Testfeld Kassel aufmerksam geworden. Testfahrten im März haben gezeigt, dass die speziell normierten Datenpakete, die an den Ampeln ausgesendet wurden, vollständig empfangen und korrekt interpretiert werden konnten. Für Dr. Urhahne ist dies eine erste Bestätigung, dass auch in dem für ihn unbekannten Testfeld Kassel die Funktionalität gewährleistet werden kann. Ähnliche Testfahrten hat Ford bisher in Düsseldorf und Helmond (Niederlande) durchgeführt.

„Ein Ampelphasen-Assistenz-System kann in Zukunft die Effizienz des innerstädtischen Verkehrs steigern, indem die Anzahl der Halte vor Ampelkreuzungen reduziert wird. Dazu gibt das System Geschwindigkeitsempfehlungen, damit Verkehrsteilnehmer möglichst energieeffizient an Ampeln heranfahren können. Verkehrsplaner, die IT-Branche und die Automobilindustrie arbeiten dafür interdisziplinär zusammen. Diese Kooperation ist auch wegweisend für die Zukunft des automatisierten Fahrens“, so Dr. Urhahne.

Die neue Technik basiert auf einem neuen digitalen Funkstandard im 5,9 GHz-Frequenzband IEEE 802.11p. Dieser wurde speziell für den Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur entwickelt. In einem ersten Schritt nutzt die Stadt Kassel die neue Technik, um eine moderne ÖPNV-Beschleunigung zu erproben. Darüber hinaus arbeitet die Stadt Kassel bereits an einem flächendeckenden Ausbau: Bis Ende 2020 sollen 60 Kreuzungen in Kassel mit Fahrzeugen kommunizieren können, sodass dann fast ein Viertel der Kasseler Lichtsignalanlagen mit der neuen Technik ausgestattet sein wird.

PM: Stadt Kassel (HJ)

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