Kulturpreis der Stadt Kassel 2020 würdigt herausragende Kulturprojekte

In diesem besonders fordernden Jahr werden Kasseler Kulturinitiativen mit dem Kulturpreis der Stadt Kassel in Form einer filmischen Preisverleihung ausgezeichnet. Gemeinsam wurde ein neues Format entwickelt, das es ermöglicht, die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger trotz der aktuellen Kontaktbeschränkungen in einem feierlichen Rahmen zu würdigen.

Kulturpreis der Stadt Kassel 2020 (Copyright: Stadt Kassel)

 Auf www.kassel.de/kulturpreis können die Filmbeiträge der ausgezeichneten Kulturschaffenden ab dem 20. Dezember 2020 gestreamt werden. Den Auftakt machen die Video-Grußbotschaften von Oberbürgermeister Christian Geselle und Kulturdezernentin Susanne Völker.
 
Der Kulturpreis der Stadt Kassel 2020 in Höhe von jeweils 3.000 Euro wurde an das „Musikzentrum im Kutscherhaus – Kontrapunkt e. V.“ sowie dem „Randfilm e. V.“ verliehen. Der Kulturförderpreis der Stadt Kassel 2020 in Höhe von 1.500 Euro geht an die 2018 gegründete Reihe „Chamäleon-Konzerte“. Außerdem verleiht der Magistrat den undotierten Sonderpreis an den KulturBahnhof Kassel e. V. für die Kampagne „Ohne Kultur isses für’n Arsch“.
 
Kulturdezernentin Susanne Völker sagte aus diesem Anlass: „Die Kultur muss in diesem besonderen Jahr große Herausforderungen meistern. In diesem Jahr werden deshalb Initiativen und Akteurinnen und Akteure ausgezeichnet, die mit ihrer Arbeit für den Zusammenhalt und die Solidarität stehen, die Kassels Kultur auszeichnet und die wesentlich dazu beiträgt, dass ihre Vielfalt und Qualität in den zurückliegenden Monaten geschützt werden konnten. Die Film-basierte Preisverleihung ist eine gute Möglichkeit, unsere Anerkennung für diese wertvollen Beiträge zum kulturellen Leben in unserer Stadt auch unter den aktuellen Rahmenbedingungen sichtbar zum Ausdruck zu bringen.“
 
Informationen zu den Preisträgerinnen und Preisträgern
 
Zentrum für musikalisch-kulturelle Bildung
 
Musikalisch-kulturelle Bildung in Kassel – dafür steht der Verein Kontrapunkt mit seinem Musikzentrum im Kutscherhaus, auch bekannt als „mik“, das dieses Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert. Rund 600 Musikschüler*innen werden am mik unterrichtet. Etwa 40 Lehrkräfte, überwiegend soloselbstständige Musikerinnen und Musiker aus Kassel, bieten professionellen Unterricht in Gesang sowie auf allen gängigen Band- und Orchesterinstrumenten. Auch die zahlreichen spartenübergreifenden Ensembles und Bands des „mik“ sind aus dem kulturellem (Nachwuchs-)Leben Kassels kaum wegzudenken und sorgen für den Fortbestand der lebendigen Kasseler Musiklandschaft.
 
Förderung „abseitiger Film- und Kinokultur“
 
Randfilm e. V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, die „abseitige Film- und Kinokultur“ ins Bewusstsein zu bringen und dabei „dem Vergessenen, Verdrängten, Zensierten und Übersehenen ein Forum“ zu geben. Im Mittelpunkt steht dabei das jährlich stattfindende Randfilmfest, das, durch die monatliche Veranstaltungsreihe „Randfilm-Nights“ ergänzt, einen festen Platz in der Filmlandschaft Kassels einnimmt. Mit der Überführung des medialen Erbes der dienstältesten Videothek Deutschlands in ein privat getragenes „Film- und Videothekenmuseum“ leistet der Verein außerdem einen maßgeblichen Beitrag zur Vielfältigkeit der Kasseler Kinokultur. Regelmäßige Kulturveranstaltungen und Vermittlungsangebote komplementieren die zahlreichen Aktivitäten und Angebote des Randfilm e. V.
 
Im Dialog mit improvisierter Musik
 
Dank der Initiative „Chamäleon-Konzerte“ unter der künstlerischen Leitung des Kasseler Musikers Joshua Weitzel ist Kassel um ein innovatives musikalisches Konzept reicher. Zeitgenössische experimentelle Musik, Jazz und Improvisation stehen hier im Fokus. In den „Chamäleon-Konzerten“ treffen eine in Kassel ansässige und eine auswärtige Künstlerpersönlichkeit aufeinander und gestalten im Dialog mit improvisierter Musik das Abendprogramm. Wechselnde Konzertorte führen zu einem bunten Publikumsmix. Sowohl lokal als auch überregional hochgelobt und geschätzt, soll die Konzertreihe künftig weiter ausgebaut werden.
 
Zeichen der Solidarität
 
Die Corona-Pandemie hat das Leben vieler Kasseler Kulturschaffender auf den Kopf gestellt und in eine finanzielle Schieflage versetzt. In der Crowdfunding-Kampagne „Ohne Kultur isses für’n Arsch“ rief der KulturBahnhof Kassel e. V. daraufhin dazu auf, für die Kulturszene in Kassel Toilettenpapier zu hamstern. Für 50 Euro konnte man ein Blatt hochwertiges Toilettenpapier erwerben, das von Hand mit einer Zeichnung des Kasseler Karikaturisten Gerhard Glück bestempelt worden war. Mit dem gesammelten Geld in Höhe von 54.000 Euro von mehr als 500 Spenderinnen und Spendern wurden zahlreiche kulturelle Einrichtungen, Initiativen und Einzelkünstlerinnen und -künstler unterstützt: ein Zeichen der Solidarität, des Zusammenhalts und der Bedeutung der freien Szene für Kassels Kultur.
 
 
Hintergrund
 
Seit 1987 vergibt die Stadt Kassel einen Förderpreis für herausragende Kulturprojekte aus allen Sparten. Der „Kulturförderpreis“ wurde 2018 in den Kulturpreis der Stadt Kassel sowie den Kulturförderpreis umgewandelt, die mit insgesamt 7.500 Euro dotiert sind. Sie werden jährlich ohne Beschränkung auf eine bestimmte Kunstrichtung an drei Preisträgerinnen und Preisträger verliehen.
 
Ausgezeichnet wird, wer sich in besonderer Weise um das kulturelle Leben in Kassel verdient gemacht oder hervorragende künstlerische Leistungen vollbracht hat. Der Preis ist auch Ausdruck des Dankes der Stadt Kassel dafür, dass die Preisträgerinnen und Preisträger dazu beitragen, die Stadt noch lebenswerter zu machen. Honoriert werden neben Vereinen, Künstlergruppen und Kulturinitiativen auch Kunstschaffende aus allen Genres. 
 
Nach mehr als 30 Jahren liest sich die Liste der Preisträgerinnen und Preisträger wie ein „Who is Who“ der Kasseler Kultur und auch die Preisverleihung selbst, die seit mehreren Jahren im Staatstheater Kassel stattfindet, ist zu einer renommierten Kulturveranstaltung geworden. Das Programm anlässlich der Preisverleihung gestalten die Preisträgerinnen und Preisträger selbst und begeistern dabei das Publikum regelmäßig mit ihren kreativen Beiträgen.
 
Weitere Informationen: https://kassel.de/kulturpreis

PM: Stadt Kassel
 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte löse zur Spamvermeidung diese Rechenaufgabe (in Zahlen): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.