Biker gegen Krebs: Diese Motorradfahrer machen Patienten wieder Hoffnung

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Jemand, der gegen den Krebs kämpft, braucht in allen Lebenslagen viel Kraft. Sowohl körperlich als auch psychisch. Ein Urlaub ist aufgrund der finanziellen Belastungen jedoch oftmals nicht mehr drin. Annemarie Hunecke, deren Mann mit gerade einmal 56 Jahren an Lungenkrebs starb, weiß genau, welche Entbehrungen man in diesen Zeiten hinnehmen muss.

 

Im Wartezimmer eines Augenarztes las sie erstmals von einer Initiative in Israel, die es Krebskranken ermöglicht, eine Ferienreise zu finanzieren, um mal richtig abzuschalten. Diese Idee fand sie so gut, dass sie selbst im Dezember 2017 den Verein „Auszeit für die Seele“ ins Leben rief. Mit Hilfe des Vereins sammelt die begeisterte Motorradfahrerin Spenden und kümmert sich um die Vermittlung von Ferienwohnungen, die von einem Vermieter kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

 

„Am Meer kann jemand, der an Lungenkrebs erkrankt ist, mal so richtig durchatmen!“, meint die 67-jährige. Die zahlreichen Spenden kommen übrigens auch deshalb jedes Jahr zusammen, weil sie gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann und weiteren Bikern besondere Motorradfahrten organisiert. Hierbei spendet jeder Teilnehmer einen Betrag von 20 Euro, der in die Organisation einfließt. Nach Abzug der Nebenkosten kommt hierbei jedes Mal ein stolzes Sümmchen zusammen, das wiederum Krebspatienten den nächsten Erholungsurlaub finanziert.

 

Nun begeben sich die begeisterten Biker erstmals nach Nordhessen, wo sie von Kassel aus etwa 200 Kilometer auf dem Motorrad zurücklegen. Die Tour geht in Witzenhausen los und erstreckt sich Richtung Rotenburg, bis hin zum Edersee. Danach geht es die gleiche Tour wieder zurück. Organisiert wurde sie von Norbert Zacharias, der auf die Aktion der Benefiz-Biker per Facebook aufmerksam geworden war.

 

Alleine an der letzten Tour durch Fulda nahmen mehr als 80 Biker teil. Zwar rechnen sowohl Huneke als auch Zacharias bei der Nordhessen-Tour durch die gefallenen Temperaturen nicht damit, dass es viele Teilnehmer gibt, doch richtige Biker lassen sich auch bei minus acht Grad nicht entmutigen. Auch das sei in der Vergangenheit schon vorgekommen, wie der 59-jährige berichtet. Außerdem: Einen harten Biker bringt auch das schlechte Wetter nicht vom Motorradfahren ab. Vor allem, wenn es um einen guten Zweck geht.

 

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Bei der Kasseler Tour kam so viel Geld zusammen, dass mehrere Patienten aus dem Kasseler Klinikum in den Erholungsurlaub geschickt werden konnten. Die Urlaubsziele: Der Bodensee und die nordfriesischen Inseln. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, ins Warme zu fahren. „Der verrückteste Vermieter stellt eine ganze Finca auf Mallorca zur Verfügung!“, berichtet Hunecke stolz. Allerdings habe diese bisher noch niemand in Anspruch genommen, da ein Flug für jemanden der Krebs hat oftmals nicht in Frage kommt.

 

Allerdings ist es oftmals nur eine Sache der richtigen Planung, damit man auch mit einer Krebserkrankung in den Urlaub fahren kann.

 

Annemarie Hunecke ist übrigens nicht die Einzige in Deutschland, die für Krebskranke sammelt, wie verschiedene Veranstaltungen zeigen. Ein gutes Beispiel: Die Feuerwehr in Kassel lief zuletzt 24 Stunden am Stück für den guten Zweck und zwar in voller Feuerwehr-Montur. Gesammelt wurde hierbei für krebskranke Kinder.

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