AfriQKassel Festival 2026 feiert Vielfalt, Begegnung und kulturellen Austausch
Kassel. Zwei Tage lang stand das Kulturzentrum Schlachthof ganz im Zeichen kultureller Vielfalt, internationaler Begegnungen und eines respektvollen Miteinanders. Mit seiner dritten Ausgabe setzte das AfriQKassel Festival erneut ein starkes Zeichen für Inklusion, Empowerment und den Dialog zwischen der deutschen Gesellschaft und der afrodiasporischen Community.
Bereits zur Eröffnung wurde deutlich, dass das Festival weit mehr als eine reine Kulturveranstaltung ist. In ihren Grußworten würdigten Dieter Beig vom Magistrat der Stadt Kassel sowie Herr Schwetter als Vertreter des Kulturamtes die Bedeutung des Festivals für die Stadtgesellschaft. Sie hoben hervor, wie wichtig Begegnungsorte sind, an denen Menschen unterschiedlicher Herkunft miteinander ins Gespräch kommen, voneinander lernen und gemeinsame Erfahrungen teilen können.
Unter der Leitung von Veronique Kouassi und ihrem Team, die das Festival bereits zum dritten Mal organisierten, entstand erneut ein vielseitiges Programm, das Kultur, Bildung und Unterhaltung miteinander verband. Ziel der Veranstaltung war es, afrikanischen Perspektiven Raum zu geben und Menschen die Möglichkeit zu bieten, kulturelle Vielfalt unmittelbar zu erleben.
Erstmals stand dabei ein jährliches Gastland im Mittelpunkt des Festivals. Die Wahl fiel 2026 auf Ghana, ein Land mit einer reichen kulturellen Tradition, bedeutender politischer Geschichte und einer lebendigen kreativen Szene. Zahlreiche Programmpunkte boten Einblicke in ghanaische Literatur, Musik, Textilkunst und gesellschaftliche Entwicklungen. Gleichzeitig wurden auch weitere afrikanische Länder und Kulturräume vorgestellt.
Das Programm umfasste Vorträge, Podiumsdiskussionen, musikalische Darbietungen, Tanzvorführungen und kreative Angebote für Kinder und Jugendliche. Themen wie Geschichte, Identität, Migration und kulturelles Erbe wurden ebenso behandelt wie aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen innerhalb afrikanischer und afrodiasporischer Gemeinschaften.
Besonderes Interesse fanden die zahlreichen Marktstände, an denen traditionelle Kleidung, Schmuck, Accessoires, Taschen und kunsthandwerkliche Arbeiten präsentiert wurden. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, direkt mit den Ausstellern ins Gespräch zu kommen und mehr über die Herkunft und Bedeutung der angebotenen Produkte zu erfahren.
Auch kulinarisch bot das Festival eine Reise durch verschiedene Regionen Afrikas. Typische Speisen und Getränke luden dazu ein, neue Geschmackswelten kennenzulernen und die kulturelle Vielfalt des Kontinents mit allen Sinnen zu erleben.
Ein emotionaler Höhepunkt war die inklusive Modenschau. Menschen mit und ohne Behinderungen präsentierten gemeinsam traditionelle und moderne afrikanische Mode und machten sichtbar, wofür das Festival steht: Teilhabe, Chancengleichheit und eine Gesellschaft, in der Vielfalt selbstverständlich gelebt wird. Der Applaus des Publikums zeigte eindrucksvoll, wie positiv diese Botschaft aufgenommen wurde.
Während des gesamten Wochenendes prägten Offenheit, Herzlichkeit und gegenseitiger Respekt die Atmosphäre auf dem Festivalgelände. Besucherinnen und Besucher unterschiedlichster Herkunft begegneten sich auf Augenhöhe. Musik, Tanz, Gespräche und gemeinsames Erleben schufen eine besondere Stimmung, die von vielen Gästen als inspirierend und verbindend wahrgenommen wurde.
Einen stimmungsvollen Abschluss fand das AfriQKassel Festival im Biergarten Boreal des Schlachthofs. Dort verfolgten zahlreiche Gäste gemeinsam das Fußballspiel Deutschland gegen die Elfenbeinküste. Die ausgelassene Atmosphäre zeigte eindrucksvoll, wie Sport Menschen verbindet. Unabhängig von Herkunft, Sprache oder kulturellem Hintergrund wurde gemeinsam mitgefiebert, gelacht und gefeiert. Die Begegnung verlief friedlich, fröhlich und voller gegenseitiger Wertschätzung und spiegelte damit den Geist des gesamten Festivals wider.
Mit seiner dritten Ausgabe hat sich das AfriQKassel Festival endgültig als wichtige Plattform für kulturellen Austausch, Sichtbarkeit und gesellschaftlichen Dialog in Kassel etabliert. Die Vorfreude auf die Zukunft ist bereits groß: 2027 wird das Festival in seine vierte Runde gehen und erneut Menschen zusammenbringen, Brücken bauen und die Vielfalt afrikanischer Kulturen in den Mittelpunkt rücken.
Fotos © NHR und Marcel Hirsch