Verlässliche Regelungen für die Schulen – Angepasste Reaktion auf steigende Infektionszahlen

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Landkreis Kassel. „Der Schulbeginn nach den Herbstferien in Verbindung mit den aktuell steigenden Corona-Fallzahlen sorgen für Befürchtungen bei Eltern und Lehrkräften – daher sind verlässliche Regelungen notwendig“, sind sich Landrat Uwe Schmidt und Vizelandrat Andreas Siebert einig. Der Schulträger Landkreis Kassel werde sich daher an die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und des Umweltbundesamtes sowie die Vorgaben der Landesregierung für die Schulen halten und stehe in engem Austausch mit dem Staatlichen Schulamt.

„In nahezu allen der rund 2.000 Klassenräume im Landkreis lassen sich die Fenster öffnen – deshalb ist hier auch das empfohlene Stoßlüften die erste Wahl“, informiert Landrat Schmidt. Im Zuge des umfangreichen Schulsanierungsprogramms der letzten Jahre habe der Landkreis in einzelnen Schulen, wie zum Beispiel im Georg-Christoph-Lichtenberg Gymnasium in Kassel-Oberzwehren, automatische Lüftungsanlagen zur Verbesserung der Energieeffizienz eingebaut – hier ist das Fensteröffnen nicht möglich, aber auch nicht erforderlich.
Insbesondere bei den Fachräumen in den Schulen gibt es Räumlichkeiten, bei denen Stoßlüften nicht umgesetzt werden kann. Schmidt: „Wir prüfen hier in jedem Einzelfall, ob die Anschaffung von Luftfilteranlagen möglich und sinnvoll ist und werden dafür im Bedarfsfall das Förderprogramm des Landes Hessen nutzen“. Wenn man die Ankündigung des Kultusministeriums, zehn Millionen Euro hessenweit zur Verfügung zu stellen, „herunterbricht, können wir im Landkreis mit rund 350.000 Euro Fördersumme rechnen“, so Schmidt weiter.

Wenn es zu Anschaffungen komme, werden „auf jeden Fall nur Geräte angeschafft, die auch wirklich zur Verbesserung der Situation geeignet sind, in dem sie Frischluft ansaugen und nicht Geräte, die verbrauchte Luft neu verteilen“, betont Schmidt. Unabhängig vom Landesprogramm habe der Landkreis sowieso geplant, CO²-Messgeräte für alle Klassenräume in den Schulen anzuschaffen. „Der Kreisausschuss wird sich in seiner nächsten Sitzung am 27. Oktober 2020 mit dieser Anschaffung beschäftigen“, berichtet der Landrat.

Falls die Inzidenz (Anzahl der Neuerkrankungen mit COVID-19 in den letzten sieben Tagen auf 100.000 Einwohner) im Landkreis auf über 35 steigt, beabsichtigt der Landkreis sich eng mit dem Gesundheitsamt Region Kassel sowie dem Staatlichen Schulamt über weitere Verfahrenshinweise für den Schulalltag abzustimmen. „Wir wollen auf jeden Fall ein abgestimmtes und auf die Gegebenheiten der jeweiligen Schule ausgerichtetes Vorgehen“, erläutert Vizelandrat Siebert, der für das Gesundheitsamt der Region Kassel auf Landkreisseite zuständig ist. Mit solchen örtlichen Regelungen könne man auf die jeweilige Corona-Lage besser reagieren. Wenn beispielsweise eine Senioreneinrichtung im nördlichen Landkreis von vielen Corona-Fällen betroffen sei, müsse man keine Einschränkungen im südlichen Landkreis vornehmen. Siebert: „Wir wollen den Abstimmungsprozess frühzeitig beginnen, um für die Schulen einen längeren Vorlauf zu ermöglichen“.

PM:Harald Kühlborn

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