23,4 Quadratmeter Grün pro Einwohner – Kassel ist die zweitgrünste Stadt Deutschlands

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Kassel ist die zweitgrünste Stadt Deutschlands. Dies bestätigt eine aktuelle Untersuchung: Gemäß einer Erhebung von Statista Research Department verfügt Kassel über 23,4 Quadratmetern Grün-fläche/Parkanlage pro Einwohner – nur Potsdam hat in Deutschland noch mehr Grünflächen aufzuweisen. Öffentliche Grünanlagen, Wälder und Felder bedecken 47 Prozent der Fläche des Stadtgebiets. Nimmt man alle weiteren Grünflächen wie beispielsweise private Gärten oder das Grün entlang der Straßen hinzu, sind sogar 68 Prozent des Stadtgebiets bewachsen.

Einmalig ist in Kassel die Vielfalt der Grünflächen. Weite Naturräume ziehen sich bis in die Stadt – allein etwa ein Viertel des Stadtgebiets ist bewaldet, und das europäische Natura-2000-Gebiet „Dönche“ ist das größte innerstädtische Naturschutzgebiet in Deutschland. Kassel verfügt über großartigen Parkanlagen. Der UNESCO-Welterbe Bergpark Wilhelmshöhe ist der größte Bergpark in Europa. Die durch die Bundesgartenschau 1981 umgestaltete Fuldaaue ist zusammen mit der benachbarten Karlsaue eine der größten innerstädtischen Parkanlagen in Deutschland. Der Reichtum an Bäumen zeigt sich allein an den fast 89.000 Exemplaren, um die sich das Umwelt- und Gartenamt der Stadt kümmert. Mit dem Kunstprojekt ‚7000 Eichen‘ von Joseph Beuys besitzt die Stadt ein einzigartiges grünes Kunstobjekt.

Warum Kassel so grün ist?

Das erklärt sich aus der geschichtlichen Entwicklung der Stadt: Es gab Landesfürsten, die die Entwicklung angestoßen und weit in die Zukunft gedacht haben. Es gab fortschrittlich denkende Stadtentwickler, die – wie Sigmund Aschrott – Grün als Bestandteil des Wohnumfeldes früh mitgedacht haben. Es gab mutige Pioniere nach dem Krieg, die die Chancen des Wiederaufbaus weitreichend genutzt haben. So war die erste Bundesgartenschau 1955 zugleich der Auftakt für die documenta und damit für die kulturelle Bedeutung der Stadt. Und es gab das kontinuierliche und sich immer wieder erneuernde Engagement vieler, die diese Ansätze fortgeführt haben.

Herausforderung für die Zukunft!

Für die Zukunft ist es zunächst eine wichtige Aufgabe, diesen Wert zu erhalten. Dies bedeutet in einer wachsenden und dynamischen Stadt automatisch Weiterentwicklung. Zumal die Bedeutung von Grün für die Lebensqualität und den Tourismus zunimmt. Auch im Hinblick auf die Erhaltung der Artenvielfalt kommt den Grünflächen in der Stadt eine zentrale Rolle zu. Für die Bewältigung der Folgen des Klimawandels wird die ausgleichende Wirkung von Grün immer wichtiger. Gleichzeitig ist es durch den Klimawandel gefährdet. Betroffen sind namentlich die Bäume. „Ein substanzielles Augenmerk für ein zukünftig grünes Kassel muss daher auf dem Erhalt alter Bäume, auf Baumneupflanzungen mit einer zukunftsfähigen Baumartenauswahl und auf der Verbesserung der Standort- und Wachstumsbedingungen für Bäume liegen“, so Dr. Anja Starick, Leiterin des Umwelt- und Gartenamtes.

Zudem haben nicht alle Kasseler Stadtteile ausreichend Anteil an den insgesamt vielen Grünflächen. Für etwa ein Drittel der Kasseler Bevölkerung sind größere zusammenhängende Grünflächen mehr als 500 Meter von der Wohnung entfernt und somit für Spaziergänge nicht direkt fußläufig zu erreichen. Hier liegt eine wichtige Aufgabe für die Zukunft, jeden Stadtteil mit Grünraum auszustatten und die Zugänglichkeit durch neue Wege und Grünverbindungen zu verbessern. Dabei spielt auch die Gestaltung der Straßenräume und ihre Ausstattung mit Bäumen eine wichtige Rolle.
Wichtiges Rückgrat der Entwicklung ist die Ertüchtigung der Grün- und Freiräume entlang der Fulda.

„In den letzten Jahren und Jahrzehnten wurde für diesen Ansatz bereits der Grundstein gelegt“, wie Stadtbaurat Christof Nolda an Beispielen erläutert. Angelegt bzw. aufgewertet wurden z.B. der Panoramaweg Langes Feld, der Marbachgrünzug, das Quellbachtal oder der Ahnagrünzug – u.a. mit der Gestaltung der Grünanlage Fuldaufer-Bleichwiesen. Eine Bereicherung für ihre Stadtteile waren die Anlage der „Grünen Banane“ im Vorderen Westen, des Nordstadtparks, des Weideparks oder beispielsweise des Dorothea-Viehmannparks. Die Entwicklung des Wahlebachparks ist ein Beispiel für ein aktuelles Projekt.

„Wichtige Mittel der jüngsten und der kommenden Entwicklungen sind städtebauliche und freiraumplanerische Quartierskonzepte, wie z.B. das ISEK Kasseler Osten, des ISEK Zukunft Stadtgrün oder das in Abstimmung befindliche Fuldakonzept“, so Nolda.
Auch das Freiraumkonzept „Kasseler Stadtgrün“, das aktuell erarbeitet wird, wird für die gesamte Stadt Hinweise auf spezifische Bedarfe, zu hebende „grünen Schätze“ und künftige Handlungsperspektiven bereitstellen.

Für die Bewältigung dieser Aufgaben gibt es ein Netzwerk engagierter Akteure und einer teilhabenden Öffentlichkeit. Das Umwelt- und Gartenamt pflegt ca. 870 Hektar, die Museumslandschaft Hessen Kassel ca. 622 Hektar, Kleingartenvereine und Gärtnerinitiativen ca. 340 Hektar die evangelische Kirche betreut die Friedhöfe mit zusammen ca. 104 Hektar, Umweltverbände und andere Initiativen kümmern sich z.B. um Streuobstwiesen. Und es gibt eine Reihe weiterer Akteure, die alle zusammen für die Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität in Kassel beitragen.

PM Stadt Kassel

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